Allgemeine Berichte | 12.02.2026, 13:59 Uhr

Deutlich zugenommen haben die Nachtflüge

ADAC Luftrettung fliegt 7.786 Einsätze in Rheinland-Pfalz

"Christoph 66" bei einem Einsatz an der Ahr.Quelle: Stefan Goldmann
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Region. Die fliegenden Gelben Engel der ADAC Luftrettung sind 2025 erneut zu bundesweit rund 49.000 Einsätzen ausgerückt. Damit wurden die ADAC Rettungshubschrauber pro Tag im Durchschnitt zu 134 Notfällen alarmiert.

Das geht aus der zum heutigen Tag des Notrufs veröffentlichten Jahresbilanz der gemeinnützigen Rettungsdienstorganisation hervor. Unter den 48.908 Einsätzen (Vorjahr 49.048) waren mit 3.314 fünf Prozent mehr Flüge in der Dunkelheit. Ebenfalls um fünf Prozent auf 580 erhöhte sich die Zahl der hochanspruchsvollen Spezialeinsätze mit Rettungswinde.

Koblenz und Wittlich ganz vorne mit dabei

Die meisten Einsatzorte lagen 2025 wieder in Bayern mit 11.742 (Vorjahr 12.015), hier befinden sich auch die meisten Stationen. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 7.786 (7.907), Nordrhein-Westfalen mit 5.310 (5.603) und Niedersachsen mit 5.367 (5.394).

Bei den Stationen mit den meisten Alarmierungen liegen die ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 31“ in Berlin (2.430), „Christoph 18“ in Ochsenfurt (1.942), „Christoph 10“ in Wittlich (1.747) und „Christoph 23“ in Koblenz (1.744) auf den vorderen Plätzen.

In Rheinland-Pfalz sind fünf Rettungshubschrauber stationiert

„Christoph 66“ (Imsweiler/Westpfalz) brachte es auf 1.532 (1.609) Einsätze, davon 112 Einsätze mit der Winde. Im April 2023 hatte die ADAC Luftrettung nach einer EU-weiten Ausschreibung den Zuschlag für den dauerhaften Betrieb in der Westpfalz mit einer Vertragslaufzeit bis 2048 erhalten und darauf mit dem Bau der neuen Station begonnen, die voraussichtlich im Sommer 2026 bezogen wird.

„Christoph 5“, der seit 1973 in der dicht besiedelten Metropolregion Rhein-Neckar in Ludwigshafen stationiert ist, flog zu 1.359 (1.425) Einsätzen. „Christoph 77“ in Mainz seit Januar rund um die Uhr im Einsatz

Der Intensivtransport- und Rettungshubschrauber „Christoph 77“ flog 1.524 Einsätze (1.556). Seit dem 1. Januar 2026 steht er den Menschen in Rheinland-Pfalz wieder rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, zur Verfügung. Mit der Ausweitung des Flugbetriebs reagiert das Land auf veränderte Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung und eine zunehmend spezialisierte Krankenhauslandschaft.

Darüber hinaus leisteten weitere Stationen wie „Christoph 16“ (Saarbrücken) oder „Christoph 25“ (Siegen) Rettungseinsätze in Rheinland-Pfalz.

Häufigste Einsatzgründe waren in fast jedem dritten Fall (31 Prozent) Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und Verkehrsunfälle. Bei etwa jeder vierten Alarmierung (26 Prozent) lagen Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen vor. In 13 Prozent der Fälle diagnostizierten die ADAC Luftretter neurologische Notfälle wie zum Beispiel einen Schlaganfall, in acht Prozent war akute Atemnot oder Asthma die Ursache. Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche.

Nachtflüge und Windeneinsätze

Deutlich zugenommen haben im vergangenen Jahr die Flüge in der Dämmerung und Dunkelheit. Ihre Zahl stieg um fünf Prozent von 3.159 auf 3.314 an, darunter waren auch hochanspruchsvolle Notfalleinsätze in der Nacht mit Landung auf unbeleuchteten Plätzen. Möglich sind diese unter anderem durch spezielle Nachtsichtbrillen als Teil eines hochmodernen „Night-Vision-Imaging-Systems“, kurz NVIS genannt. Solche Einsätze fliegen die Crews von sechs Stationen: In Greven und Köln (beide Nordrhein-Westfalen), Senftenberg in Brandenburg, Sande in Niedersachsen, Ulm in Baden-Württemberg und Mainz in Rheinland-Pfalz. Letztere ist seit 1. Januar 2026 die vierte 24-Stunden-Station der ADAC Luftrettung.

