Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl
Kleine Schulweghelden, große Wirkung – Rheinbrohler Grundschule engagiert sich für Verkehrssicherheit
Rheinbrohl. Wie wichtig ein sicherer Schulweg ist, stand an der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl in den vergangenen Wochen besonders im Mittelpunkt.
Im Rahmen einer Verkehrswoche beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem richtigen Verhalten im Straßenverkehr, übten sicheres Verhalten als Fußgänger und setzten gemeinsam mit der Schulgemeinschaft wichtige Zeichen für mehr Verkehrssicherheit.
Dabei ging es nicht nur darum, Verkehrsregeln kennenzulernen, sondern vor allem darum, sie im Alltag anzuwenden und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Ein besonderes Highlight war die Aktion „Schulweghelden“. Dabei sammelten die Kinder morgens Stempel, wenn sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Roller zur Schule kamen. Ziel war es, möglichst viele Kinder zu einem aktiven Schulweg zu motivieren und damit Bewegung, Selbstständigkeit und Umweltbewusstsein zu fördern.
Wer den Schulweg aktiv zurücklegt, startet mit Bewegung und frischer Luft in den Tag und lernt, sich zunehmend sicher und eigenständig im Straßenverkehr zu bewegen. Gleichzeitig können weniger Elterntaxis vor der Schule dazu beitragen, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und gefährliche Situationen im Eingangsbereich zu vermeiden. Auch das gemeinsame Gehen mit Freunden stärkt das soziale Miteinander und macht schon den Weg zur Schule zu einem positiven Erlebnis.
Nach den Herbstferien fand die mit Spannung erwartete Siegerehrung statt. Den ersten Platz belegte die Klasse 3a, gefolgt von der Klasse 3b auf Platz zwei und der Klasse 2a auf Platz drei. Alle drei Klassen dürfen sich über eine ordentliche Finanzspritze für ihre Klassenkasse freuen. Möglich macht dies ein stiller Förderer der Astrid-Lindgren-Schule, der das Engagement der Kinder auf diese Weise großzügig unterstützt.
Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud überreichte die Auszeichnung und lobte die Aktion ausdrücklich. Er würdigte den vorbildlichen Einsatz der Kinder für einen bewegungsreichen und umweltbewussten Schulweg und ermutigte sie, diese gute Gewohnheit auch künftig beizubehalten. Denn jeder Schulweg, der zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Roller zurückgelegt wird, ist ein Gewinn für die Gesundheit, die Selbstständigkeit und die Sicherheit aller.
Auch im Unterricht wurde das Thema Verkehrssicherheit vertieft. Die Kinder beschäftigten sich mit der Fußgängerschulung, lernten wichtige Verkehrsregeln kennen und übten, Gefahren frühzeitig zu erkennen und richtig einzuschätzen.
Besonders nachhaltig ist das Lernen, wenn Wissen direkt in der Praxis angewendet werden kann. Deshalb nutzten die Klassen zahlreiche Gelegenheiten, das Gelernte bei Ausflügen und Wanderungen umzusetzen. Ob auf dem Weg zur Streuobstwiese, zum Schloss Arenfels, an den Rhein oder bei Wanderungen ins Umland – die Kinder konnten unterwegs aufmerksam beobachten, Verkehrsregeln anwenden und sicheres Verhalten im Straßenverkehr einüben.
Ein besonderes Zeichen für gelebte Verantwortung setzten die Schülerinnen und Schüler bei einem Ausflug an den Rhein: Dort sammelten sie gemeinsam Müll und leisteten damit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Die Aktion machte deutlich, dass Rücksichtnahme nicht an der eigenen Sicherheit endet, sondern auch die Verantwortung für die gemeinsame Umgebung einschließt.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein war der Abschluss der Aktion „Gelbe Füße“, die von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz unterstützt wird. Die Markierungen sollen Kindern helfen, geeignete Querungsstellen zu erkennen und ihren Schulweg sicherer zu bewältigen. Sie geben Orientierung und machen darauf aufmerksam, wo beim Überqueren einer Straße besondere Vorsicht geboten ist. Das sorgfältige Beobachten des Verkehrs und die eigene Einschätzung möglicher Gefahren bleiben dabei unverzichtbar.
Der Umsetzung ging eine intensive Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Gefahrenstellen voraus. Eltern und Kinder wurden zu kritischen Situationen auf den Schulwegen befragt. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für einen Informationsabend, bei dem gemeinsam mit der Polizei, der Verkehrsobfrau der Grundschulen sowie Vertretern der Verbands- und Ortsgemeinde mögliche Verbesserungen besprochen wurden.
Im Anschluss konnten die gelben Markierungen an den ausgewählten Stellen aufgebracht werden. Dabei erhielt die Schule tatkräftige Unterstützung durch den Bauhof der Verbandsgemeinde Bad Hönningen. Auch die Kooperation mit der KiTa Casa Feliz trug dazu bei, das Thema Verkehrssicherheit über die Schule hinaus aufzugreifen. Ergänzend wurden die von der Firma Speich aus Linz gesponserten Streetbuddies an geeigneten Stellen platziert. Die auffälligen Figuren sollen Autofahrer auf Kinder aufmerksam machen und zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr anregen.
Die Verkehrswoche hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielseitig und lebensnah Verkehrserziehung gestaltet werden kann. Die Kinder lernten nicht nur Regeln, sondern erfuhren unmittelbar, warum Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und eigenverantwortliches Handeln so wichtig sind. Bewegung, Umweltschutz und soziales Miteinander wurden dabei ganz selbstverständlich miteinander verbunden.
Zugleich wurde deutlich, wie viel sich erreichen lässt, wenn Schule, Eltern, Kindertagesstätte, Polizei, kommunale Vertreter und engagierte Unterstützer gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Ob bei den Schulweghelden, den praktischen Übungen im Straßenverkehr oder der Umsetzung der Gelben Füße – überall wurde sichtbar, dass Verkehrssicherheit eine gemeinsame Aufgabe ist.
Denn ein sicherer Schulweg beginnt mit Wissen und Aufmerksamkeit. Wirklich sicherer wird er aber erst dann, wenn alle Verantwortung übernehmen und gemeinsam handeln.
Ein weiterer Meilenstein war die Aktion „Gelbe Füße“, unterstützt von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Foto: VG Bad Hönningen
Die Verkehrswoche verdeutlichte eindrucksvoll, wie vielseitig und lebensnah Verkehrserziehung gestaltet werden kann. Foto: VG Bad Hönningen