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Kinderhilfe Tschernobyl sucht Gastfamilien für das nächste Jahr

21 Kinder aus Weißrussland erholen sich derzeit in Neuwied

21 Kinder aus Weißrussland
erholen sich derzeit in Neuwied

21 Kinder aus Weißrussland verbringen derzeit drei Wochen in Heimbach-Weis und Umgebung. Ihr Aufenthalt ist nicht nur Urlaub sondern dient der Stärkung des Immunsystems.Foto: FF

27.06.2019 - 09:54

Neuwied. Einundzwanzig Mädchen und Jungen mit drei Betreuern aus Weißrussland genießen derzeit ihre Ferien in Neuwied. Allein zum Vergnügen sind die Kinder aber nicht da. Ihr Aufenthalt hat einen ernsten Hintergrund. Es sind Kinder und Enkel jener Generation, die 1986 den Supergau im Atomkraftwerk Tschernobyl miterlebte und bis heute unter den Folgen leiden. Vor allem dienen die drei Wochen der Regeneration und der Stärkung des Immunsystems. Und nicht nur das: Ebenfalls kommen die Kinder in den Genuss einiger Untersuchungen. Ein Optiker misst die Sehstärke und wenn nötig, gibt es eine Brille. Eine Physiotherapeutin und ein Zahnarzt gehören ebenfalls zum Netzwerk freiwilliger Helfer. Dass der Zahnarzt meistens fündig wird, liegt nicht an der fehlenden Mundhygiene. „In den meisten Fällen sind Vitamin- und Mineralmangel der Grund“, erklärt Christel Weißenfels, die Vorsitzende der Freu(n)de für Belarus.

Die Region Gomel, aus der die Kinder kommen, ist nämlich nicht nur von der Strahlung, sondern auch von Armut betroffen. Zwar gibt es fast alles zu kaufen aber die Menschen können es sich nicht leisten.

Neben dem Aufenthalt der Kinder in Heimbach-Weis und Umgebung, kümmern sich die Ehrenamtlichen aus dem Verein um die Menschen vor Ort. Jedes der Gastkinder wurde nach der Ankunft mit Kleidung ausgestattet. Darüber hinaus hat es eine Kiste für die Familie daheim packen dürfen. Das die Kiste am Wochenende nicht mit im Bus nach Hause genommen werden kann, ist nur eine von vielen Herausforderungen für die Freu(n)de für Belarus. Strenge weißrussische Zollvorschriften erlauben die Einfuhr ins Land nicht so einfach. „Die Pakete werden von einer Hilfsorganisation ins Land eingeführt“, bedauert Hans-Peter Weißenfels. Der 2. Vorsitzende managt den Aufenthalt im Hintergrund und kümmert sich um die Koordination. Zum Programm zählen in diesem Jahr unter anderem Besuche bei den Rommersdorf-Festspielen, in der Deichwelle und im Technikmuseum in Speyer. Ein ganzes Netzwerk von Menschen unterstützt die Kinderhilfe. Eine Familie zahlt seit Jahren den Eintritt und die Verpflegung für das Piratenland. Ein ehemaliger Gastvater nimmt sich immer einen Tag frei, um den Bus nach Lochmühle zu fahren. Der Freizeitpark lädt die Kinder jedes Jahr kostenlos ein. Es gibt einen Konditor, der leckere Torten für die Kinder backt.


Unterstützer von unschätzbaren Wert


„Für alle diese Menschen sind wir unglaublich dankbar“, sagt Christel Weißenfels. Hinzu kommen Helfer, die die Betreuung der Kinder unter der Woche im Pfarrheim Heimbach-Weis unterstützen. Beispielsweise eine Schneiderin, bei der die Mädchen mit Freude Baby- und Kinderbekleidung für die Familie genäht haben. Am wichtigsten aber sind die Gastfamilien und ausgerechnet hier läuft es in diesem Jahr nicht rund. 2019 sind es, teilweise aufgrund unglücklicher Umstände, so wenige wie lange nicht. „Das ist schade. Man hilft ja nicht nur anderen, sondern tut sich auch selbst etwas Gutes“, sagt Hans-Peter Weißenfels. Gasteltern so berichtet er, bleiben häufig etliche Jahre mit „ihrem“ Kind in Kontakt. „Das macht schon Freude, wenn man Post bekommt und die Entwicklung der Kinder miterlebt“, ergänzt Christel Weißenfels.

