Das Kreisveterinäramt informiert
Hochzeitstauben – Ein schöner Brauch mit bitteren Folgen
Lach- und Pfauentauben finden nicht wieder nach Hause
Rhein-Sieg-Kreis. Am „schönsten Tag im Leben“ soll alles perfekt sein. Für viele Brautpaare gehört dazu auch, Tauben als Boten des Glücks in den Himmel steigen zu lassen. Nachdem der Bund fürs Leben geschlossen ist, öffnen Braut und Bräutigam einen Korb voll weißer Tauben oder bekommen jeweils ein Tier in die Hand und schicken die Vögel gemeinsam auf die Reise. Die schöne, symbolische Geste, die den frisch vermählten Eheleuten einen romantischen Wunsch erfüllt, hat leider oft bittere Folgen: Immer öfter sind in Innenstadtbereichen weiße Tauben zu beobachten, die seit Tagen an einem Ort verweilen. Sie erscheinen desorientiert und manchmal auch schon abgemagert und krank.
Fremd in der Freiheit
Diese Tiere sind oftmals weiße Lach- oder Pfauentauben, die nicht gelernt haben, sich selber ihre Nahrung zu beschaffen oder überhaupt in freier Natur zu überleben. „Mit ihren zusätzlichen Federn an den Füßen oder ihren fächerartig aufgestellten Schwanzfedern sehen sie zwar sehr hübsch aus, sie haben aber nicht den Orientierungssinn und die Flugfähigkeit der weißen Brieftauben. Dadurch finden die Tiere nicht wieder nach Hause zum Züchter“, erläutert Dr. Hanns von den Driesch, Leiter des Kreisveterinäramtes. Das hat tragische Konsequenzen: Die Tauben bleiben dort, wo sie „ausgesetzt“ wurden. Weil sie durch die langen Federn schlecht laufen können oder auch eine eingeschränkte Sicht haben, werden sie schnell Opfer von Greifvögeln, dem Straßenverkehr oder verenden an Krankheiten.
Luftballons statt Tauben!
„Wenn Sie bei Ihrer Hochzeit unbedingt weiße Tauben fliegen lassen möchten, dann achten Sie bei der Auswahl des Hochzeitstaubenzüchters bitte darauf, dass wirklich nur gut trainierte weiße Brieftauben aufsteigen, die den Weg zu ihrem heimatlichen Taubenschlag ohne Probleme finden können“, appelliert Dr. Hanns von den Driesch. „Noch besser wäre es jedoch, ganz auf den Einsatz der Tauben zu verzichten und als Alternative Hochzeitsballons aufsteigen zu lassen.“
Pressemitteilung
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