Politik | 29.08.2014

Staatsekretärin Beate Reich informiert zur Patientenverfügung

„Nehmen Sie sich die Zeit!“

Kreis Ahrweiler. Jede medizinische Maßnahme bedarf der Zustimmung der oder des Betroffenen. Ist jemand selbst noch entscheidungsfähig, kann sie oder er die Einwilligung erteilen oder nicht. Was aber geschieht, wenn ein Mensch nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern?

„Für diesen Fall hat der Gesetzgeber 2009 die Möglichkeit der Patientenverfügung geschaffen. Jede und jeder einwilligungsfähige Volljährige kann für den Fall ihrer oder seiner Einwilligungsunfähigkeit schriftlich festlegen, ob sie oder er in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen seines Gesundheitszustands, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt“, führt Staatssekretärin Beate Reich aus und betont: „Die Erklärung muss für die konkrete Behandlungssituation den Willen der oder des Erklärenden eindeutig wiedergeben und sicher feststellen lassen.“

Die meisten Menschen sterben heute nicht zu Hause, sondern im Krankenhaus oder in der Pflegestation eines Altenheims. Damit geht oft die Angst einher, dass man nicht in Ruhe und Würde sterben darf und dass das Leiden und Sterben möglicherweise unnötig in die Länge gezogen wird.

In einer Patientenverfügung kann schriftlich für den Fall der Entscheidungsunfähigkeit im Voraus festgelegt werden, ob und wie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden soll. Das Gesetz definiert die Patientenverfügung als schriftliche Festlegung einer volljährigen Person, ob sie in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen ihres Gesundheitszustands, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt. Die Patientenverfügung kann um Bitten oder bloße Richtlinien für eine Vertreterin oder einen Vertreter sowie für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte und das Behandlungsteam ergänzt werden. Zudem können persönliche Wertvorstellungen, Einstellungen zum eigenen Leben und Sterben und religiöse Anschauungen als Ergänzung und Auslegungshilfe der Patientenverfügung geschildert werden. Auf diese Weise kann Einfluss auf eine spätere ärztliche Behandlung genommen und das Selbstbestimmungsrecht gewahrt werden, auch wenn man zum Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr ansprechbar und nicht mehr einwilligungsfähig ist.

„Zu beachten ist, dass die Patientenverfügung nach der ausdrücklichen Regelung des Gesetzes schriftlich abgefasst sein muss. Mündliche Erklärungen sind zwar nicht ohne jede Wirkung - sie können aber nur Berücksichtigung finden, wenn es um die Frage geht, was der mutmaßliche Wille der einwilligungsunfähigen Patientin oder des Patienten wäre. Wenn man also sein Selbstbestimmungsrecht als künftige Patientin oder Patient wahren und eine echte Patientenverfügung abfassen möchte, ist eine schriftliche Erklärung zwingend notwendig. Einer notariellen Beurkundung bedarf es demgegenüber nicht“, erläutert die Staatssekretärin.

„Ich kann den Bürgerinnen und Bürgern nur raten: Nehmen Sie sich die Zeit und setzen Sie sich mit den Möglichkeiten einer Patientenverfügung auseinander“, so Beate Reich und betont: „Niemand ist verpflichtet, eine Patientenverfügung zu machen. Die Freiwilligkeit ist sogar ausdrücklich in das neue Gesetz aufgenommen worden. Deshalb kann jede Bürgerin und jeder Bürger für sich entscheiden, keine Vorsorge zu treffen. Man gibt damit jedoch möglichweise die Entscheidung über wichtige Fragen ab.“

Informationen

Weitere Informationen zur Patientenverfügung kann der Broschüre des Ministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz „Wer hilft mir, wenn …“ und der Broschüre des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz „Patientenverfügung“ entnommen werden. Beide Broschüren stehen auf den Homepages der jeweiligen Ministerien zum Download bereit.

Pressemitteilung des

Ministeriums der Justiz und

für Verbraucherschutz

Rheinland-Pfalz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Remagen tritt dem Ahrtal-Tourismus bei

  • K. Schmidt: Remagen gehört also zum Ahrtal, Grafschaft anscheinend auch... Hat man auch mal Köln, Hamburg oder München gefragt?
  • K. Schmidt: Diese Pressemeldung liest sich zunächst mal positiv. Aber ist sie das auch? Ja, es wurden wieder Maßnahmen abgeschlossen. 600 sind noch nicht begonnen. Unter 150, die laufen, sind auch welche, die laufen...

Ab 14.12.: Neue Buslinien in Remagen

  • Max Mustermann: Wie immer "super" gelöst: wir verbessern an einer Stelle und verschlechtern an einer andere :-( ...und natürlich nicht vergessen sich zu feiern, wie toll wir sind....
Dauerauftrag
Alles rund ums Haus
Daueranzeige
Anzeige What
Kirmes in Hemmessen, 18.01.26
Malermeister in Rheinbach: Sauber, schnell & zuverlässig, Tapezier- und Lackierarbeiten sauber und
Bürgermeisterwahl 2026
Anzeige KW 3
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel

Allgemeine Berichte

Kostümflohmarkt in Hemmessen

Bad Neuenahr. Jeck, bunt und radedoll geht es im Veedelstreff DomCafé (vorm. Café Degen), Uhlandstraße 2 in Hemmessen zu. Henny Stenzel löst ihren Kostümfundus auf. „Über Jahre hat der sich angesammelt“, so die umtriebige Wirtin des ehemaligen Hotel-Restaurants „Zum Ahrtal“, das für seine mitreißenden Veranstaltungen bekannt war. „Nun wird es Zeit“, so Stenzel, die auch Chefin der Karnevalsgruppe...

Weiterlesen

Marie-Christin Ockenfels setzt sich für die Lösung von Problemen in der Region ein

Wiedtalbad-Förderung: Schneller Austausch mit dem Innenministerium

Wiedtal. Die Entscheidung einer Stiftung, ihre Millionen-Spende für das Wiedtalbad zurückzuziehen, ist ein schwerer Rückschlag für die Region. Das Wiedtalbad ist ein zentraler Ort für den Schul- und Vereinssport, für Familien und vor allem für das Schwimmenlernen von Kindern.

Weiterlesen

Kreis Ahrweiler. Die Vorbereitungen für das nächste Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler haben begonnen. Wer macht mit? Wer möchte einen Beitrag für die Ausgabe 2027 verfassen? Landrätin Cornelia Weigand und Redaktionsleiter Jürgen Kempenich rufen Autorinnen und Autoren aller Altersgruppen zur Mitarbeit auf. Insbesondere ermutigen sie Schülerinnen, Schüler und Jugendliche, sich mit Beiträgen zu beteiligen.

Weiterlesen

Baumfällung & Brennholz
Stellenanzeige Pflegefachkräfte
Angebotsanzeige (Januar)
Image
Daueranzeige (Januar 26)
Werbeplan 2026
Imageanzeige
Daueranzeige 2026
Titelanzeige
Stellenausschreibung "Sachbearbeiterin" - Auftraggeber Regina Elsting
Unternehmen erfolgreich regional
Närrisches Wochenende Linz
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige ZFA
Rg.adresse:  BEST gGmbH Mainzer Str. 8 56154 Boppard