Allgemeine Berichte | 21.10.2014, 12:02 Uhr

Villiper Ortsvereine feierten „ihre“ traditionelle Kirmes

Den Ursprung als kirchliches Fest ins Bewusstsein rücken

Pfarrer Hermann Josef Zeyen (l.) kümmerte sich persönlich um den Fassanstich, moralisch unterstützt von den Junggesellen um ihren Präsidenten Thomas Kiupel (2.v.l.). JOST
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Villip. Die wohl größte Kirmes im Drachenfelser Ländchen wird jedes Jahr auf dem Kirchplatz in Villip gefeiert. Dass diese von den Ortsvereinen organisierte Veranstaltung nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat, stellte sich auch bei der diesjährigen Auflage wieder eindeutig heraus.

Dort hatten die 20 Junggesellen um ihren Vorsitzenden Thomas Kiupel wieder Partyzelt und Getränkepavillon aufgebaut, doch für die Kinder und Jugendlichen waren vor allem der Autoscooter, der „Jolly Jumper“, die Schiffschaukel und das Kinderkarussell beliebte Anziehungspunkte. Der ganze Platz war mit Buden und Fahrgeschäften angefüllt, und dazwischen feierten Hunderte von Wachtbergern „ihre“ Kirmes.

Die Eröffnung der Kirmes lag in den Händen von Pfarrer Hermann Josef Zeyen, der es allerdings beim traditionellen Fassanstich mit einem sehr widerspenstigen „Gegner“ zu tun bekam und sein ganzes Können aufbieten musste, um den Zapfhahn schließlich doch noch zu versenken. Dass der Gottesmann den Fassanstich übernehmen durfte, wollte Kiupel auch als Zeichen verstanden wissen: „Die Kirchweih ist eigentlich ein kirchliches Fest, was heute nicht mehr jedem klar ist, und wir wollten das noch einmal ins Bewusstsein rücken.“ Die musikalische Begleitung hatte der Tambour-Sport-Club Villip in seinen roten Uniformen unter Leitung von Stabführer Hans Brämm an der Spitze übernommen.

Angesichts des schönen Wetters spielte sich das Geschehen überwiegend im Freien rund um die Biertheke des Junggesellenvereins ab.

Dort zeigten die Junggesellen vor allem am Hauklotz ihre Fähigkeit, einen Nagel mit der schmalen Seite des Hammers mit einem einzigen Schlag zu versenken, wobei es für die weniger Zielgenauen zahlreiche Runden zu spendieren galt. Doch am Abend begann nach dem Gottesdienst mit Pastor Zeyen in der Pfarrkirche die traditionelle Kirmesparty im Festzelt, die bis in den frühen Morgen dauerte.

Der Sonntag war vor allem für die Familien reserviert, die sich auf dem Kirmesplatz und in sämtlichen Villiper Gasthäusern einfanden. Hier ließen sich die Gäste vor allem den Sauerbraten als traditionelles Kirmesgericht schmecken. Anschließend hatten Jung und Alt auf dem Kirmesplatz ihren Spaß bei bester Unterhaltung. Gegen Abend kamen sogar einige Fußballmannschaften aus der Gemeinde nach ihren Spielen vorbei, um einen souveränen Sieg oder auch eine unverdiente Niederlage gebührend zu begießen.

Der Kirmes-Montag begann mit dem traditionellen Kirmes-Frühschoppen, der sich bis in die späten Abendstunden hinzog. Der Dienstagabend brachte schließlich den krönenden Abschluss des viertägigen Festes. Im Kirmesumzug, mit dem TSC an der Spitze und dem Zachaies mittendrin, ging es durch das ganze Dorf zum Gerichtsbogen, wo der Kirmesmann schließlich nach einem mehr als fairen Prozess mit Thomas Kiupel als Richter, Benjamin Jakob als Staatsanwalt, John Hermanns als Verteidiger sowie Jan Sonnenschein als Fürsprecher verdientermaßen zum Tod durch Verbrennen verurteilt wurde. Die Fähnriche John Hermanns und Benjamin Jakob zeigten zwischendurch immer wieder ihre Schwenkkünste.

Pfarrer Hermann Josef Zeyen (l.) kümmerte sich persönlich um den Fassanstich, moralisch unterstützt von den Junggesellen um ihren Präsidenten Thomas Kiupel (2.v.l.). Foto: JOST

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