Politik | 27.01.2015

Politiker sind gegen Container für Asylbewerber

Alte Post ist als integrativer Standort prüfenswert

Wachtberg. Es war schon eine etwas gespenstische Atmosphäre, als die Mitglieder des Wachtberger Ratsausschusses für Demographie, Soziales, Kultur und Sport (DSKS) abends einen blauen Wohncontainer besichtigten. Dieser steht auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei im Villiper Gewerbegebiet, ist umgeben von alten, nicht mehr genutzten Gewächshäusern, jeder Menge Schotter und einem Brachgelände. Dort sollen künftig auf Vorschlag der Wachtberger Bürgermeisterin Renate Offergeld Asylbewerber untergebracht werden, betreut vom Deutschen Roten Kreuz, das quasi um die Ecke seine Wachtberger Zentrale hat.

Vor diesem Ortstermin hatte der DSKS-Ausschuss mit Übereinstimmung aller Fraktionen sehr deutlich dafür votiert, dass die Unterbringung von Asylbewerbern in Containern nur die ultima ratio, also die letzte Möglichkeit, sein könne. Jürgen Kleikamp, Sprecher der CDU-Fraktion in diesem Ausschuss, gab die Marschroute vor: „Wir müssen unsere Asylbewerber sicher nicht im Maritim unterbringen, aber wenigstens menschenwürdig“.

Der Ausschuss hatte diese Ortsbesichtigung erbeten, da Eile geboten ist, weil niemand weiß, wann und wie viele zusätzliche Asylbewerber demnächst von der Gemeinde Wachtberg betreut werden sollen. „Wir müssen einfach alle Optionen prüfen, sonst bekommen wir echte Probleme, wenn die Asylbewerber vor der Tür stehen und wir nicht wissen, wo wir sie unterbringen sollen“, so erklärte Ausschussvorsitzender Stephan Zieger (CDU) den Grundgedanken der Container-Besichtigung. Zusätzlich zu der von allen ungeliebten Container-Lösung spielte auch die Kostenfrage eine große Rolle. CDU-Rats- und Ausschussmitglied Udo Hausmanns formulierte seine Bedenken in aller Deutlichkeit: „Dieses Angebot erscheint mir viel zu teuer. Da ist es fraglos deutlich preisgünstiger, wenn es denn schon keine andere Lösung als Container gibt, diese zu kaufen und auf Gemeindegrundstücken zu platzieren“.

Stephan Zieger brachte dann noch eine Alternative ins Spiel: Die Alte Post in Oberbachem, die seit Jahren leer steht, früher übergangsweise Aussiedlern und später Helfern in der Landwirtschaft als Bleibe diente“. Gebäude und Grundstück gehören der Gemeinde und werden zum Kauf angeboten. Der ist nun vorerst angehalten. Denn Jürgen Kleikamp formulierte folgenden Antrag: „Der Ausschuss besichtigt gemeinsam mit dem Finanzausschuss die Alte Post, auch wenn diese als baufällig eingestuft wird. Denn dieses Gebäude im Ortszentrum wohnlich herzurichten, ist eine Lösung auf lange Sicht und bietet eine viel bessere Chance, unsere neuen Mitbürger nicht nur unterzubringen, sondern diese auch zu integrieren“. Dieser Antrag stieß auf allgemeine Zustimmung, sodass die beiden Ausschüsse nun die Alte Post in Oberbachem in Augenschein nehmen werden - verstärkt von einem Bauexperten, den die Verwaltung mitbringen will. Und verstärkt durch Kurt Zimmermann, den Sprecher des Ökumenischen Arbeitskreises in Wachtberg. Auch er soll gebeten werden, an dieser Besichtigung teilzunehmen, denn der Ökumenische Arbeitskreis betreut schon jetzt intensiv und liebevoll die bisher in Wachtberg wohnenden Asylbewerber.

Außerdem wollen sich die Politiker auch darum bemühen und rufen auch dazu auf, dass Privatleute Wohnraum zur Verfügung stellen, wie es in vielen anderen NRW-Kommunen und durchaus auch in Wachtberg schon geschehen ist. Denn das sei die allerbeste Lösung, Asylbewerber zu integrieren, waren sich auch hier alle Fraktionen einig.

Pressemitteilung

Wachtberger CDU-Fraktion

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