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Bundesverdienstkreuz am Bande für Lothar Brucker

Auszeichnung für jahrzehntelange Bolivienhilfe

15.11.2014 - 09:00

Waldorf. Der in Waldorf lebende Pfarrer i. R. Lothar Brucker erhielt jetzt das von Bundespräsident Joachim Gauck verliehene „Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland“. Am 6. November 2014 wurde ihm die hohe Auszeichnung durch Kulturstaatssekretär Walter Schumacher in einer Feierstunde in Mainz überreicht. Damit wurde das jahrzehntelange Engagement des Priesters im Rahmen der Solidaritätsstiftung Trier-Chuquisaca gewürdigt. „Sie haben nicht nur über Nächstenliebe gepredigt, sondern den Grundsatz Ihres Glaubens mit Ihrem sozialen Wirken in die Tat umgesetzt und vorgelebt. Sie sind nicht nur Seelsorger, sondern vor allem auch ein Entwicklungshelfer, der stets selbst mit anpackt“, betonte Staatssekretär Schumacher in seiner Laudatio.


Zur Person


Der in Erfurt geborene Lothar Brucker kam bereits in jungen Jahren nach dem Tod des Vaters im 2. Weltkrieg gemeinsam mit seiner Schwester und der Mutter in deren Heimatort Waldorf, wo er fortan seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte. Nach Ab-schluss der Schulausbildung absolvierte er zunächst erfolgreich eine Banklehre und war dann sechs Jahre als Bankkaufmann tätig. Bereits während dieser Zeit war er in der Jugendarbeit seines neuen Heimatortes tätig. Während seiner Berufstätigkeit holte er am Abendgymnasium in Neuss das Abitur nach und studierte anschließend in Freiburg und Trier katholische Theologie. Auch während dieser Zeit verlor er nie den Kontakt zu der Jugend seines Heimatortes. Gerne erinnern sich damalige Jugendliche an Treffen und die gemeinsamen Fahrten, die Lothar Brucker organisierte. Im Jahre 1969 erfolgte die Priesterweihe im Hohen Dom zu Trier. Anschließend war er zwei Jahre als Kaplan in Plaidt und anschließend als Regionaljugendseelsorger in Mayen tätig. Während all dieser Zeit war Lothar Brucker das Land Bolivien und seine Menschen ans Herz gewachsen. So meldete er sich freiwillig zu einem Solidaritätseinsatz des Bistums Trier in Bolivien, wo er von 1974 bis 1982 erstmalig für acht Jahre in der Pfarrei Muyupampa tätig war. Zu der Pfarrei gehören 16 Landgemeinden, die zum Teil nur mit einem Geländewagen oder gar nur mit einem Pferd erreichbar waren.

Nach seiner Rückkehr aus Bolivien war er acht Jahre lang als Pfarrer in den Pfarreien Kärlich und Kettig tätig, wo er besondere Kontakte zu der örtlichen Kolpingfamilie pflegte. Sein nächster Einsatz in Bolivien erfolgte von 1990 bis 1998 in Villa Serrano. In diese Zeit fiel als wichtigste Aufgabe der Ausbau des Bildungszentrums CEITHAR (Centro Educativo Integrado Tecnico Humanistico Acelerado Rural) an. Das durch seine Un-terstützung ausgebaute Bildungszentrum und Internat für Jugendliche der bolivianischen Landbevölkerung rüstet die Schülerinnen und Schüler mit einer Grundbildung und handwerklichen Fertigkeiten aus, um ihnen ein selbstbestimmtes, abgesichertes Leben zu ermöglichen. „Sie haben selbst mit den jungen Menschen zusammengearbeitet und ihnen beispielsweise gezeigt, wie man Bäume pflanzt. Darüber hinaus haben Sie sich aber auch um die Finanzierung der Projekte durch Ihre Kontakte zu Gemeinden, Vereinen und Freunden gekümmert“, lobte Schumacher das Engagement des Geehrten. Aber nicht nur dem Schul- und Internatesbetrieb galt die Sorge von Pfarrer Brucker, sondern auch der Infrastruktur der damaligen weitläufigen Pfarrei. Seiner Initiative sei es zu verdanken, das ein Staudamm gebaut wurde, der die Wasserversorgung des Ortes sichern sollte. „Lothar Brucker erkannte die dringenden Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Sein Beitrag für die Gesellschaft war nachhaltig - in Bolivien, aber auch in Deutschland, wo er sich in der Kolpingfamilie engagierte“, so Staatssekretär Schu-macher. Er schaffte es, dort wo Hoffnungslosigkeit war, Mut zu machen und den Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Trotz seiner schweren Erkrankung, die im Jahre 2003 zu seiner Versetzung in den Ruhestand als Pfarrer führte, kommt Lothar Brucker, was sein Engagement betrifft, nicht zur Ruhe. Seit dem Jahr 2000 vermittelt er deutsch-bolivianische Patenschaften, damit Kinder aus ärmlichen Verhältnissen in Bolivien bessere Bildungschancen erhalten. Während der Wintermonate ist er seit seiner Versetzung in den Ruhestand regelmäßig in Bolivien, wo er die dortigen Priester bei ihrer Arbeit unterstützt und sich um die Partnerschaftsprojekte des Bistums Trier kümmert. Als „Waldorfer Schwalbe“ informiert er während dieser Zeit seine Heimat über die Tätigkeit in Bolivien. Auch während des Aufenthaltes in seiner Heimat im Vinxtbachtal ist er bemüht, die Gläubigen über Bolivien und seine Menschen zu informieren. Oft sind Priester und Jugendliche in seinem Haus in Waldorf in der Pilsgasse zu Gast.

