Allgemeine Berichte | 07.04.2015

Ostern in Waldorf

Kinder ersetzten Glockengeläute

Alter österlicher Brauch des Klapperns wurde an den Kartagen gepflegt

In Waldorf war diese Gruppe mit ihren Klappern am Karsamstag unterwegs. WK

Waldorf. Ein alter Brauch ersetzt an den Kartagen vor Ostern das Glockenläuten und die Kirchenschellen. Wenn diese von Gründonnerstag bis zur Osternacht verstummen, sind sie dem Volksmund nach „nach Rom geflogen“. Erst beim feierlichen Gloria in der Osternachtsmesse ertönen sie wieder. Während dieser Zeit ersetzt ein alter Brauch das Glockenläuten zu bestimmten Anlässen, das Klappern. Damit aber die Bewohner der Orte in der Zwischenzeit „über die Zeiten informiert werden“, ziehen vielerorts Kinder mit ihren Klappern zu bestimmter Tageszeit durch den Ort und zeigen so den Leuten die Zeit an. Dieser uralte, christliche Brauch, der bereits zu Zeiten von Karl dem Großen um das Jahr 800 gepflegt wurde, wird auch im Vinxtbachtal seit vielen Generationen gepflegt. In Waldorf ziehen die Messdiener und die jüngeren Kinder des Ortes unter der Aufsicht der Obermessdiener durch den Ort und verkünden mit ihren Klappern dem Ort so das „Aufstehen“ am Morgen, die Mittagszeit und den Feierabend.

Am Karfreitag und dem Ostersamstag konnten Bewohner und Besucher den Kindern zu den entsprechenden Zeiten beim „Klappern“ in den Waldorfer Straßen begegnen. Die Kinder zogen in mehrere Gruppen aufgeteilt begeistert durch den Ort. So freuen sich jährlich immer wieder die älteren Mitbürger, wenn die Jugend die alten Traditionen fortsetzt und an die nachfolgenden Generationen weitervererbt.

In Waldorf war diese Gruppe mit ihren Klappern am Karsamstag unterwegs. Foto: WK

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