Wirtschaft | 17.10.2022

- Anzeige - Bei der Unternehmensgruppe plan74 ist der Name Programm

Neues Unternehmen in Kottenheim veranstaltet einen Tag der offenen Tür

Bei Produktion in Kottenheim stehen Nachhaltigkeit und Energie Effizienz im Vordergrund

Kottenheim Die Mitarbeiter von plan74 hier in der neuen Halle fühlen sich wohl in dem Unternehmen. Fotos: HEP

Kottenheim/Region. „Wer an den Straßen bauen will, derselb hat Widersprecher viel“, schrieb der elsässische Dichter Thomas Murner im ausgehenden Mittelalter. Heute verstummen die Widersprecher und haben keine Argumente mehr, wenn plan74 baut. Denn hier wird alles bis aufs i-Tüpfelchen ausgelotet, ausgewertet und geplant. In der Kottenheimer Unternehmensgruppe ist der Name Programm. Davon überzeugen können sich die Bürger beim Tag der offenen Tür am Samstag, dem 5. November von 10 bis 16 Uhr. „Wir präsentieren unser neues Musterhaus, zeigen Baumaschinen und demonstrieren in unserer Halle die Produktion.

Alles unter dem Motto: Wie baut man ein modernes, nachhaltiges Fertighaus. Es wird außerdem Verpflegung angeboten und für die jüngeren Besucher Kinderbasteln und die Möglichkeit einige Baufahrzeuge zu bestaunen“, kündigt Peter Happ an, geschäftsführender Gesellschafter plan74.

Die plan74-Unternehmensgruppe hat sich dem energieeffizienten und nachhaltigen Bauen verschrieben und betreut während des gesamten Lebenszyklus die Immobilie.

Das bedeutet, dass plan74 von der Entwicklung des Vorhabens den Kunden über die gesamte Bauphase hinbegleitet und auch in der Nutzungsphase oder später für Modernisierung oder Umnutzung der Immobilie zur Verfügung steht. So ist das komplette Vorhaben bequem aus einer Hand realisierbar. Die Wände und Böden der Fertighäuser - vom Tiny-House bis zur großen Halle - entstehen in der Kottenheimer Produktionshalle überwiegend aus Holz.

Apropos Holz: „Wir beziehen Holz von einem Großhändler, der keine Lieferprobleme hat, denn es handelt sich um Nadelholz aus Deutschland und Europa. Das zertifizierte Holz ist stabil genug für ein Gebäude von bis zu drei Geschossen“, erläutert Peter Happ. Aber warum Holz als Baustoff in einer Gegend, wo Bims zu Hause ist? Vom Gesamtpreis her gibt es da kaum Unterschiede, aber: „Es geht viel schneller und ist nachhaltig. Die Hülle auf der Bodenplatte steht an einem Tag. Ab Baubeginn ist das Haus in etwa 6 Wochen bezugsfertig“, sagt Herr Happ.

Die Wände bestehen aus dickem Holzrahmen, die mit speziellen Holzplatten verkleidet sind. Dazwischen wird mit modernem Gerät Zellulose als Wärmedämmung eingeblasen. Damit sind sie komplett fertig und müssen nur mit einem Autokran aufgestellt und dann montiert werden. Lediglich der Innenausbau wird vor Ort gefertigt. Die Wärmedämmung entspricht neuesten Standards. Bei einem Feuer wäre ein solches Fertighaus 30 Minuten lang standfest.

Herr Happ hat ein engagiertes Team aus Architekten, Ingenieuren, Handwerkern und kaufm. Mitarbeitern, die dazu beitragen, dass die Bauwelt ein kleines Stück „Lebens- und Liebenswerter“ wird.

Bei plan74 in Kottenheim sind mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt. „Wir haben drei Handling Kräne mit Vakuumheber, die die Platten ansaugen, um sie dann positionieren zu können. Unsere Mitarbeiter werden dabei körperlich kaum beansprucht“, betont Peter Happ.

Mit dem größten Wohnungsbauprojekt in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wird in Kürze begonnen. Für mehr als 30 Millionen Euro ist die Baloise (ehem. Basler) Lebensversicherung AG Deutschland der Investor. Mit plan74 sollen bis Ende 2025 im Stadtteil Bachem fast 160 Wohneinheiten an der Ahr entstehen.

Aber nicht nur die produzierten Häuser und Hallen sind energieeffizient und nachhaltig, sondern auch der Betrieb selbst. Die Dächer der Produktionshalle, Bürotrakt und Lagergebäude sind komplett mit Photovoltaikpaneelen ausgestattet: „Die produzieren viel mehr Strom, als wir selbst verbrauchen“, hebt der Geschäftsführer hervor. Aus abgesaugtem Holzstaub, Spänen und Sägemehl werden kleine Holzbriketts gefertigt, die im Winter die Halle heizen. Das alles und noch viel mehr wird beim Tag der offenen Tür gezeigt und erklärt.

Unternehmensgruppe entstand in Neuwied

Die Entstehung von plan74 geht zurück auf den Bauingenieur und Politiker Josef Happ aus Neuwied, der dort 1974 ein Architekturbüro gründete. Damit realisierte der ehemalige CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete zahlreiche Projekte. Vergangenes Jahr verstarb Josef Happ im Alter von 83 Jahren. Sein Sohn Peter, der seit 1998 als Bauingenieur arbeitet, übernahm 2009 das Planungsbüro von seinem Vater und entwickelte es weiter.

Wegen des Großauftrags verlegte Peter Happ sein Unternehmen im Mai vergangenen Jahres nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bei der katastrophalen Flutwelle im Juli wurden jedoch die Büro- und Betriebsräume dort völlig zerstört. Nur der Server im 1. Obergeschoss, auf dem Pläne und Unterlagen gespeichert waren, kamen nicht zu Schaden.

Peter Happ suchte eine neue Bleibe und fand einen ehemaligen Steinmetzbetrieb in Kottenheim „Auf dem steinigen Acker 1“, wo der 47-jährige Anfang Juli 2021 erneut startete.

Die plan74-Gruppe ist eine Holding, die in sich unterschiedliche Firmen und Leistungen vereint, um Bauherren und Bauträgern ein Gesamtkonzept anbieten zu können. Am 5. November können sich Interessierte einen guten Überblick über die Firmen und ihre Zusammenarbeit untereinander, aber auch über die Zusammenarbeit mit deren Partnerfirmen verschaffen, die ebenfalls mit Infoständen vor Ort sein werden.

HEP

Statt durch Muskelkraft werden bei plan74 Vakuumsauger für das Heben der Holzplatten eingesetzt Elektriker Benjamin Lukas testet hier die neue Software.

Statt durch Muskelkraft werden bei plan74 Vakuumsauger für das Heben der Holzplatten eingesetzt Elektriker Benjamin Lukas testet hier die neue Software.

Architekt Stefan Bach ist einer der Planer für die Unternehmensgruppe.

Architekt Stefan Bach ist einer der Planer für die Unternehmensgruppe.

Geschäftsführer Peter Happ zeigt das ideale Fertighaus Arridomus.

Geschäftsführer Peter Happ zeigt das ideale Fertighaus Arridomus.

Kottenheim Die Mitarbeiter von plan74 hier in der neuen Halle fühlen sich wohl in dem Unternehmen. Fotos: HEP

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