Allgemeine Berichte | 30.06.2025

Ahrtalbahn: Wird es Diesel- oder Elektrozüge geben?

Schienen der Ahrtalbahn in Dernau.  Foto: WITE

Kreis Ahrweiler. Das Vorhaben, auf der wiederaufgebauten Strecke der Ahrtalbahn zunächst Dieseltriebwagen statt der geplanten Elektrozüge einzusetzen, stößt vielfach auf großes Unverständnias. Blick Aktuelll hakte bei Thorsten Müller, SPNV Verbandspäsident, nach.

Wird die Ahrtalbahn ab dem 01.01.2026 mit Elektrozügen, oder evtl. mit Dieselzügen bis 2033 verkehren?

„Natürlich sollen auf der elektrifizierten Ahrtalbahn auch elektrische Züge verkehren. Dazu stehen die beiden SPNV-Aufgabenträger in NRW und RLP in Verhandlungen. Diese sind noch nicht abgeschlossen. Wir sind vorsichtig optimistisch, dass die Vertragsgespräche zu einem positiven Ausgang führen. Es ist KEIN Ziel mit den bekannten Dieselzügen bis zum Ende des Verkehrsvertrags in 2033 zu fahren. Wir bitten um Verständnis, mehr zu den laufenden Vertragsgesprächen aktuell nichts sagen zu können.“

Stehen die Finanzierungsmittel für diese Elektrofahrzeuge (durch das Land) bereit?

„Die beiden gesetzlichen Zweckverbände in RLP erhielten bis 2024 ausschließlich die sogenannten Regionalisierungsmittel des Bundes, welche der Bund den Ländern insbesondere für den SPNV zur Verfügung stellt. Unter anderem der Anstieg der Preise und die Ausweitung der Busangebote der regionalen Hauptlinien hat dazu geführt, dass das Land RLP ab 2025 erstmals in den Bereich ÖPNV mit Bus&Bahn aufwachsend 190 Mio. Euro als Landesmittel steckt. Bis 2024 konnte man die Lücken mit Rücklagen schließen.

In Kenntnis der herausfordernden finanziellen Situation wurde von der Verbandsversammlung auch die Umsetzung eines 20 min Taktes unter einen Finanzierungsvorbehalt gestellt. Die VBVS hat sich seit Jahren intensiv mit der Finanzierungssituation durch das Land befasst und fordert eine Verlässlichkeit der Finanzierung. Der SPNV-Nord wäre nicht in der Lage, hohe Preise bei der Umstellung auf elektrische Fahrzeuge zu bezahlen. Im Rahmen der Vertragsgespräche sind wir vorsichtig optimistisch, die finanziellen Möglichkeiten mit den Kosten für elektrische Fahrzeuge in Einklang zu bringen.“

Wie ist der Stand bezüglich der bereits vor einiger Zeit öffentlich angekündigten vier neuen Haltepunkte an der Strecke (Bad Neuenahr-Mitte, Heppingen, Marienthal und Ahrbrück/Pützfeld)?

„Diese 4 neuen potentiellen Haltepunkte können nicht aus der Wiederaufbau-Finanzierung umgesetzt werden. Von Beginn an war deswegen klar, dass nur das GVFG - Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz verwendet werden kann. Voraussetzung für eine GVFG-Maßnahme ist eine positive Nutzen-Kosten-Untersuchung mit einem Wert > 1. Diese Untersuchung ist beauftragt, aber noch nicht abgeschlossen. Wir erwarten die Ergebnisse im Sommer 25.“

In der kommmenden Ausgabe folgen Stellungnahmen von PRO BAHN und Ahrtalbahnfreunden. Diese gehen mit den Vorhaben hart ins Gericht.

WITE

Schienen der Ahrtalbahn in Dernau. Foto: WITE

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Kommentare
02.07.202509:00 Uhr
Dr. Axel Ritter

Ich hatte Herrn Thorsten Müller von der SPNV RLP Nord bereits am 07.06.2025 schriftlich - per E-Mail - wegen dem weiterhin möglichen Einsatz von Dieselzügen auf der zukünftig Ende 2025, Anfang 2026, fertiggestellten Ahrtalbahn-Strecke angefragt und bereits am 08.06.2025 einen Beitrag dazu u.a. in meiner Facebook-Gruppe „Keine klassische Elektrifizierung der Ahrtalbahn-Strecke“ veröffentlicht!

Igor Schulz antwortete am 02.07.202511:57 Uhr

Danke für Ihren Kommentar! Bin bei vielen Ihrer Kritikpunkte Ihrer Meinung.
Ob BEMU für den Ahrtalbahneinsatz tatsächlich ideal wären, sei dahin gestellt. Denn auch diese sind auf den Fahrdraht angewiesen, den sie beim Laden bislang regelmäßig herunter holen und dabei ganze elektrifizierte Bahnhöfe bis zur Reparatur der Oberleitung stillegen.
Klimafreundlich, bimodal und oberleitungsfrei fahren "veraltete" Dieselhybridzüge in Frankreich mit HVO-Bahnkraftstoff: Nachträglich kostengünstig hybridisiert und bis zu 20 km am Stück allein mit Akku und Bremsenergierückspeisung unterwegs, bis der Diesel klimafreundlich mit HVO-Kraftstoff nachlädt. Dazu Null Oberleitung, geringste CO2-Vermeidungskosten und geringster CO2-Fußabdruck.
Quelle: Lok-Report 22.02.2022 und 16.07.2024

Ein tödlicher Kritikpunkt der fatalen Ahrtalbahnmodernisierung ist der fehlende Stromschlagschutz, siehe Petition.
Ich hoffe, Sie machen mit und verbreiten den Link dazu weiter.
Vielen Dank vorab.

30.06.202519:06 Uhr
Thomas R.

Ich lach mich kaputt. Da findet für etliche Mio. EUR Steuergelder eine Elektrifizierung der Ahrtalbahn statt. Selbst samstags und sonntags muss an der Eisenbahnstrecke gearbeitet werden. Und dann hat die Bahn keine Elektroloks... Schildbürgerstreich.

Igor Schulz antwortete am 01.07.202517:52 Uhr

Besser fahren auf der Ahrtalbahn Dieselzüge, solange dort die Stromschlaggefahren nicht wirksam herabgesetzt sind. Bunte Blitzchen-Aufkleber sind kein Stromschlagschutz.

Machen Sie mit? Unter changeorg läuft eine Petition für mehr Stromschllagschutz an elektrifizierten Bahnstrecken.
"sicherheitsmaßnahmen-für-zugang-zu-bahngelände-und-abstellgleise-verstärken"

Jede Stimmme wid gebraucht, denn Politik und Bahnkonzern sitzen das Thema aus.

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