Allgemeine Berichte | 30.06.2013

BUND: Unterwegs am Armuthsbach

Der Eisvogel war allerdings schneller

Am Rande des Wirftbaches (Vierter von links, Dr. Jochen Mölle).In der Bildmitte ist die betonierte Ableitung von Wasser in die ehemaligen Fischteiche zu erkennen.Sander

Wershofen. Die Kreisgruppe Ahrweiler des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt in der Eifel ein besonderes Interesse und Engagement für die Bäche. Ob in besonderer Weise als Bachpate für den Wirftbach am Nürburgring oder als Begleiter der Maßnahmen im Rahmen des bundesweiten Gewässergroßprojektes „Renaturierung der Oberen Ahr“. Wesentliches Ziel ist einerseits die Unterstützung der Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Bäche, zum Beispiel durch Beseitigung von Querbauwerken. Andererseits ist ein weiteres Bestreben, die Verbesserung der Gewässerstrukturgüte zu erreichen, also die möglichst große Unterschiedlichkeit des Gewässerumfeldes in und an den Bächen, etwa durch hinreichend große Gewässerrandstreifen.

Dr. Jochen Mölle von der Kreisverwaltung Ahrweiler führte als Koordinator des Projektes auf Einladung des BUND eine Gruppe von Interessierten am Armuthsbach in der Nähe von Wershofen/Eifel.

Das kleine Gewässer in einem der sicher schönsten und naturnahen Bäche im Landkreis Ahrweiler wird in diesem Jahr die ersten Eingriffe erleben, um die vorhandenen Störungen zu beseitigen. Eine der Maßnahmen ist die ökologische Aufwertung einer ehemaligen aktiven Teichanlage mit vielen Fischbecken, teils in Beton gegossen, teils als große Erdmulden angelegt, vom Bach- und Hangwasser gespeist. Der Besitzer der Flächen ist inzwischen die Verbandsgemeinde Adenau als Gewässerunterhaltungspflichtige. Die Anlage wird „umgebaut“, indem die Betonbereiche zum Teil entfernt und die steilen Böschungen der Teiche abgeflacht werden - die standortfremden Fichten und der Bestand an Hybridpappeln sind schon gefällt worden. Die ehemalige Fischerhütte mit intensivem Schutzanstrich und „passender“ Eindeckung von Asbestplatten ist überflüssig geworden und wird als Sondermüll entsorgt werden müssen. An einem der Becken hatte die Gruppe ein besonderes Erlebnis. Im Umfeld der Gewässer hat der Eisvogel seinen Lebensraum, die Teichanlagen sind ein Teil seines Jagdreviers. Normalerweise sitzt er, wie Mölle erzählte, auf einem Ast und hält Ausschau nach kleinen Fischen wie Moderlieschen. Ergreift er einen kleinen Fisch, dann erschlägt er ihn auf einem Ast, um anschließend damit sich und ggf. seine Brut zu ernähren. Der Vogel ist ein wunderschöner Anblick mit seinem eis-blauen Federkleid. Nur dieses Mal war der Vogel schneller als der Fotograf mit seiner Kamera, das Klicken ging ins Leere. Als weitere Maßnahmen sind die Entfernung von Fichtenriegeln, der Kauf bzw. der Tausch von Flächen und die Neuordnung einer kleinen landwirtschaftlichen Nutzung durch die Haltung von Tieren geplant. Wichtig ist, dass damit die wertvolle Offenlandschaft erhalten bleiben kann. Mölle ist sicher, dass die geplanten Maßnahmen, die sich bis in den Herbst dieses Jahres hineinziehen werden, dem Gewässer eine ökologische Aufwertung bringen werden.

Eine weitere Besonderheit soll als technisches Bauwerk bleiben: ein so genannter „Hydraulischer Wider“, eine nur durch den Staudruck des Wassers angetriebene Pumpe. Hiermit wurde ehemals der ca. 130 Meter höher gelegene Ort Wershofen ohne zusätzlichen Energieaufwand mit Wasser versorgt. Für Reinhard van Ooyen als Vorsitzendem des BUND im Landkreis Ahrweiler war die Exkursion wichtig und wertvoll. „Sie zeigt den Teilnehmern, wie Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung Hand in Hand gehen können und zugleich ein besonders schöner Teil unserer Gewässerlandschaft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.“

Pressemitteilung der

BUND Kreisgruppe Ahrweiler

Am Rande des Wirftbaches (Vierter von links, Dr. Jochen Mölle). In der Bildmitte ist die betonierte Ableitung von Wasser in die ehemaligen Fischteiche zu erkennen.Foto: Sander

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