Allgemeine Berichte | 06.05.2014, 08:28 Uhr

Dieseldiebstahl auf Autobahnrastplätzen – hoch professionell arbeitende Bande festgenommen

Dreister Dieselklau

Tatverdächtige sitzen in Haft

Im Kotflügel versteckte sich der Zusatztank. Polizeipräsidium Koblenz
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Mendig. Bereits Anfang April dieses Jahres gelang es Beamtinnen und Beamten der Polizeiautobahnstation Mendig eine Gruppe von insgesamt sechs Männern festzunehmen, die gerade dabei war, Diesel aus dem Tank eines Lkw, dessen Fahrer zum Einhalten der Ruhezeit in der Führerhauskabine schlief, in den eigenen umzupumpen. Was sich an Ort und Stelle für die Beamten zunächst als „normaler“ Dieseldiebstahl darstellte, entwickelte sich in den darauf folgenden Tagen zu einem umfangreichen Ermittlungskomplex, der im Ergebnis zeigt, wie professionell dieser Diebstahl nicht nur in dieser Nacht auf einem Parkplatz an der BAB A 61 („Im Weidenfeld“ in der Gemarkung Saffig) ablief, sondern sich sicherlich immer wieder entlang deutscher Autobah-nen ereignet.

Diebe festgenommen

Auf einer Streifenfahrt am 7. April 2014 war den Beamten gegen 23.20 Uhr ein Lkw mit rumänischen Kennzeichen aufgefallen, der in der Zufahrt zum Parkplatz stand und diese versperrte. Zwar verboten, aber dennoch in Zeiten überfüllter Autobahnparkplätze zur Nachtzeit, deutschlandweit nichts Ungewöhnliches und leider immer wieder vorkommend. Der Verdacht, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, kam den Beamten aber sehr schnell, als sie auf der Ausfahrt des Parkplatzes einen zweiten Lkw mit rumänischer Zulassung feststellten, dessen Fahrer dort offensichtlich wartete. Man entschloss sich, die Sache näher zu überprüfen und stieß auf dem Parkplatz auf einen dritten Lkw mit gleicher Länderzulassung, der neben dem eingangs bereits erwähnten Lkw, zugelassen in der Schweiz, stand. Unter diesem Fahrzeug befand sich eine größere Diesellache, und als die Beamten den Fahrer weckten, stellte er fest, dass rund 100 Liter Kraftstoff aus seinem Tank fehlten. Die vorgefundenen Spuren und die Tatsache, dass alle drei Schwerlastfahrzeuge für ein und dieselbe Spedition fahren, begründeten den Verdacht, dass die insgesamt sechs Männer, Lkw-Fahrer und Beifahrer, die allesamt festgenommen wurden, gemeinsam und organisiert Dieseldiebstähle begehen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ordnete aufgrund dieser Erkenntnisse die Vorführung bei der Ermittlungsrichterin des AG Koblenz an, die alle Tatverdächtigen in Untersuchungshaft schickte.

Diebe hielten ihre Tat für ein lustiges Kavaliersdelikt

Die sich in den nächsten Tagen anschließenden Ermittlungen der Kriminalpolizei Koblenz, in enger Zusammenarbeit mit den Beamtinnen und Beamten der Verkehrsdirektion, führten schließlich nicht nur zur Erhärtung des Tatverdachtes, dass die Festgenommenen gemeinsam arbeiten, sie zeigen auch, mit welcher Professionalität diese Gruppierung vorging. Bei näherer Untersuchung der drei sichergestellten Lastkraftwagen stellten die Ermittler nämlich fest, dass es sich dabei nicht um „normale“ Sattelzüge handelt, wie es den Anschein hatte, sondern um eigens für die Zwecke des Dieseldiebstahls umgebaute Fahrzeuge. Ein mittels Kunststoffdeckel verschlossenes Loch im Kotflügel dient beim Dieselklau als Einfüllstutzen für den abgezapften Kraftstoff. Von dort aus führen Leitungen sowohl zu einer nachtrüglich eingebauten Elektropumpe, als auch direkt in die Dieseltanks der Lkws. Hoch professionell und bei „normalen Verkehrskontrollen“ nur mit großem Aufwand oder nur rein zufällig zu finden. Die Tatverdächtigen befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft, die Fahrzeuge wurden, nach Ausbau der Pumpvorrichtungen, wieder ihrem Besitzer übergeben. Die sechs Festgenommenen hatten den Ernst ihrer Lage offensichtlich auch während der Vorführung nicht erkannt und nahmen die Situation sehr gelassen, was man aus der Frage eines der Männer an die Haftrichterin, „was das denn jetzt alles hier kostet“, schließen kann. Ihre Mienen verdunkelten sich erst zusehends, als ihnen die Haftbefehle verkündet wurden.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Koblenz

Hier wurde der geklaute Diesel eingefüllt.

Hier wurde der geklaute Diesel eingefüllt.

Die versteckt eingebaute Pumpe mit Kunststoffleitung zum Tank und (rotem) Absperrhahn.

Die versteckt eingebaute Pumpe mit Kunststoffleitung zum Tank und (rotem) Absperrhahn.

Im Kotflügel versteckte sich der Zusatztank. Fotos: Polizeipräsidium Koblenz

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