Politik | 24.11.2014

Rund 500 Teilnehmer beim antifaschistischen Gegenprotest

Neonazis und Rechtsradikale kamen nur noch mit rund 140 Personen nach Remagen

Etwa 700 Polizisten riegelten die Demonstrationswege hermetisch ab - Unruhig wurde es an der Fachhochschule - Linke warfen Steine, Böller und Obst

Die Rechtsradikalen marschierten vom Bahnhof durch die Unterführung zur Schwarzen Madonna. -ab-

Remagen. Im Ausnahmezustand befand sich am Samstag die Stadt Remagen. Angesagt war zum sechsten Mal der Aufmarsch der Rechten mit ihrem „Gedenkmarsch für die Toten in den alliierten Rheinwiesenlagern“. Doch nur noch 140 Neonazis und Rechtsradikale fanden sich zusammen. Dies war nur noch etwa die Hälfte der Teilnehmer im vergangenen Jahr. Deutlich größer war die Teilnehmerzahl der linken Demonstranten. Rund 500 Teilnehmer fand die Gegendemonstration von „Bündnis NS-Verherrlichung stoppen“, die ebenfalls, wie der rechte Aufmarsch, im Gebiet um die Fachhochschule und die Erinnerungskapelle „Schwarze Madonna“ mündete. Auf dem Außengelände der Fachhochschule Richtung Südkreisel fand eine Kundgebung des „Bündnis Remagen Nazifrei“ statt, das unter anderem von der Asta Koblenz, dem DGB, den Jusos, der Grünen Jugend und der Linksjugend unterstützt wurde. „Wir wollen den Neonazis lautstark entgegentreten und ein deutliches, aber friedliches Zeichen setzen“, hatte die Sprecherin der Grünen Jugend Bonn, Laila Riedmiller erklärt. Rund 700 Polizisten waren im Einsatz, um die Demonstrationswege hermetisch abzuriegeln, den rechten und linken Demonstrationszug zu begleiten und die beiden Gruppierungen voneinander fern zu halten. Eng wurde es an der Fachhochschule, wo die beiden Demonstrationszüge aufeinander trafen.

Gegen Geschichtsrevisionismus

Kurz vor der Kundgebung der Linken auf der Goethestaße, unweit der „Schwarzen Madonna“ hatte es zuvor in der Erinnerungskapelle einen ökumenischen Gottesdienst gegeben, der von rund 80 Gästen besucht worden war. Mitglieder des Bündnisses für Frieden und Demokratie Remagen hatten die Kapelle im Anschluss verhüllt. An der Vorderseite zur Straße hin hatten sie ein Transparent der Aussteigerorganisation „Exit Deutschland“ angebracht. Die Sprecherin des Bündnisses für Frieden und Demokratie, Michaela Schmitt, hatte betont, dass das Bündnis nicht möchte, dass die „Schwarze Madonna“ für den Geschichtsrevisionismus der Rechtsradikalen missbraucht wird.

Polizei verhinderte gewaltsames Aufeinandertreffen

Die Kundgebung des „Bündnis Remagen Nazifrei“ nutzten linke Demonstranten scheinbar für sich, um möglichst nah an den rechten Demonstrationszug der Neonazis heranzukommen. Der Kundgebungsort des „Bündnis Remagen Nazifrei“ lag kaum 30 Meter vom Demonstrationszug der Rechten entfernt. Beim Sammeln von Steinen, selbst im Innengelände der Fachhochschule, wurden linke Gruppierungen beobachtet. Die Polizei sperrte sofort das innere FH-Gelände ab. Als der rechte Demonstrationszug die Joseph-Rovan-Allee erreichte, wurde es nicht nur mit Trillerpfeifen, Sprechchören und Musik ausgesprochen laut, sondern linke Demonstranten warfen auch mit Obst, Böllern, Kartoffeln und Steinen in Richtung rechter Demonstranten. Ein Polizist wurde dabei leicht verletzt, konnte seinen Dienst aber weiter versehen. Zig Polizeibeamte stürmten darauf hin das FH-Gelände, um die linken Demonstranten zurückzudrängen.

Gegendemonstration abgebrochen

Dies wurde nun auch dem Asta-Vertreter zu kritisch, denn der friedliche Protest drohte umzuschlagen. Martin Windheuser verkündete über Mikrofon das Ende der Demonstration des „Bündnis Remagen Nazifrei“. Schon im Vorfeld hatten Linke versucht, an den Zuwegungstraßen zwischen Goethestraße und Alte Straße beziehungsweise Am Römerhof zur Route der Rechten vorzudringen. Doch durch den enormen Polizeieinsatz war ihnen dies nicht gelungen. Schade war für das Bündnis Remagen Nazifrei, dass ihre friedliche Kundgebung durch Linke, die wohl der autonomen Szene zuzurechnen sind, abgebrochen wurde. Der rechte Trauerzug setzte scheinbar ungerührt seinen Weg fort.

Mehrere Personen festgenommen

Wie der Pressemeldung der Polizei nach den Demonstrationszügen zu entnehmen war, konnte ein direktes Aufeinandertreffen der rechten und linken Gruppen durch die Polizeikräfte verhindert werden. Aus unterschiedlichsten Gründen hätten einige Personen der linken Gruppe, von denen Böller, Steine und Obst geworfen waren worden, vorübergehend festgenommen werden müssen. In den späten Nachmittagsstunden war der Spuk vorbei. In der Innenstadt wurde unterdessen der „Tag der Demokratie“ ausgiebig und friedlich gefeiert. Rund 700 Gäste lauschten hier Kasalla und weiteren Musikgruppen ebenso, wie den Reden von Innenminister Roger Lewentz, Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Bürgermeister Herbert Georgi zum Tag der Demokratie in Remagen.

Ein Filmbeitrag zur Demonstration ist zu sehen unter:

www.BLICK-aktuell.tv

Auf dem Gelände um die Fachhochschule hatten sich die linken Gegendemonstranten versammelt.

Auf dem Gelände um die Fachhochschule hatten sich die linken Gegendemonstranten versammelt.

Die Rechtsradikalen marschierten vom Bahnhof durch die Unterführung zur Schwarzen Madonna. Fotos: -ab-

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