Allgemeine Berichte | 21.03.2024

Klimabündnis Koblenz

Achtung Kostenfalle: Wasserstoff nicht verheizen

Koblenz. Das Klimabündnis Koblenz warnt in einem offenen Brief an Oberbürgermeister David Langner in Koblenz davor, in der nun anstehenden kommunalen Wärmeplanung auf die Scheinlösung Wasserstoff zu setzen.

Dazu Charlotte Keul vom Klimabündnis: „Grüner Wasserstoff bleibt ein sehr rares und teures Gut. Während die Gaslobby in den Kommunen dafür wirbt, einen Großteil der bestehenden Gasnetze auf Wasserstoff umzustellen, drohen uns Verbraucherinnen und Verbrauchern doppelt so hohe Kosten durch das Heizen mit Wasserstoff als mit einer Wärmepumpe. Wir appellieren an Herrn Oberbürgermeister Langner: ‚Gehen Sie der Gaslobby nicht auf den Leim! Entscheiden Sie sich bei der kommunalen Wärmeplanung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger und der Stadt für einen zuverlässigen Ausstieg aus der fossilen Wärme - und gegen die Scheinlösung Wasserstoff zum Heizen‘.“

Der offene Brief wendet sich an alle Bürgermeister:innen Deutschlands, wurde vom Umweltinstitut München initiiert und bundesweit von mehr als 200 zivilgesellschaftlichen Gruppen unterzeichnet.

Koblenz hat den Auftrag zur kommunalen Wärmeplanung bereits vergeben. Die Stadt wird dabei in Wärmenetzgebiete, Gebiete mit dezentraler Versorgung oder Wasserstoffnetzgebiete eingeteilt. Der Auftrag ging u.a. an die EVM, die Mitglied des Lobbyverbands „Zukunft Gas“ ist. Er verspricht hohe Verfügbarkeiten und niedrige Wasserstoffpreise in der Zukunft. Ein breiter Konsens in Wissenschaft und Verbraucherschutz zeigt hingegen: Wasserstoff wird langfristig knapp und teuer bleiben und nicht für die Wärmeversorgung ausreichen, da die Herstellung sehr energieintensiv ist und er in der Industrie dringend gebraucht wird. Ein Vergleich der Gesamtkosten fürs Heizen mit Wasserstoff oder mit einer handelsüblichen Wärmepumpe ergab etwa doppelt so hohe Heizkosten bei der Wasserstoffheizung. Investitionen in Wasserstoff für die Wärmeversorgung drohen somit zur Kostenfalle zu werden.

Pressemitteilung des

Klimabündnis Koblenz

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