Allgemeine Berichte | 12.03.2020, 10:12 Uhr

Anfassen ist tabu!

Achtung, Baby!

Der Deutsche Jagdverband (DJV) zum Umgang mit jungen Wildtieren

Berlin. Das Leben erwacht in der Kinderstube Natur. Besucher sollten auf Wildtierkinder Rücksicht nehmen. Sie sind oftmals allein, aber nicht hilflos: anfassen ist tabu. Der DJV gibt Verhaltenstipps.

Bereits jetzt haben die ersten Wildtiere Nachwuchs. Der Reiz mag groß sein, einen einsamen Junghasen anzufassen oder mitzunehmen. Diese falsch verstandene Tierliebe macht Wildtierkinder erst zu Waisen. Denn Rehe, Feldhasen oder Wildschweine lassen ihren gut getarnten Nachwuchs die meiste Zeit des Tages alleine – als Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Der DJV rät Naturliebhabern, Wildtiere aus sicherer Distanz mit dem Fernglas zu beobachten. Noch bis Ende Juli ist die Kinderstube Natur voll besetzt: Auch Küken von Stockente, Feldlerche oder Fasan bevölkern Wiesen und Äcker. Die Gefahr bei Ausflügen abseits der Wege: Nester, Küken und andere Jungtiere nehmen Schaden. Hunde sollten auf Ruf oder Pfiff hören. Über eine mögliche Leinenpflicht informiert das Ordnungsamt vor Ort.

Wie schützen sich Wildtierkinder in der Natur?

Hohes Gras, Schilf oder Dickicht sind ideale Verstecke für den Nachwuchs von Nestflüchtern. Dazu gehören beispielsweise Rebhuhnküken - sie sind ebenso gut getarnt wie junge Hasen. Bereits kurz nach der Geburt sind diese Tiere selbstständig und ihre Sinne und Reflexe voll entwickelt. Bei Gefahr verharren sie regungslos. Dieses Verhalten ist überlebenswichtig. Jungtiere wie Kitze sind mehrere Stunden täglich allein und werden nur zum Säugen von der Ricke aufgesucht. Auch Junghasen besucht die Mutter nur für zwei Mahlzeiten Milch am Tag.

Wildschweine haben Vorfahrt

Wildschweine verstecken ihren Nachwuchs oft im Schilf oder Brombeerdickicht. Verirren sich ungebetene Besucher in dieses Kinderzimmer, verteidigen Bachen ihre Frischlinge ohne zu zögern. Deshalb gilt: Menschen und Hunde sollten auf Wegen bleiben. Forscher haben übrigens herausgefunden, dass zahlreiche Wildtiere Menschen auf Wegen nicht als Bedrohung sehen. Die tierische Kinderstube liegt oftmals unentdeckt direkt daneben. Insbesondere in Stadtnähe wirken Wildschweine zutraulich. Das täuscht: Sollten sie mit ihrem Nachwuchs beispielsweise den Radweg blockieren, empfiehlt es sich, einen Umweg zu nehmen.

3 Kurztipps für Naturbesucher

1. Schauen: Ja, Anfassen: Nein!

Naturbesucher sollten quicklebendige Wildtierkinder nicht berühren oder mitnehmen. Einsam ist nicht hilflos: Die gut getarnten Jungtiere entgehen so hungrigen Fleischfressern wie dem Fuchs.

2. Auf Wegen bleiben

Jungtiere und Nester sind schwer zu sehen. Und wenn, dann ist es oft zu spät. Menschen sind nur zu Besuch in der Kinderstube Natur, entsprechend umsichtig sollten sie agieren.

3. Hunde anleinen

In jedem Hund steckt noch ein bisschen Wolf. Deshalb sollte er beim Spaziergang im Einflussbereich bleiben - notfalls an der Leine. Die Wildtiere danken es. Übrigens: Wildschweine verteidigen ihren Nachwuchs vehement - das kann schmerzhaft werden für neugierige Hunde.

Pressemitteilung

Deutscher Jagdverband

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Bei der Ehrung der Jubilare der Dagernova Ahr Winzer eG (von links): Jörg Röcker (15 Jahre), Markus Maldener (35 Jahre), Frank Weingartz (25 Jahre), Stefan Grisotto (25 Jahre, stellvertretender Kellermeister und Betriebsratsmitglied), Vorstand Dirk Wollersheim, Betriebsratsmitglied Ulrike Peters, Betriebsratsmitglied Gregor Kriechel und Vorstandsvorsitzende Heike Holzapfel.  Foto: Dagernova
139

Dernau. Zusammen stehen sie für ein Jahrhundert Erfahrung und Verbundenheit: Die Dagernova Ahr Weinmanufaktur / Ahr Winzer eG hat vier Mitarbeiter für ihre langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt. Vorstandsvorsitzende Heike Holzapfel und Vorstand Dirk Wollersheim gratulierten gemeinsam mit dem Betriebsrat und dankten den Jubilaren für ihren Einsatz.

Weiterlesen

Markus Feist (l.) hat das besondere Buch illustriert. Foto: privat
22

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Alexander von Humboldt als Kind kennenlernen – wissbegierig und immer mit offenen Augen für die Welt: Genau das war die Idee, aus der 2019 zwischen Dorothée von Humboldt und dem Illustrator Markus Feist ein ungewöhnliches Kinderbuchprojekt entstand. „Wie würde der berühmte Forscher Alexander von Humboldt in der heutigen Zeit sein Wissen auf einfache Weise vermitteln? Warum...

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Imageanzeige
Bratapfelsonntag
First Friday Anzeige für November
Bratapfelsonntag
Anzeige Aktionstage 03.11. - 10.11.26
Weitere Artikel
Eddie und Arvid
509

Junge Kater gemeinsam vermitteln

Verspielte Kater Eddie und Arvid suchen Zuhause

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zwei junge Kater suchen gemeinsam ein liebevolles Zuhause. Eddie und Arvid, zwei etwa fünf Monate alte Brüder, suchen gemeinsam ein liebevolles Zuhause. Die beiden Kater sind verspielt, neugierig und verschmust. Sie verstehen sich gut mit anderen Katzen und Menschen und genießen jede Streicheleinheit. Am liebsten möchten sie zusammen in ein Zuhause ziehen, in dem sie nach Herzenslust spielen, toben und kuscheln können.

Von Thomas Trösser aus Bad Hönningen

Weiterlesen

Der illuminierte Mariendom bot den wunderbaren Rahmen für die Aufführung der „Sunrise Mass“ durch Cantunnacum und ein Streichorchester der Rheinischen Philharmonie.
373

Cantunnacum begeistert im Mariendom

„Vom Himmel zur Erde“

Andernach. „Wunderbar“ schwärmte ein Besucher schon während des Konzertes im Mariendom. Der Andernacher Kammerchor Cantunnacum begeisterte im Zusammenspiel mit einem Streichorchester der Rheinischen Staatsphilharmonie das Publikum. So groß war der Andrang, dass das Konzert mit einigen Minuten Verspätung begann, da noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten. Mucksmäuschenstill war es, als ein Glockenläuten des Mariendoms den musikalischen Auftakt machte.

Von Heribert Heil aus Andernach

Weiterlesen