Allgemeine Berichte | 23.04.2013, 12:48 Uhr

BUND Wachtberg

Frühling ohne Lerchen?

So können Landwirte und andere Bürger zum Schutz von Bodenbrütern beitragen

Frühling ohne Lerchen?
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Wachtberg. Endlich wird es warm! Jetzt laufen sie wieder zur Hochform auf: Die Lerchen zwitschern hoch über den Wachtberger Wiesen und Feldern im Frühlingshimmel. Schon während des kalten März, als die Landschaft noch winterlich, oft schneebedeckt war, konnte man als Spaziergänger bereits ihren Gesang hören. Jubilierend stiegen die kleinen, braungemusterten Vögel hinauf in den grauen Himmel, weckten Sehnsucht nach Sonne und Wärme. Sommer ohne Lerchengezwitscher? Eine traurige Vorstellung! Erwartet uns in Wachtberg künftig ein solches Szenario? Laut BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Rhein-Sieg-Kreis brechen die Bestände früher auf dem Land selbstverständlich vorkommender Bodenbrüter wie Lerche, Kiebitz oder Rebhuhn zusammen. Die bis vor einigen Jahren noch sehr häufig anzutreffende Feldlerche steht inzwischen sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Wie konnte es so weit kommen?

Zunehmende Zersiedelung unserer Landschaft sowie großflächiger, intensiver Acker- und Obstbau, vielfach unter Folien, zerstören den Lebensraum der Feldvögel, entziehen ihnen Brut- und Nahrungsgrundlage. Aufschlussreich ist der Bericht der Universität Bonn zur „Erfassung der Brutvögel in unterschiedlichen Lebensräumen bei Adendorf 2008“ (www.tieroekologie.uni-bonn.de/publikationen/avifauna-adendorf-2008). Er dokumentiert den erschreckend starken Rückgang typischer Feldvögel bei Adendorf, nennt Ursachen, zeigt aber auch Lösungsmöglichkeiten auf. Die Untersuchungsergebnisse stehen beispielhaft für große Teile der Flächen um Wachtberg.

Landwirte können helfen

Entscheidend ist die Bereitschaft von Wachtberger Landwirten, dem Artensterben in ihrer Feldflur entgegenzutreten: Auf ihren Flächen können sie sehr viel für die Feldvögel tun: Durch Anlage ungespritzter Ackerrand- und Blühstreifen, Verringerung der Saatdichte sowie Hecken- und Gebüschinseln könnten sie Rückzugs-, Brut- und Nahrungsraum schaffen. Indem Stoppelfelder verzögert umgebrochen werden, haben zumindest Spät- oder Zweitbruten von Feldvögeln eine Überlebenschance. Optimal wäre die Umstellung auf biologische Landwirtschaft, wie sie ein Landwirt bei Niederbachem seit Jahren praktiziert: Brachen in der Fruchtfolge, mechanische statt chemischer Unkrautbekämpfung und geringere Saatdichten helfen Bodenbrütern und anderen Feldvogelarten beim Überleben.

BUND schafft Naturinseln

In Einzelfällen kann der BUND Rhein-Sieg geeignete Flächen erwerben, um dort den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen vieler Tier- und Pflanzenarten zu sichern. Informationen über lokale Projekte und Möglichkeiten, sich aktiv oder durch Spenden für den Naturschutz vor der eigenen Haustür einzusetzen, finden Naturfreunde auf der Homepage bund-rsk.de. Von einer lebendigen, artenreichen Kulturlandschaft, in der die typischen Vogelarten des Feldes auch in Zukunft zu sehen und hören sind, profitiert nicht zuletzt auch der Mensch.

Pressemitteilung

BUND Wachtberg

Die Feldlerche (Arlauda arvensis) gehört zu den gefährdeten Arten in Deutschland und steht auf der Roten Liste.

Blick vom Stumpeberg bei Berkum: kein Lebensraum für Feldvögel. Fotos: BUND Wachtberg

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