Die Weißenfels gehören zu den insgesamt 130 Gastfamilien seit der Vereinsgründung vor 28 Jahren. Familie Brok ist von Anfang an dabei und viele andere seit etlichen Jahren. Doch einige Gastfamilien sind in die Jahre gekommen und gesundheitlich geht es nicht mehr. Kinder können durchaus viel Energie kosten. Erfahrungsgemäß passen die Achtjährigen besser in Familien, während die selbstständigeren Sechszehnjährigen durchaus gut bei älteren Leuten untergebracht sind.

Die „Freu(n)de für Belarus“ suchen daher dringend für 2020 weitere Familien. Entweder ganz neue oder ehemalige Gasteltern, die für ein paar Jahre ausgesetzt haben. Wer sich die Beherbergung allein nicht zutraut, kann auch in der Gemeinschaft aktiv werden. „Wir haben den Fall, bei dem das Kind bei einer Familie wohnt, aber zwei andere Familien sich um die Fahrten bzw. die Verpflegung kümmern“, berichtet Hans-Peter Weißenfels. Diese Tage sind die Kinder in den Vorbereitungen für das Abschlussfest. Dann bedanken sich die Gäste mit Theater, Gesang oder anderen Überraschungen auf ihre Weise bei ihren Gastgebern. FF

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Kommentare

Muss hier erst etwas Schlimmes passieren?

Martina Hessel:
Da passt kein Krankenwagen-Feuerwehr bzw.Müllabfuhr !!So sieht es aus in der Königsberger Straße! Durch die parkenden Autos kommt kaum ein Rettungsfahrzeug um die Kurve, selbst die Mieter der Garagen haben Schwierigkeiten aus diesen heraus zu fahren. Beim Ordnungsamt ist das Büro leider sehr selten oder gar nicht besetzt. Eine Um- Weiterschaltung auf's Diensthändy wäre hier bitter nötig!!!
Martina Hessel:
Herrlich Lieber Anwohner! Es Ist gut wenn ab und an da ein Bus; LKW; Großraum-Taxi; Anhänger steht. Dadurch ist die RENNSTRECKE Kurt-Schumacher-Straße Tabu und jeder muss vorausschauend fahren und sich ans Tempo halten. Achten Sie doch lieber mal darauf, wer die Autos zerkratzt; gegen die Zäune fährt, in der Kurve parkt- so das weder Krankenwagen; Feuerwehr noch die Müllabfuhr vorbei kommen!!!
Sascha Schäfer:
Komisch,da wird sich beschwert, Aber wenn meine Oma in ihrer GaragenAusfahrt zu geparkt wird und selbst das Ordnungsamt sich nicht rührt,da beschwert sich keiner, Jeder der fahren kann,kommt doch an dem Bus vorbei, So halten sich die "Fahrer"wenigstens an die ausgeschilderte Geschwindigkeit, Lächerlich,wegen einem Parkenden Bus so ein Fass aufzumachen,
juergen mueller:
Interessant - die Verlängerung der Buslinie bis zum "Gewerbegebiet A61". Hat die STADT hier schon vorgebaut in Bezug auf die Erweiterung des GVZ-A61?
juergen mueller:
Ich finde es bemerkenswert, WER alleine befindet, WANN Kunst im öffentlichen Raum duldbar ist und wann NICHT, auch unter dem Gesichtspunkt, nur weil man in einem Kulturausschuss seinen Platz hat, man darüber entscheiden kann, was Kunst ist und was nicht (was ich an der Qualifikation alleine anzweifle, denn dazu gehört weit mehr, als einen Sitz in einem Gremium zu haben, dass von Kunst im sprichwörtlichen Sinne keine Ahnung hat.
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