Allgemeine Berichte | 04.11.2014

Verein Kunst und Kultur in Wachtberg

Der Wachtberg-Kalender 2015 zeigt stimmungsvolle Motive

Texte von Ulf Hausmanns machen das Werk zu einem perfekten Begleiter durch das ganze Jahr

Der Verein Kunst und Kultur in Wachtberg stellte im Ließemer Köllenhof den neuen Wachtberg-Kalender 2015 vor. Der Vorsitzende Alfred Schneider (li.), Jury-Mitglied Robert Hein (2.v.l.) und die stellvertretende Vorsitzende Gabriela von Loë (re.) überreichten den erfolgreichen Fotografen jeweils zwei Exemplare davon. -JOST-

Ließem. Der neue Wachtberg-Kalender für das Jahr 2015 ist da. Der Förderverein „Kunst und Kultur in Wachtberg“ (KukiWa) stellte das neue Werk jetzt im Köllenhof vor. Dank zahlreicher Fotografen, die ihre eindrucksvollen Motive einsandten, entstand erneut ein stimmungsvoller Fotokalender zum Thema „Holz in Wachtberg“. Die Auswahl sei den Jury-Mitgliedern nicht leicht gefallen, berichtete die stellvertretende Vorsitzende Gabriela von Loë. „Die Bildautoren haben das schwierige Thema wunderbar umgesetzt“, fand sie. Doch erst die stimmungsvollen Texte von Ulf Hausmanns machten dem Wachtberg-Kalender zu einem perfekten Begleiter durch das ganze Jahr.

Titelbild von Edelgard Jansen

Das Titelbild wurde von Edelgard Jansen fotografiert und zeigt den optischen Kontrast der strengen Pfähle zur individuellen „Figur“ der jungen Obstbäume auf einer Neupflanzung oberhalb von Oberbachem. Für das Januar-Bild sind Thomas Hertel gleich dreierlei Holz nördlich der Straße von Züllighoven nach Berkum aufgefallen: vom Licht angegraute Zäune, die eine grafische Struktur über die Schneefläche legen, dazu Unterstände aus vertikal verarbeiteten Brettern und die kahlen, natürlich gewachsenen „Arme und Finger“ der alten Obstbäume. Auf dem Februar-Bild vom gleichen Fotografen zieht die Sonne im flachen Bogen über den Himmel, zaubert früh ein goldenes Abendrot über die Wiesen bei Züllighoven mit einem der traditionellen Weidezäune.

Heinz Contzen ist auf einen Holzkarren auf einer Wiese oberhalb von Niederbachem aufmerksam geworden, was zum Kalenderblatt für den März wurde. Während dem Gefährt mit den abgeräumten Stämmen und Ästen offensichtlich über den Winter ein wenig die Luft ausgegangen ist, schiebt sich bei der prachtvoll gewachsenen Eiche grün strotzendes Laub aus den Zweigen.

Helligkeit und Schatten im Wechselspiel

Das weiche Licht der Sonne im Wechselspiel von Helligkeit und Schatten zeichnet ein fast unwirkliches Bild der blühenden Obstbäume und Birken im ersten Grün auf dem April-Bild von Dieter Mehlhaff. Er hat diesen Moment auf dem Rodderberg südöstlich des Broichhofs abgepasst. Im Mai wird das ganze Rheinland von einem einzigen Baum beherrscht, und das ist der Maibaum. Das Villiprotter Exemplar mit seinen bunten Bändern hat Fotografin Ellen Dornhaus für das Mai-Bild festgehalten.

Ein offenes Rätsel hat Monika von der Heiden mit einem Andreaskreuz aufgespürt, dass irgendwie in einen Walnussbaum geraten ist. In seinem „zweiten Leben“, umarmt vom urwüchsigen Baum, verleitet das Verkehrszeichen Spaziergänger zum Schmunzeln und ziert nun auch das Juni-Kalenderbild. Ein Holzstapel auf einem Ackergrundstück neben einem Baum in Fritzdorf ziert das Juli-Foto von Hans Bernd Sonntag. Hier gibt es noch viele solcher Holzstapel, weil in vielen Fritzdorfern Häusern mit Holz geheizt wird.

Wie eine Gruppe lustiger Gesellen

Wie eine Gruppe lustiger Gesellen kommen die Baumpilze daher, die Jacob Mahncke nördlich von Pech aufgestöbert hat. In ihnen findet der ewige Prozess des Vergehens und Werdens einen spontan fröhlich wirkenden Ausdruck und zeigt, dass auch abgestorbenes Holz schön sein kann, dabei Raum und Nährstoffe für neues Leben bietet. Grund genug für die Jury, es zum August-Bild zu machen. Auf dem September-Foto von Joachim Schröder schwankt der Wald am Hohenberg bei Berkum zwischen dem Abschied vom Sommer und dem einsetzenden Herbst. Dabei ist es dem Fotografen gelungen, das besondere Licht dieser Wochen einzufangen, das dem Wald etwas Mystisches und eine eigene, fast zeitlose Dimension gibt.

Wenn der Wind die Blätter von den Bäumen reißt, sich das Laub der Wälder zwischen Pech und dem Petersberg-Hotel immer bunter färbt, wird Erntedank gefeiert. Edelgard Jansen zeigt mit dem Oktober-Motiv des schon länger in Sonne und Wind trocknenden Stapels gespaltener Hölzer neben dem von Gleichmaß und rechtem Winkel geprägten Schuppen ein früher für die Menschen existenzielles Thema - das der Gewinnung von Brennmaterial.

Nebel zieht über abgeerntete Felder

Im November wird es stiller in der Landschaft, wenn die Nebel über die abgeernteten Felder ziehen. Die Zeit der großen Martinsfeuer ist gekommen. Ellen Dornhaus hat eines auf der „Rödder“-Seite des Villiper Tals beobachtet, wo St. Martin auch noch auf seine kleinen Helfer aus der Jugendfeuerwehr zählen kann. Im Dezember schließlich scheint die Natur Pause zu machen, deshalb mutet ein Baum auf dem Dezember-Kalenderblatt von Dr. Klaus Ackermann genauso „tot“ an wie das Holz der Bank darunter, während sich die große Sternmühle darüber weiterdreht in einem von funkelnden Kristallen übersäten Himmel zwischen Ließem und Gimmersdorf.

Die Auflage des Wachtberg-Kalenders ist limitiert auf 300 Exemplare, das erste Exemplar erhielt Bürgermeisterin Renate Offergeld. Der Kalender kann für 15 Euro im Rathaus, in der Forum-Apotheke und in den Volks- und Raiffeisenbanken in Wachtberg erworben werden. Wie immer wird der Erlös für die Förderprojekte von KuKiWa eingesetzt. Das Thema für den Wachtbergkalender 2016 steht auch schon fest: „Durchblicke in Wachtberg“.

Der Verein Kunst und Kultur in Wachtberg stellte im Ließemer Köllenhof den neuen Wachtberg-Kalender 2015 vor. Der Vorsitzende Alfred Schneider (li.), Jury-Mitglied Robert Hein (2.v.l.) und die stellvertretende Vorsitzende Gabriela von Loë (re.) überreichten den erfolgreichen Fotografen jeweils zwei Exemplare davon.Foto: -JOST-

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