Politik | 18.11.2014

„Unser Wachtberg“ zum Jugendtreff Adendorf

Wo bleibt die Bürgernähe

Schnellschüsse der Verwaltung ohne Information und solide Kostenermittlung

Wachtberg. Die Ratsvertreter der Wählervereinigung UNSER WACHTBERG rieben sich verwundert die Augen. Im Januar 2014 wurde der Beschluss gefasst, in Adendorf ein Blockhaus als Jugendtreff zu errichten. Die Jugendlichen in Adendorf waren im Vorfeld in die Planungen einbezogen und die benötigten Mittel (73.000 Euro) eingeplant worden. Eigentlich warteten jetzt alle freudig auf die Freigabe der Mittel zur Umsetzung der Maßnahme.

Doch die Vorlage an den Ausschusses für Bildung und Jugend sah jetzt eine Überraschung vor. Anstelle des Blockhauses sollten jetzt die angeblich nicht mehr benötigten Räume im Keller der Schule um und als Jugendtreff ausgebaut werden. Die Vertreter der Gemeinde argumentierten: Diese Lösung ist deutlich günstiger, fast 20.000 Euro.

Doch ob dies auch tatsächlich stimmt, konnten die Ausschussmitglieder nur glauben, da keine Kostenermittlung vorlag. Auch hatte es bislang niemand für nötig befunden, die Adendorfer Jugend über diese Vorstellungen auch nur zu informieren.

Wir meinen: „So kann man doch mit den Jugendlichen nicht umgehen und gemeinsame Überlegungen kommentarlos über den Haufen schmeißen. Wer sich die Räume im Keller angesehen hat, fragt sich zudem, ob hier mit vertretbarem Aufwand überhaupt ein jugendgerechtes Umfeld geschaffen werden kann.“

Fahrlässig aber auch, wie erneut mit den Steuergeldern umgegangen und geltendes Haushaltsrecht missachtet wird. Für beide Alternativen mangelt es nämlich an der gesetzlich vorgeschriebenen seriösen Ermittlung sämtlicher Kosten, auch der Folgekosten. Nur so ist der Rat in der Lage, die Tragweite der anstehenden Entscheidung zu überblicken. Jetzt wurde zwar für die nächste Sitzung des Finanzausschuss eine Kostenaufstellung nachgereicht. Doch auch diese ist höchst lückenhaft und in der Gegenüberstellung nicht vergleichbar, da die Positionen sich nicht immer decken. Nur einige Beispiele: Die Kostenermittlung für das Blockhaus beinhaltet den Abriss des Containers, Bauantrag, Bauleitung sowie Küchen- und Sanitärinstallation, insgesamt über 14.000 Euro, die Kostenübersicht für den Kellerausbau nur pauschal 4.100 Euro Baunebenkosten. Was ist mit Kosten einer evt. Statik, Architektenleistungen, Bauantrag. Soll das alles in den Baunebenkosten enthalten sein? Der alte Container bedarf hier keiner Entsorgung? Von den Unterhaltungskosten für die kommenden Jahren ganz zu schweigen. Die Kosten für einen barrierefreien Zugang, der beim Blockhaus gewährleistet wäre und den zu schaffen eine Verpflichtung besteht, fehlen in der Gegenüberstellung.

„Wer sich diese fiesen und feuchten Kellerräume einmal genauer ansieht, wird auch zu dem Schluss kommen, dass die für den Innenausbau angesetzten Kosten nicht annähernd auskömmlich sind“, so ein Mitglied des Ausschusses.

Dass die Gemeinde bei der ganzen Sache die eigenen Prognosen über die Entwicklung der Schülerzahlen aus dem Blick verliert, sei nur am Rande bemerkt. Denn für das Schuljahr 2020/21 geht die Gemeinde von einer 5-zügige Grundschule in Adendorf aus. Wird dann nicht die OGS die bisher genutzten Klassenräume wieder abgegeben müssen? Wohin dann mit der OGS?

Fragen über Fragen. Klar ist nur: All diese Fragen hätten für einen seriösen Verwaltungsvorschlag vorher beantwortet werden müssen. So jedenfalls kann der Rat sich kein Bild über die Tragweite der von ihm erwarteten Entscheidung machen.Pressemitteilung

der Wählervereinigung

„Unser Wachtberg“

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