Wirtschaft | 05.02.2026, 10:47 Uhr

-Anzeige- Gelände wird umgestaltet – Weniger Module, geringere Kosten

Grüner Strom fürs Neuwieder Wasser: Vorbereitung für PV-Anlage beginnt

Auf dem Gelände der bekannten Gaskugel in der Hafenstraße wird das Wasser für Neuwied gefördert. Den Strom für die Pumpen, gut zwei Millionen Kilowattstunden, wollen die SWN mit einer PV-Anlage auf dem Gelände erzeugen.  Fotos: Gerd Neuwirth/SWN
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Neuwied. Die Stadtwerke Neuwied (SWN) beginnen mit den Vorbereitungen für den Bau einer großen Photovoltaik-Anlage auf der Fläche an der Gaskugel. Sobald die neue Verbindung zwischen den Pumpgebieten Hafenstraße und Block steht, können die Module installiert werden, die rund 2,1 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren.

Die Gaskugel in der Hafenstraße kennt jeder Neuwieder. Als Speicher hat sie ausgedient, aber auf dem Gelände wird auch das Wasser für rund 65.000 Menschen in der Stadt Neuwied aus fünf Pumpen zu den Haushalten gefördert. Der Betrieb kostet enorm viel Strom. Die Einsparpotentiale bei der Förderung sind nahezu ausgeschöpft. „Mit der PV-Anlage können wir den Betrieb – bilanziell, da nachts ohne Sonne kein Strom erzeugt werden kann - künftig klimaneutral durch selbst erzeugten Strom gewährleisten“, erklärt Bereichsleiter Julian Scherhag. Für extreme „Dunkeltage“ und geringerem Ertrag sowie in der Nacht bleiben die Pumpen wie bisher mit Strom versorgt. Die SWN sind aber bereits dabei, Speicherlösungen zu planen.

Mit dem jüngsten Beschluss des Stadtrats wurde das notwendige Planungsrecht geschaffen: Der Rat stimmte für den Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans. Jetzt kann das Gelände vorbereitet werden: Alte Baumschulreihen müssen entfernt werden, um Platz für die aufgeständerten Module zu schaffen. „Die erforderlichen Genehmigungen der Naturschutzbehörden liegen vor“, erklärt Scherhags Kollege David Weis, der das Projekt begleitet. „Sie haben auch die Ausgleichsmaßnahmen definiert.“ So wird im südlichen Teil ein neuer Wald entstehen, entlang der Hafen- und der Bogenstraße Bäume gepflanzt und nicht zuletzt wird eine Ausgleichsfläche im Engerser Feld ausgewiesen.

Scherhag und Weis wissen um die Sensibilität der Neuwieder bei diesen Maßnahmen: „Das ist richtig so, der Eingriff muss gerechtfertigt sein“, sagt Scherhag. Das sei bei diesem Projekt in mehrfacher Hinsicht der Fall: „Wir stärken unsere Wasserversorgung durch eine eigene Stromerzeugung und wir schaffen einen Ausgleich.“ Nicht zuletzt, so David Weis, vermeidet die Anlage jährlich 270 Tonnen CO2: „Das ist bezogen auf dem Strommix in Neuwied. Nehmen wir den bundesweiten Wert, dann liegt der fast dreimal so hoch, da wir in Neuwied einen großen Teil unseres Stroms bereits aus regenerativen Quellen beziehen.“ Zum Vergleich: ein Hektar Wald bindet – je nach Berechnung – zwischen 6 und 10 Tonnen CO2: „PV ist um ein Vielfaches effizienter.“ Ihn freut es zudem, dass eine alte Eiche trotz Fällgenehmigung erhalten bleiben kann.

Klar ist auch: „Den Strom, den die SWN selbst regenerativ erzeugen, müssen sie am Markt nicht einkaufen. Zudem ist die Fläche vorhanden. Da seit den ersten Planungen inzwischen fast vier Jahre vergangen sind, haben sich einige Randbedingungen sogar verbessert: Die Module sind heute leistungsfähiger, wodurch die Zahl der installierten Paneele von 5300 auf etwa 4500 sinkt. Außerdem sind sie heute günstiger in der Produktion. Dadurch sinken die prognostizierten Kosten von damals 1,7 auf nun 1,3 Millionen Euro. Eine Investition, die sich in weniger als zehn Jahren rechnet.

Pressemitteilung

Stadtwerke Neuwied

Zum Ausgleich für die PV-Fläche an der Gaskugel (im Hintergrund zu sehen) ist auf dem Gelände an der der B256 zugewandten Seite reichlich Platz. Hier wird ein kleiner „Wald“ entstehen, entlang der Hafen- und der Bogenstraße weitere Bäume gepflanzt und nicht zuletzt wird eine Ausgleichsfläche im Engerser Feld ausgewiesen.

Zum Ausgleich für die PV-Fläche an der Gaskugel (im Hintergrund zu sehen) ist auf dem Gelände an der der B256 zugewandten Seite reichlich Platz. Hier wird ein kleiner „Wald“ entstehen, entlang der Hafen- und der Bogenstraße weitere Bäume gepflanzt und nicht zuletzt wird eine Ausgleichsfläche im Engerser Feld ausgewiesen.

Auf dem Gelände der bekannten Gaskugel in der Hafenstraße wird das Wasser für Neuwied gefördert. Den Strom für die Pumpen, gut zwei Millionen Kilowattstunden, wollen die SWN mit einer PV-Anlage auf dem Gelände erzeugen. Fotos: Gerd Neuwirth/SWN

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