Wirtschaft | 08.08.2025, 13:05 Uhr

Drei Millionen Euro für Erasmus-Projekt

Regelmäßig begrüßt der Campus Remagen der Hochschule Koblenz Gastdozenten von ERASMUS Partnerhochschulen weltweit, im aktuellen Sommersemester aus Albanien, Georgien, Australien und Südafrika.  Foto: privat
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Remagen. Ein Semester in Lissabon, Istanbul, im finnischen Lahti oder Bari in Italien – das europäische ERASMUS-Programm macht interkulturellen Austausch seit fast vier Jahrzehnten möglich und fördert Studierenden- und Dozentenmobilität mit Partnerhochschulen in ganz Europa. Mit derzeit mehr als 20 Partnerhochschulen ist das Programm ein fester Bestandteil der gelebten Internationalisierung am Campus Remagen der Hochschule Koblenz – und aus dem Hochschulalltag nicht mehr wegzudenken.

Internationale Partnerschaften als Fundament

Bereits 2015 wurde das Programm auf Partnerländer weltweit ausgeweitet. Seitdem bewirbt sich der Bereich Sprachen/Internationales am Campus jedes Jahr erfolgreich um Stipendienförderung. Der Aufwand für die Antragstellung ist beträchtlich: Für jede Partnerhochschule müssen die Relevanz der Maßnahmen, der Mehrwert für beide Seiten sowie geeignete Strukturen zur optimalen Betreuung – von der Auswahl über die Begleitung bis hin zur Anerkennung der Studienleistungen – überzeugend dargelegt werden. Dank langjähriger Kooperationen mit strategisch ausgewählten Partnerhochschulen weltweit kann sich die Bilanz sehen lassen: Über drei Millionen Euro an Fördermitteln wurden bislang eingeworben. Studierende und Lehrende reisten mit ERASMUS+-Stipendium bereits nach Nordamerika, Australien, Indien, Südafrika oder in die Balkanregion. So auch Student Marcel Mado, eingeschrieben im Studiengang Logistik- und E-Business am Campus Remagen. Er verbrachte das aktuelle Sommersemester zusammen mit vier Kommilitonen an der University of Tirana in Albanien – und zeigt sich begeistert: „Statt eines typischen Erasmus-Ziels in Westeuropa entschied ich mich für ein weniger bekanntes, ‚exotischeres‘ Land, das oft unterschätzt wird, aber gerade deshalb umso spannender ist. Albanien bietet eine beeindruckende Vielfalt: von mächtigen Gebirgen bis hin zu einer reichhaltigen Geschichte und einer erstaunlich dynamischen Entwicklung in Wirtschaft und Digitalisierung. Diese Kombination aus Natur, Authentizität und Transformationsbereitschaft war für mich besonders spannend.“ Auch in die andere Richtung funktioniert das Programm: „Durch die ERASMUS-Förderung wurde unzähligen internationalen Studierenden der Weg nach Deutschland ermöglicht – viele von ihnen hätten ohne diese finanzielle Unterstützung kaum die Chance auf ein oder gar zwei Semester in Remagen gehabt“, betont Dr. Borgmann, Leiter des Bereichs Sprachen/Internationales. Ein Beispiel ist Studentin Olesia Stychuk von der Ivan Franko National University in Lviv, Ukraine. Sie hat ihr Auslandssemester nicht nur durch engagierte Teilnahme an Lehrveranstaltungen geprägt, sondern sich darüber hinaus auch aktiv in Campus-Projekte eingebracht. Zu ihren Aktivitäten zählen unter anderem das „Language Tandem Project“, bei dem zusätzliche Lernmöglichkeiten in Englisch, Deutsch, Albanisch, Italienisch, Hindi und weiteren Sprachen geschaffen wurden – sowie das Nachhaltigkeitsprojekt „GreenErasmusCampus“, das unter anderem Kleidertauschbörsen organisiert und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärkt. „Wer sich bewegt, bewegt Europa“, zitiert Borgmann einen Slogan des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). „Studierende, die den Schritt ins Ausland wagen, tragen nachhaltig zum interkulturellen Austausch bei und bereichern auf diesem Weg die gelebte Internationalität am Campus. Heimische Studierende können so bereits vor Ort erste Erfahrungen mit neuen Kulturen, unterschiedlichen Herangehensweisen und internationaler Teamarbeit sammeln.“

Auch die Region profitiert

Auch für die Region ist das internationale Engagement der Hochschule von Bedeutung: Durch den Austausch mit Studierenden und Lehrenden aus aller Welt entstehen nicht nur interkulturelle Impulse am Campus Remagen, sondern auch neue Perspektiven für die lokale Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Internationale Gäste bringen Ideen, Netzwerke und Know-how in die Region – und nehmen umgekehrt Eindrücke, Kontakte und Erfahrungen aus Remagen mit in ihre Heimatländer. ERASMUS+ am Campus Remagen ist eine Erfolgsgeschichte – und nach der neuerlichen, großzügigen Bewilligung durch den DAAD steht fest: Auch im kommenden Jahr heißt es wieder „Fortsetzung folgt!“

Regelmäßig begrüßt der Campus Remagen der Hochschule Koblenz Gastdozenten von ERASMUS Partnerhochschulen weltweit, im aktuellen Sommersemester aus Albanien, Georgien, Australien und Südafrika. Foto: privat

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