Ebenfalls um fünf Prozent gestiegen ist die Zahl der Einsätze mit Rettungswinde. Die Crews der sechs Windenstationen in München, Murnau, Straubing (alle Bayern), Sande (Niedersachsen), Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und Hamburg flogen insgesamt 580 solcher hochanspruchsvollen Spezialeinsätze (Vorjahr 552). Die Winde mit 90 Meter Länge und einer Traglast von rund 250 Kilogramm ermöglicht an schwer erreichbaren Einsatzorten eine erheblich schnellere Versorgung und Rettung von Patienten. Die Windenhubschrauber stehen zudem in Katastrophenfällen zur Rettung von Menschen in Notsituationen zur Verfügung.

Mehr Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz

Ihr Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz hat die ADAC Luftrettung noch einmal verstärkt. Nicht nur mit zusätzlichen Windenhubschraubern und hochqualifizierten Crews, sondern auch mit zehn speziellen Fachberatern Luftrettung, die den Trägern des Rettungsdienstes sowie den zuständigen Behörden künftig bei der Bewältigung von Großschadensereignissen zur Verfügung stehen. In ganz Deutschland. Rund um die Uhr.

Mit einem eigenen Beauftragten für Bevölkerungsschutz stellen sich die fliegenden Gelben Engel künftig auch ihrer gestiegenen gesellschaftlichen Verantwortung bei der Stärkung der zivilmilitärischen Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen und Blaulichtorganisationen. So wie es die Bundesregierung fordert. Die ADAC Luftrettung bringt daher ihre Expertise nun auch bei Übungen mit der Bundeswehr zur Weiterentwicklung der gesamtstaatlichen Gefahrenabwehr ein.

Reform der Notfallversorgung umsetzen

Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft auch in Zukunft uneingeschränkt sicherzustellen, müsse die vom Bundesgesundheitsministerium aktuell vorangetriebene Reform der Notfallversorgung jetzt umgesetzt werden, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung. „Der Rettungsdienst muss weiterentwickelt werden. Wir brauchen dringend längere Einsatzmöglichkeiten auch in der Dunkelheit, flexiblere Arbeitszeitmodelle, eine flächendeckende digitale Vernetzung der Leitstellen und eine länderübergreifende Einsatz- und Bedarfsplanung mit einheitlichen Qualitätsstandards“, erklärte er.

Die Flotte

Die ADAC Luftrettung setzt bewusst auf eine Mehrflottenstrategie und kann so bedarfsgerecht, nachhaltig und kosteneffizient auf die komplexen Herausforderungen im Rettungsdienst sowie auf sämtliche Einsatzszenarien adäquat reagieren. Die Crews können bei ihrer Arbeit je nach Region und Anforderung auf modernste Rettungshubschrauber der Typen H135 und H145 von Airbus Helicopters zurückgreifen. Die Maschinen des Typs H145 sind besonders für höhere Zuladung und weitere Strecken bei Patientenverlegungen geeignet. Die Helikopter des Typs H135 sind wegen ihrer geringeren Größe besonders für Notfälle im innerstädtischen Bereich geeignet. Sie sind besonders wendig und verursachen weniger starken Abwind beim Starten und Landen. Zudem sind sie günstiger in der Anschaffung und verbrauchen weniger Kerosin. In der Zukunft setzt die ADAC Luftrettung auch auf die neue Rettungshubschrauber-Generation H140 von Airbus Helicopters, die das Beste aus beiden bisherigen Modellen vereint.

Pressemitteilung ADAC Mittelrhein

Nachtflüge sind besonders anspruchsvoll.Quelle: Andreas Knoefel

Nachtflüge sind besonders anspruchsvoll. Quelle: Andreas Knoefel

"Christoph 66" bei einem Einsatz an der Ahr. Quelle: Stefan Goldmann

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