„Sie, lieber Lothar Brucker, haben Ihr Leben geteilt und sich in gleich zwei Ländern auf zwei Kontinenten für benachteiligte Menschen eingesetzt“, erklärte Walter Schumacher und ergänzte: „Unsere Gesellschaft wäre um Vieles ärmer, gäbe es nicht Menschen wie Sie, die mit Ihrem unermüdlichen Engagement Gutes bewirken. Sie sind für uns alle ein Vorbild!“


Gratulationen


Als Vertreter von Landrat Dr. Jürgen Pföhler gratulierte der Kreisbeigeordnete MdL Horst Gies dem Waldorfer Priester und betonte, dass der Landkreis Ahrweiler stolz sei, dass Lothar Brucker in ihm sein Zuhause habe und von dort aus stets ohne großes Aufsehen stets im Stillen ein außerordentliches Engagement zeige. Auch Bürgermeister Bernd Weidenbach (Verbandsgemeinde Bad Breisig) würdigte in seinen Grußworten das „Wirken im Stillen“ von Lothar Brucker. Die hohe Auszeichnung sei nur ein kleines Dankeschön für das, was Brucker geleistet habe. Er persönlich habe sich über jede Begegnung mit ihm gefreut und er wünschte im für die Zukunft weiterhin viel Erfolg auf der internationalen Ebene.

Auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, Georg Hollmann, wies daraufhin, dass Lothar Brucker auch nach seinem Ausscheiden aus dem Priesteramt in den Pfarreien Kärlich und Kettig nach wie vor in den Herzen der dortigen Katholiken weiter lebe. „Es ist schön, dass auch Menschen mit dieser hohen Auszeichnung geehrt werden, die im Stillen arbeiten“, erklärte Hollmann. Waldorfs Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten überbrachte die Glückwünsche des Heimatortes des Geehrten und sagte: „Wie sind froh, Dich als Bürger in unserer Ge-meinde zu haben. Gerade Du hast auch in Waldorf dazu beigetragen, eine besondere Freundschaft zu Bolivien aufzubauen.“ Felten erinnerte an den verstorbenen Juan Gonzales, dessen Priesterstudium durch die Pfarrei St. Remaklus in Waldorf ermöglicht wurde, sowie an Erzbischof Edmundo Abastaflor, der auch heute immer wieder gerne Waldorf bei seinen Europaaufenthalten aufsucht. MdL Guido Ernst gratulierte Lothar Brucker ebenfalls und lud ihn ein, nach seiner Rückkehr aus Bolivien im neuen Jahr gemeinsam mit Freunden und Bekannten einen Tagesausflug nach Mainz zu unternehmen und sein Gast zu sein. Der Geehrte dankte in bewegten Worten für die hohe Auszeichnung. In jungen Jahren habe sich der Geist von Adolf Kolping auf ihn übertragen. „Die Stimme Gottes hat mir gesagt: Teile Dein Leben!“, erklärte Brucker. Eines seiner großen Ziele sei nach wie vor, Kinder aus armen und kinderreichen Familien ein ansprechendes Leben und auch ein Studium zu garantieren. Er wies darauf hin, dass derzeit etwa 40 Studenten durch seine Initiative gefördert würden. Zurzeit ist der bolivianische Priester Victor Caballero bei ihm zu Gast und nahm mit der bolivianischen Generalvikarin der Josefschwestern Eufracia Rodriquez an der Feier teil. Dankbar erklärte Lothar Brucker in seiner bescheidenen Art: „Ich danke Gott, dass er mir dies alles ermöglicht hat!“

