„Interessante Kunst“ im Kulturbahnhof
Dorothy Maurus und Gottfried F. Koch zeigen ihr Schaffen
Bad Breisig. Zur Zeit findet im Jugend- und Kulturbahnhof der Quellenstadt eine gemeinsame Gemäldeausstellung von zwei recht unterschiedlichen Künstlern statt. In der gut besuchten Vernissage am letzten Wochenende stellten Dorothy Maurus aus Brohl-Lützing und Gottfried F. Koch aus Bad Breisig ihre Exponate vor. Im Namen der verhinderten Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch übernahm der Beigeordnete Norbert Heidgen die Begrüßung der beiden Künstler und der Besucher. Zu der vierfachen Mutter Dorothy Maurus stellte er bewundernd heraus: „Sie haben die große Familie und künstlerisches Schaffen unter einen Hut gebracht.“
Er erwähnte respektvoll, wie die geborene Münchnerin den Einstieg in die bildende Kunst durch Ausbildung im Fach Bauernmalerei geschafft hat, über die Perfektion zur Kunst-Dozentin wurde und sich als Buch-Illustratorin einen Namen machte. Längst ins Rheinland umgezogen, leitet sie über Jahrzehnte Kunstseminare und schafft selbst meisterliche Gemälde ohne Zahl. Die jetzt in Bad Breisig gezeigten Exponate sind durchweg beeindruckende Ölgemälde mit Sujets von Blumen, Landschaften, Gebäuden, (meist aus der Region) und prächtige Stillleben. Neben Gemälden zeigt sie auch viele tolle Tusch-Zeichnungen; Norbert Heidgen entdeckte die dargestellten „Vorzeige-Ecken“ aus der rheinischen Heimat als echte „Hingucker“. Die Bilder von Dorothy Maurus sind perfekt, vielfach auch in Aquarell-Technik gearbeitet, dabei immer künstlerisch mit durchaus eigenem Stil.
Gottfried F. Koch
Die Kunst des dynamichen Gottfried F. Koch hat einen völlig anderen Ansatz. Er sagt: „Mit meinen Arbeiten möchte ich interessante Landschaften, Details aus der Natur und der täglichen Umwelt, dazu Dinge, Wesen und Formen in speziellen Farbkombinationen vorstellen. Mein Anliegen ist, Betrachter zum bewussteren Sehen anzuregen, wird doch das Schöne, Interessante und nachdenkenswerte in der Hast des Alltags oft übersehen und manchmal als zu simpel eingestuft – also bleibt es oft unbeachtet...“. Koch greift für die Umsetzung seiner Anliegen zu vielfach eigenwilligen Stilmitteln, seine Kunst pendelt zwischen gegenständlich und abstrakt: Man kann die Formen und Aussagen erkennen, aber sie sind eingebunden in meist farbenprächtige Kompositionen. Seine Technik nutzt viel Acrylfarben aber auch Öl, seine besondere Leistung sind jedoch die in feinsten Strichen angelegten farbigen Tusche-Zeichnungen.
Zu seiner Vita: In Frankfurt/Main 1940 geboren, führte Koch’s Weg auf Umwegen über Bonn nach Bad Breisig. Umfassend künstlerisch interessiert, nutzte Gottfried F. Koch schon als Schüler die Deutsche Sprache zu Veröffentlichungen, wurde darüber hinaus erfolgreicher Sportler (mit 19 Deutscher Diskus-Jugendmeister); nur eine Verletzung verhinderte die Olympia-Teilnahme in Tokio. Längst schrieb er Krimis – er malte und zeichnete. Er kreiert alsbald seinen eigenen Stil, angelehnt an das Motto seines Vorbilds Vincent van Gogh: „Immerfort suchen, ohne jemals eine Lösung zu finden.“ Es entstehen ungezählte Aquarelle, Ölbilder, Tuschezeichnungen und Gouachen; sie hauchen konstruktivistisches Flair, sind surreal, aber auch fantastisch-realistisch in ihren Stadt- und Natur-Darstellungen. Fantasie-Landschaften tauchen auf, umgesetzt in starke Farben, wie die Acryl-Technik und farbigen Tusche-Stifte sie hergeben. Die Kompositionen sind erfüllt von geometrischen Formen wie Kreise, Kugeln, Kegel und Dreiecke.
Die jetzt in Bad Breisig gezeigten 35 Exponate sind nur Beispiele aus dem dynamischen Schaffen des Allround-Künstlers (Maler, Dichter, Schriftsteller) Gottfried F. Koch. Die unter dem Titel „Interessante Kunst“ veranstaltete Ausstellung der beiden Oeuvres von Dorothy Maurus und Gottfried F. Koch ist bis 13. März freitags, samstags, sonntags von 16 bis 19 Uhr kostenfrei zu besichtigen.
