Politik | 06.11.2015, 12:19 Uhr

Hans-Dietrich Genscher ist neuer Ehrenbürger der Gemeinde Wachtberg

Ein leidenschaftlich bekennender Europäer

Er hat Geschichte geschrieben und die Schicksale Deutschlands, Europas und der ganzen Welt mitgeprägt

Bürgermeisterin Renate Offergeld heftete Hans-Dietrich Genscher die Ehrennadel ans Revers.
182

Wachtberg. „Als unser Mitbürger hat er mit seiner weltweiten Popularität und der großen Anerkennung, die ihm national sowie international politisch und menschlich entgegengebracht wird, das Ansehen und die Bekanntheit Wachtbergs gefördert und entscheidend mit geprägt. Nicht zuletzt auch durch seine Gastfreundschaft in seinem Zuhause in Wachtberg-Pech und sein Engagement innerhalb der Gemeinde Wachtberg.“ - Mit diesen Worten ernannte Bürgermeisterin Renate Offergeld den ehemaligen Bundesaußenminister und Vizekanzler Hans-Dietrich Genscher zum Ehrenbürger der Gemeinde Wachtberg. Tosender Applaus in der randvollen Aula des Schulzentrums Berkum unterstrich nachhaltig die Beliebtheit und Anerkennung, die der mittlerweile 88-Jährige im Drachenfelser Ländchen genießt. „Schön ist es, auf der Welt zu sein“, sangen die „Chorkids vom Ländchen“ unter der Leitung von Daniela Bügler zum Auftakt der Veranstaltung.

Leidenschaftlich bekennender Europäer

Die Laudatio hielt Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring, der es Genscher hoch anrechnete, dass der sich bei aller weltpolitischen Eingespanntheit immer wieder in das kleine Gemeinwesen von Wachtberg eingebracht habe. Der Minister a.D. sei stets dabei, wenn es gelte, Zeugnis für Wachtberg abzulegen, er habe bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen der Gemeinde mitgewirkt und zeige auch im hohen Alter eine erstaunliche Präsenz bei örtlichen Terminen in seinem Wohnort Pech - immer unterstützt von seiner Ehefrau Barbara Genscher. Auch 23 Jahre nachdem er sein Amt als Außenminister aus eigenen Stücken abgegeben habe, genieße Genscher eine ungebrochene Popularität weltweit. Und den europäisch orientierten Wachtbergern mit gleich zwei Partnergemeinden gefalle es besonders gut, dass Genscher ein leidenschaftlich bekennender Europäer sei, was er mehr als einmal in seinen Reden zum Ausdruck gebracht habe.

Der frühere Staatsminister im Auswärtigen Amt und langjährige Weggefährte Genschers, Dr. Werner Hoyer, erinnerte unter dem Beifall der Gäste daran, dass der neue Ehrenbürger wahrlich Geschichte geschrieben und die Schicksale Deutschlands, Europas und der ganzen Welt mitgeprägt habe. Dabei habe er Großartiges geleistet und es geschafft, Vertrauen in die Politik zu schaffen - was heutzutage leider wieder verloren zu gehen scheine. Genschers Kompass sei stets der Dreiklang zwischen Freiheit, Demokratie und Recht gewesen, womit er sich weltweit große Anerkennung verschafft habe. „Außenpolitik ist nichts für Kurzsichtige, Kurzatmige und Zauderer - hier muss man die Chancen des Moments entschlossen und schnell ergreifen“, wusste er. In dieser Hinsicht habe man sich stets auf Genscher verlassen können, der immer ein Mann der klaren Worte gewesen sei. Hoyer erinnerte an dessen Ausspruch: „Europa ist unsere Zukunft - sonst haben wir keine!“ Heute stehe Europa vor gewaltigen Herausforderungen, mit einem Rückfall in nationalstaatliche Ressentiments seien diese nicht zu meistern, „die können wir nur gemeinsam schultern.“

„Ich bin mit meiner Familie hier im wahrsten Sinne angekommen“

„Meine Heimat ist Halle an der Saale, aber mein Zuhause ist hier, ich bin mit meiner Familie hier im wahrsten Sinne angekommen“, machte der frischgebackene Ehrenbürger Hans-Dietrich Genscher in seiner Dankesrede deutlich. Er fühle sich wohl in der herrlichen Umgebung und in einer derart lebendigen Gemeinde, „da kann man glücklich und stolz sein, hier zu Hause sein zu dürfen.“ Er freue sich besonders darüber, dass es in allen Redebeiträgen Bezüge auf Europa gebe. Das halte er für wichtig, denn es zeuge von einem guten europäischen Geist. „Es wird uns in Deutschland niemals auf Dauer gut gehen, wenn es unseren Nachbarn auf Dauer schlecht geht - und in der heutigen Zeit ist jedes Land in der Welt unser Nachbar.“ Ganz erfahrener Staatsmann plädierte er dafür, alle mögen gemeinsam daran arbeiten, den Frieden in Europa zu erhalten und mehr Frieden auf der ganzen Welt zu ermöglichen. Dabei trage besonders Deutschland angesichts seiner Geschichte eine besondere Verantwortung und solle sich stets bemühen, ein gutes Beispiel zu geben. -Jost-

Bürgermeisterin Renate Offergeld heftete Hans-Dietrich Genscher die Ehrennadel ans Revers.
Werner Hoyer erinnerte an die weltpolitische Bedeutung des langjährigen Bundesaußenministers.

Werner Hoyer erinnerte an die weltpolitische Bedeutung des langjährigen Bundesaußenministers.

Die Blue Moods Big Band unter der Leitung von Christoph Müller unterhielt musikalisch.

Die Blue Moods Big Band unter der Leitung von Christoph Müller unterhielt musikalisch.

Barbara und Hans-Dietrich Genscher freuen sich über die Auszeichnung.

Barbara und Hans-Dietrich Genscher freuen sich über die Auszeichnung.

Bürgermeisterin Renate Offergeld heftete Hans-Dietrich Genscher die Ehrennadel ans Revers.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Koblenz Kreativ 2026
Moonlight Concert 27.11.26
Stellenausschreibung Abwasserwerk
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
1788

Astrologische Vorschau für die KW XX: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 19. bis 25. Oktober – zwischen Herzensangelegenheiten und neuen Chancen

Die Woche vom 19. bis 25. Oktober 2026 bringt Bewegung in festgefahrene Situationen, überraschende Erkenntnisse und die eine oder andere Herausforderung. Während sich in der Liebe neue Türen öffnen können, verlangen berufliche Aufgaben nach Geduld, Weitblick und einer guten Portion Durchhaltevermögen. Auch die Gesundheit verdient besondere Aufmerksamkeit: Wer zu viel auf einmal erledigen möchte, könnte schneller an die eigenen Grenzen stoßen.

Weiterlesen

Arbeitsgruppe „Weingarten an der Balduinbrücke“.
311

Arbeitsgruppe „Weingarten an der Balduinbrücke“ gestartet

LützelAktiv e. V. bringt Menschen zusammen

Koblenz-Lützel. Zehn Menschen haben sich am Mittwochabend zum ersten Planungstreffen für den „Weingarten an der Balduinbrücke“ getroffen und eine Arbeitsgruppe gebildet.

Von Werner Weber aus Koblenz

Weiterlesen