DRK-Ortsverband Bad Breisig feierte Jubiläum mit Musik, Reden und vielen Freunden

100 Jahre im Dienst der Menschen

Große Schar an Gratulanten aus Politik, Kultur und Vereinsleben

02.03.2015 - 17:36

Bad Breisig. Die Geschichte des quellenstädtischen DRK-Ortsvereins war lange im Dunkeln. Erst Kreisarchivar Leonhard Janta schlug Brücken zu neueren Erkenntnissen. Ein zufällig gefundenes Jahrbuch des preußischen „Vaterländischen Frauenvereins“ von 1916 brachte Licht ins Dunkel. Daraus geht hervor, dass eine Niederbreisiger Sektion am 30. Dezember 1914 gegründet wurde - zur Pflege der Kriegsversehrten im örtlichen Lazarett, das in der Villa des Konsuls Oehme eingerichtet war (aus dem das spätere Kurhaus hervorging). 1920 schlossen sich die Vaterländischen Frauenvereine mit dem preußischen Landesverein vom Roten Kreuz zusammen. Aus der Breisiger Sektion wurde der hiesige Ortsverband des Roten Kreuzes, der also seine Geschichte bis zum Jahreswechsel 1914/1915 zurückverfolgen kann. Als Karl-Heinz Bernardy dies erkannte, reifte schnell der Entschluss: Hundert Jahre Ortsverein des DRK - das ist doch ein echter Grund zum Feiern. Gesagt, getan: Jetzt beging der DRK-Ortsverband das Jubiläum zusammen mit vielen Bürgern und Ortsvereinen. In der festlich geschmückten Jahnhalle trafen sie beim Festakt auf die Spitzen des DRK-Landesverbandes, auf wichtige Honoratioren aus Politik und Wirtschaft, sowie auf Rotkreuz-Freunde aus den Nachbargemeinden.


Fotoausstellung zur Geschichte


Das Blasorchester Brohltal begleitete mit seinem Strauß populärer Melodien den Abend. Eine Fotoausstellung aus der Geschichte des Ortsvereins lud zum Erinnern ein, dazu lief ein Video, das so manches Ereignis ins Gedächtnis rief. Biggi Geef moderierte die Veranstaltung mit bekannter Eloquenz; sie begrüßte zunächst eine lange Liste bemerkenswerter Ehrengäste. Unter anderen gaben sich hohe politische Mandatsträger die Ehre, zum Beispiel die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, die Landtagsabgeordneten Guido Ernst und Marcel Hürter, aber auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach, Bad Breisigs Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch, Waldorfs Bürgermeister Hans Dieter Felten und Gönnersdorfs Bürgermeister Martin Braun. Aus der Organisation des DRK waren gewichtige Gäste gekommen, an der Spitze Reinhard Kaul, der Präsident des rtheinland-pfälzischen Landesverbandes, begleitet von einer Reihe wichtiger Funktionäre des Verbandes, und Achim Haag, der DRK - Kreisvorsitzende des Kreises Ahrweiler.

Die charmante quellenstädtische Brunnenkönigin Maren Kraus schmückte die Veranstaltung durch ihre Anwesenheit. Das Funkenkorps der Karnevals-Gesellschaft besorgte den Dienst in der Küche und an der Theke. Nach der kurzen Eröffnungsrede des Ortsvorsitzenden Karl-Heinz Bernardy zeigte das Jugend-Rotkreuz, betreut von Sina Fassbender, was die Jugendlichen schon gelernt haben. Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch, die sich als Schirmherrin des Jubiläums zur Verfügung gestellt hatte, gründete ihre Festansprache auf die Erinnerung an ihren Vater Rudolf Hermann, der als Vorgänger der heutigen Vereinsführung fast 23 Jahre den Ortsverein als Vorsitzender geleitet hatte. Daraus resultiere die Bindung ihrer ganzen Familie an das DRK, die dem ehrenamtlichen Einsatz der Rotkreuzler stets hohe Achtung zolle. Der freiwillige Dienst der Rotkreuzler bei Veranstaltungen, in der Arbeit für den Mitbürger in der ständigen Bereitschaft, bei Ausbildungs-Maßnahmen, bei Einsätzen in Großveranstaltungen, in der Jugendarbeit, der Sozialbetreuung, bei der Organisation der Blutspende oder beim Reibekuchen-Backen - die Leistungen der etwa 40 Aktiven des Ortsverbandes seien bewundernswert und nahezu unverzichtbar. Die Anerkennung dafür sei vom Vater vererbt. Als Stadtbürgermeisterin danke sie den Ortsverbandsmitgliedern für ihre Tätigkeit und ständige Hilfsbereitschaft. „Henry Dunant hat 1863 über die schrecklichen Kriegserlebnisse das Rote Kreuz gegründet. Dessen Aufgabenbereiche haben sich - und dafür können wir dankbar sein - von der Pflege der Kriegsverletzten zu anderen, heute alltäglichen Bereichen entwickelt. Die Hilfsbereitschaft des DRK hat heute wichtige Funktionen. Also gilt mein Dank zugleich als eine Bitte an die Aktiven des Ortsverbands, auf diesem Weg weiter zu machen.“ Sie versprach, dass die Stadt dem DRK stets die Hilfen zukommen lasse, die notwendig und möglich seien.

