Allgemeine Berichte | 24.03.2026

Treffen der Migrationsberatungsstellen im Kreis Ahrweiler

Wie soll Integration ohne Deutschkenntnisse gelingen?

Maryna Balan (ÖFH), JMD-Praktikant Benedikt Nisik (Caritas), Maria Schön (DRK), Ania Sikkes, Ruth Fischer (beide Caritas), Imad Mardo (ÖFH)

Vertreterinnen und Vertreter der Migrationsberatungsstellen im Kreis Ahrweiler tauschten sich über die Folgen des Zulassungsstopps sowie andere restriktive Regelungen für Integrationskurse und deren Folgen aus.

Kreis Ahrweiler. Mitte März trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Migrationsberatungsstellen im Kreis Ahrweiler zum Austausch über den Zulassungsstopp und andere restriktive Regelungen für Integrationskurse. Hintergrund des Gesprächsthemas ist der Bearbeitungsstopp von Anträgen zur Zulassung zu Integrationskursen durch das BMI und das BAMF.

Davon betroffen sind Migrantinnen und Migranten, die nicht zu einem Integrationskurs verpflichtet sind. Die Folgen dieses Stopps sind für sie gravierend: Sie werden sowohl von Sprachförderung als auch von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Zudem sinken ihre realistischen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch Zugewanderte, die zu einer Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet sind, werden vom Bearbeitungsstopp des BAMFs beeinflusst. Viele geplante Kurse können aufgrund zu geringer Teilnehmendenzahlen nicht stattfinden und werden ständig verschoben. Dies wirkt sich zusätzlich nachteilig auf die Träger der Kurse sowie die Lehrkräfte aus.

Im Austausch wurde außerdem festgestellt, dass sich aktuell verstärkt die Konsequenzen der Reform der Integrationskurs-Richtlinien aus dem letzten Jahr zeigen. Seitdem sind beispielsweise keine kostenfreien Wiederholungen der B1-Sprachprüfungen mehr möglich. Migrantinnen und Migranten, die diese Prüfung nicht bestanden haben, suchen nun vermehrt die Migrationsberatungsstellen auf. Ruth Fischer vom Caritas-Jugendmigrationsdienst erklärt: „Besonders für junge Zugewanderte hat das fatale Auswirkungen auf deren berufliche Perspektive. Für die Aufnahme einer Berufsausbildung ist in der Regel Deutsch-Sprachniveau B2 erforderlich. Ohne Sprachzertifikat B1 gibt es jedoch keine Möglichkeit, einen B2-Kurs zu besuchen.“

Die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V., des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Ahrweiler e.V. sowie des Jugendmigrationsdienstes des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr e.V. waren sich nach dem Gespräch einig: „Der Diskurs in Deutschland zu diesem Thema geht in die falsche Richtung.“ Es brauche in Deutschland qualifizierte Fachkräfte. Zugewanderte bräuchten gute Deutschkenntnisse, damit sie über eine Berufsausbildung einen Arbeitsplatz erhalten können und somit auch Beiträge in die Sozialversicherungen leisten können.

Wer Zugewanderte beim Deutschlernen unterstützen möchten, kann sich gerne an die genannten Migrationsberatungsstellen wenden.

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Maryna Balan (ÖFH), JMD-Praktikant Benedikt Nisik (Caritas), Maria Schön (DRK), Ania Sikkes, Ruth Fischer (beide Caritas), Imad Mardo (ÖFH) Foto: Imad Mardo

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