Anschließend nahm er die Gratulation der Verwandten, Freunde und Bekannten und besonders der Abordnung der Kolpingfamilie Kärlich entgegen, die die Auszeichnung in die Wege geleitet hatten. WER

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Kommentare
Uwe Klasen :
Zitat Jörg Zschimmer: "...aber daran kann man ja dann den Flüchtlingen die Schuld geben..." --- Noch unterirdischer kann ein Mensch kaum Argumentieren. Die Vertreter, Befürworter und Anhänger der sogenannten Energiewende und des, angeblich durch den Menschen verursachten, Klimawandels agieren fast wie Sektierer, Gegenargumente werden Bestenfalls angehört aber Abgelehnt!
Jörg Zschimmer:
Im Gegensatz zur zum Beispiel Braunkohlesubvention, werden die genannten Vereine nicht subventioniert. Das CO2 zur Photosynthese wichtig ist, ist nur bis zu bestimmten Konzentrationen richtig, danach geh der Ertrag rabide zurück - aber daran kann man ja dann den Flüchtlingen die Schuld geben...
Uwe Klasen :
Die Subventionsabgreifer und unsozialen Energieverteurer diskutieren wohl darüber wie sie die Verbraucher noch mehr schröpfen können! P.S. Kohlenstoffdioxid ist elementar Wichtig für die Photosynthese!
Uwe Klasen :
Ein Termin an einem Wochenende wäre vielleicht von Vorteil gewesen, so sind Berufstätige Radfahrer im Nachteil und gerade deren Erfahrungen und Kenntnisse könnten zusätzliche Informationen erbringen.
juergen mueller:
Das weiss man längst,dass die Stadt auf Radfahrer nicht eingestellt ist u.sich als TOP-Stadt mit der höchsten Arbeitsdichte in Rhld-Pfalz,damit verbunden eine Verkehrsdichte,Tendenz steigend,die mit der vielgepriesenen Attraktivität u.einer positiven Wahrnehmung nicht mehr viel gemein hat ... u.das Ende der Gier nach noch mehr Arbeitsplätzen ist nicht abzusehen, im Gegenteil.Dafür muss ein Stadtteil wie RÜBENACH bluten unter der Last einer unzumutbaren Verkehrsdichte mit all ihren negativen Folgen,auch gesundheitliche u.einem Entzug von Freizeit-/Erholungswert durch Flächennachfrage zur weiteren Ansiedlung von Gewerbe u.Industrie.Die neue Pfaffendorfer Brücke wird "natürlich mit einem breiten Radweg ausgestattet?" Ja,weiss man ebenfalls - mit unzureichenden 30 cm!Dieser angelaufene Paradigmenwechsel (besonders wichtig gehaltene Entwicklungen,Umbrüche) hat sich damit spätestens erledigt.Die Politik hat halt die Macht Vertrautheit zu zerstören.
Olaf Erdmann:
Der sich rsant vollziehende Wandel in unserer Gesellschaft ist weder eine Laune noch Verlust von Pietät, sondern Teil des Gesamtgesellschaftslichen Veränderungsprozesses. Friedhöfe z.B. markieren für mich die unüberbrückbare Linie zwischen "Sein und Nichtsein", zwischen "Leben und Tod", zwischen "Zeit und Ewigkeit". Alle Menschen kennen diese Grenze, die das Leben vom Tod, die die Lebenden von den Toten trennt und deutlich unterscheidet. Ein offener Dialog in unserer Gesellschaft zu diesem Thema ist daher ein hohes GUT.
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