Tavernengespräch ist aktuell im Offenen Kanal zu sehen
Handwerker im Mittelalter
Andernach. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung waren im Mittelalter Handwerker. Welche Berufe wurden dort ausgeübt und unter welchen Bedingungen? Diese Fragen beantworteten Experten im Tavernengespräch, das aktuell im Offenen Kanal zu sehen ist.
Dr. Klaus Schäfer, Museumsleiter aus Andernach, berichtete über die verschiedenen Fachleute, die in den Schreibstuben des Mittelalters - den sogenannten Skriptorien - arbeiteten. Da gab es die Schreiber, von denen sich manche auf die farbigen Buchstaben einer Seite spezialisiert hatten. Andere waren Schnellschreiber, sie brauchten zwei bis drei Wochen für ein Werk. Die Abschrift einer Bibel konnte aber bis zu drei Jahre dauern. Die Texte wurden dann von speziellen Mönchen überprüft, denn die Schreibstuben gehörten zu den Klöstern.
Moderator Martin Quandt zitierte die überlieferte Aussage eines solchen Schreibers: „Die Schreibkunst ist mühevoller als jedes andere Handwerk. Behandelt diese Blätter mit Vorsicht. Ihr wisst gar nicht, was es heißt, ein Buch zu schreiben. Das ist harte, drückende Fronarbeit.“ Dr. Schäfer beschrieb die Arbeitsbedingungen so: „In den Skriptorien durfte kein offenes Licht brennen und sie waren nicht beheizt. Deshalb waren sie meistens auf der Südseite eines Klosters. Im Sommer wurde dort bis zu 14 Stunden gearbeitet.“
Beeindruckt waren die zahlreichen Anwesenden auch von seinen Ausführungen, dass man für jede Doppelseite die Haut eines Schafes brauchte und Tinte aus Eisenvitrol, Galläpfeln und Gummi arabicum herstellte. Sie wurde als Pulver aufbewahrt und bei Bedarf mit Wasser, Bier, Wein oder Essig im Tintenhorn angerührt.
Sonderausstellung im Andernacher Museum
Die Sonderausstellung im Andernacher Museum wird noch bis Anfang Juni gezeigt. Dort ist es für Kinder eine besondere Attraktion, im Keller selbst mit einem Gänsekiel Schreibversuche zu machen. Joachim Forg aus Rhens, „der kleinen Stadt mit der großen Geschichte“, kam in der Gewandung eines Kaufmanns in auffallend roter Farbe. Er erklärte, dass die Kaufleute der damaligen Zeit durch ihre Handelsbeziehungen nach Italien, in den Orient und bis nach China als Erste über neue Stoffe verfügten und sich daraus entsprechende Bekleidungen machen ließen. Sie erschienen damit bei ihren Kunden, vor allem dem Adel, und bekamen dann ihre Aufträge. Insofern gaben die Kaufleute oft in der Mode den Ton an. Auf die Frage aus dem Publikum nach dem damaligen Zahlungsverkehr erklärte Michael Storm, dass es überall eigene Münzen gab und zum Beispiel Silbermünzen nach Bedarf auch mal bei kleineren Summen einfach verkleinert wurden. Stefan Klothen, von Beruf Grafiker in Andernach, kam in der Gewandung eines Wikingers aus der Region Birka, die zum heutigen Schweden gehört. Durch den Besuch von Mittelaltermärkten fand er vor acht Jahren Interesse am Schwertkampf. Inzwischen nimmt er an größeren Schlachten teil. Dafür hält er sich fit, denn seine Schutzkleidung wiegt 35 Kilogramm und verlangt somit viel Durchhaltevermögen. Nach der Aufnahme der Sendung saßen die Zuschauer noch lange mit den Experten zusammen und bekamen manche Erklärung zu den Handwerkern jener Zeit.
Joachim Forg, Gastgeber Kostas Thomopoulos, Dr. Klaus Schäfer, Moderator Martin Quandt, Michael Storm (v.l.). Fotos: privat
Stefan Klothen beim Schwertkampf.
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