Eine kurzweilige Unterbrechung des Jubiläums-Programms war der Auftritt der Komikerin „Schwester Helga“, einer veritablen Büttenrednerin. Die semi-professionelle Helga Schmitz baute ihre Erlebnisse aus der Ärztepraxis aus lauter Kalauern zusammen, verzichtete dabei auch nicht auf leichte Schlüpfrigkeiten:


Ehrung für Walter Kalmund


Wieder ernst wurde es beim Grußwort von Reinhard Kaul, dem Präsidenten des DRK-Landesverbandes Rheinland -Pfalz. Er anerkannte nicht nur die große Leistung des Ortsverbandes, er machte auch ein besonderes Kompliment dem Kreisverband Ahrweiler, der „ein starkes Glied im DRK des Landes“ darstelle. In seine Rede baute Reinhard Kaul die Ehrung für Walter Kalmund ein, den langjährigen Bereitschaftsleiter des Ortsverbands. Er ernannte Kalmund zum „Ehren-Bereitschaftsleiter“ und zeichnete ihn mit entsprechenden Accessoires für die Uniform aus. Zusammen mit dem Kreisverbandsvorsitzenden Achim Haag ehrten beide Funktionäre außerdem Rotkreuzler Axel Braun für 30 Jahre aktive Mitgliedschaft, Reiner Goerke für 40 Jahre (Goldene Ehrennadel) und Marlies Thiele für 45 Jahre (Goldene Ehren-Spange). Achim Haag sprach eine gehaltvolle Laudatio für die Geehrten und forderte sie - in Missachtung der Fastenzeit - auf, ihre Auszeichnung zu feiern. Er berief sich auf den Hl. Augustinus: „Man muss auch mal auf Opfer verzichten können!" Landrat Dr. Jürgen Pföhler ging kurz auf die Vita des DRK-Ortsverbandes ein. Er unterstützte sein Grußwort mit dem Geschenk eines eingerahmten Original-Zeitungsausschnitt, der das Jubiläum

„75 Jahre Ortsverein“ aus dem Jahr 1990. Damals das gleiche Lob wie heute für die Leistung der Rotkreuzler. Sein Resümee: „Die Ehrenamtler des DRK sind bemerkenswerte Vorbilder für den Bürger!“ Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach ergänzte die anerkennenden Worte des Landrats. Er verwies auf den Umstand, dass die hilfsbereiten Niederbreisiger bereits 50 Jahre nach der Gründungsaktion des Henry Dunant die Ideen des Friedensnobelpreisträgers aufgriffen und den heutigen DRK-Ortsverein gründeten. "Die Visionen des Henry Dunant wirken bis in unsere Zeit nach!“ Weidenbach betonte die enge Zusammenarbeit zwischen DRK-Ortsverein und Feuerwehr. „Die DRK-Aktiven leisten heute mehr als 8.000 Einsatzstunden im Jahr, und man kann mit Fug und Recht sagen: Ohne das DRK ginge in unserer Verbandsgemeinde vieles gar nicht.“ Hervorzuheben sei, dass der DRK-Ortsverein auch in den Orten Waldorf und Gönnersdorf tätig sei. „Dem DRK fühlen sich auch 500 inaktive Mitglieder verbunden; die Rotkreuzler sind die Freunde der Bürger.“ Dem Redebeitrag Weidenbachs schlossen sich einige Vereinsvertretern an. Auch Emil Morsch aus Birkenfeld, der im Gesundheitswesen dem Breisiger DRK verbundene Freund, schickte eine geldwerte Grußbotschaft. Fast alle Beiträge - von Politikern oder Vereinsdelegierten - waren mit finanziellen Zuwendungen verbunden. Karl-Heinz Bernardy stellte klar: „Alle Einnahmen des heutigen Tages werden für palliativ-medizinische Betreuung, also der Begleitung von todkranken Patienten, verwendet.“


Festschrift zum Jubiläum


In einer 90-seitigen Festschrift dokumentiert der Ortsverband übrigens alles Wissenswerte über seine Geschichte, seine aktuelle Organisation, Sanitätsdienst, Blutspendedienst, Helfer vor Ort, Ausbildungsmöglichkeit, Jugendrotkreuz usw. Dazu zeugen Grußworte bedeutender Funktionäre und von Gabriele Hermann-Lersch, der Schirmherrin, von der Bedeutung des DRK-Ortsvereins und seines Jubiläumsfestes. Er ist das, was alle Festredner nicht müde wurden zu betonen: Eine nahezu unentbehrliche Einrichtung für die Stadt und ihre Bürger.

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Kommentare
juergen mueller:
Ein Bruch der Tarifverträge ist noch gelinde ausgedrückt. Wer es soweit kommen lässt, dass die Beschäftigten für etwas büßen sollen, was sie nicht im geringsten verschuldet haben, der sollte sich allen ernstes fragen, wie es möglich ist, dass es überhaupt soweit kommen konnte, obgleich man sowohl in...
juergen mueller:
Kurzfristig bekanntgewordene Liquiditätsprobleme? Das Wort kurzfristig muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Stadt Koblenz u. der Landkreis Mayen-Koblenz sind mit jeweils 25% beteiligt. Man schaue sich einmal die BETEILIGUNGSBERICHTE der STADT KOBLENZ der vergangenen Jahre an. Das...
juergen mueller:
Wirtschaftliche Perspektive? Wenn ein Unternehmen, wie das GKM, kontinuierlich Liquiditätsprobleme hat, dann geht man zuerst an diejenigen, die dafür am wenigsten können? Herr Langner ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung u. sitzt im Aufsichtsrat. Wenn im Januar oder Februar wieder diese...
K. Schmidt:
Ja, diese Verlängerung ist notwendig und sinnvoll. Dass sich diverse politische Köpfe des Ahrtals darüber erfreut äußern, nachvollziehbar. In all der Euphorie muss man sich aber noch mal genau anschauen, was da eigentlich verlängert wurde: Es geht hier nur um eine praktisch seitens des Bundes beliebig...
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