Ahrtalbahn: Kommt der 20-Minuten-Takt?
Ahrtal. Beim Wiederaufbau der Ahrtalbahn zwischen Walporzheim und Ahrbrück sind täglich Fortschritte sichtbar. Für die Firma Leonhard Weiß - ebenso die beteiligten Unternehmen - gibt es regelmäßiges Lob, auch von Touristen. Unmittelbar nach der Flutkatastrophe Mitte 2021 wurden in Remagen die Pläne für die Zukunft der Ahrtalbahn vorgestellt. Übereinstimmend betonten dort der damalige DB-Vorstand Ronald Pofalla, Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer sowie die Rheinland-Pfälzische Ex-Ministerpräsidentin, Malu Dreyer, dass die Bahnstrecke nach neuestem Stand der Technik wieder vollständig aufgebaut werde. Dies bedeute unter anderem eine Elektrifizierung sowie Elektronische Stellwerke. Durch spurtstarke Elektrozüge bietet sich nun die Möglichkeit, bis zu vier neue Haltepunkte einzurichten. Dies jedoch nicht beim Wiederaufbau, sondern erst nach umfangreichen Planunterlagen und Genehmigungen. Und der Bahnübergang in Dernau „Steinbergsmühle“ erhält eine Schrankenanlage. Die bereits verlegten Gleise nutzt die Firma Weiß für Material-Anlieferungen. Ein Dernauer Bürger hat an einem einzigen Zug 136 Schüttwaggons gezählt. Dies entlastet auch die Straßen erheblich.
Landrätin Cornelia Weigand dazu: „Wir stehen mit dem zuständigen Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Rheinland-Pfalz Nord in Kontakt, und werden regelmäßig über die Entwicklungen informiert. Da die Verhandlungen durch den SPNV Nord aktuell noch geführt werden, können wir uns hierzu noch nicht weiter äußern. Unser Ziel ist es, ein besseres Angebot für den öffentlichen schienengebundenen Personennahverkehr bis nach Ahrbrück zu schaffen, als vor der Flutkatastrophe 2021. Für dieses Ziel setzen wir uns als Kreis seit 2021 ein und dafür machen wir uns auch weiterhin stark.“
SPNV-Verbandspräsident Thorsten Müller sagt zum angekündigten 20-Minuten-Takt: „Vor dem Hochwasser war für die Zeit nach 2033 kein Zielfahrplan entwickelt worden. Deswegen wurde schnell nach dem Hochwasser ein Zielfahrplan für die Ahrtalstrecke entwickelt, der einen 20-Minuten-Takt unterstellt. Es ging dabei darum, wie diese Strecke auch für den Eisenbahnbetrieb aufgebaut wird. Der Begriff „Zielfahrplan“ wird hier verwendet wie beim Deutschland-Takt, der auch einen Zielfahrplan darstellt, aber damit nicht gleichzeitig vertraglich vereinbart ist.
Um ein Betriebsprogramm auch zu bestellen und dann konkret umzusetzen, sind insbesondere die finanziellen Voraussetzungen zu betrachten. Deswegen wurde von der Verbandsversammlung auch die Umsetzung unter einen Finanzierungsvorbehalt gestellt. Das heißt der 20-Minuten-Takt war von Beginn an unter Finanzierungsvorbehalt. Die aktuellen Haushaltsmöglichkeiten lassen aber eine Bestellung eines 20-Minuten- -Taktes nicht zu. Der Vorbehalt greift also aktuell. Gleichzeitig ist es aber weiterhin die Absicht des Kreis Ahrweiler, den Takt für eine 2. Betriebsstufe nicht aus dem Blick zu verlieren. Nur können wir dafür aktuell kein Jahr angeben. Das Ziel eines 20-min-Taktes bleibt erhalten. Die RB 30 wird in Ahrbrück zur Minute 3 starten und nach 70 Minuten in Bonn zur Minute 13 ankommen. Die RB 39 wird in Ahrbrück zur Minute 43 starten und Remagen zur Minute 226 erreichen. Damit wird der vor Hochwasser bekannte 20/40 Takt beibehalten.“
Wird es stündlich eine durchgehende Verbindung Ahrbrück - Köln, Wuppertal oder Dortmund (oder ggf. andere)geben? Nach Auslaufen des RB 48 Verkehrsvertrages in NRW besteht erstmals die Möglichkeit, in einer neuen Konzeption die RB 48 mit der RB 30 zu verknüpfen. Eine Verknüpfung ist nicht während der Laufzeit des VAREO-Vertrages bis 2033 vorgesehen gewesen. Ob diese Verknüpfung dann wirklich umgesetzt oder andere Konzepte verfolgt werden, wird im Rahmen der Vorbereitung der neuen Vergabeverfahren gemeinsam zwischen den Partnern in NRW und RLP zu entscheiden sein.“ Hiergegen gibt es heftige Widerstände. WITE
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"Ein Dernauer Bürger hat an einem einzigen Zug 136 Schüttwaggons gezählt." Wie bitte?
Was in deutschen Märchen so alles möglich ist, entspricht leider nur in Übersee und anderen weit entfernten Bahnen der Realität.
Realität sind an der Ahrtalbahn jedoch schon bald tödliche Bahnstromgefahren, auch, wenn Politik und Bahnkonzern davon nichts wissen wollen.
Wer etwas für mehr Stromschlagschutz an der Ahrtalbahn tun möchte, kann gerne bei dieser Petition mitmachen:
Bitte googlen changeorg sicherheitsmaßnahmen-für-zugang-zu-bahngelände-und-abstellgleise-verstärken
Jede Stimme zählt, vielen Dank!
Die Elektrifizierung der Ahrtalbahn gibt leider Anlass zu einer Petition, die dringend für mehr Stromschlagschutz plädiert.
Zu Recht, denn etw alle zwei Wochen passiert in Deutschland ein häufig tödlicher Bahnstromunfall, da zeitgemäßer Stromschlagschutz fehlt - so auch an der Ahrtalstrecke!
Machen Sie bitte mit und googlen change.org/p/sicherheitsmaßnahmen-für-zugang-zu-bahngelände-und-abstellgleise-verstärken
Ein einziger Schotterzug aus angeblich 136 Waggons auf der Ahrtalbahn? Ein nettes Märchen.
Traurige Realität ist hingegen der häufige Stromtod an elektrifzierten Bahnstrecken, da es sichtlich an zeitgemäßem Stromschlagschutz mangelt. So auch bei der elektrifizierten Ahrtalbahn.
Daher die Bitte an alle Leser um Unterstützung der folgende Petition:
https://www.change.org/p/sicherheitsmaßnahmen-für-zugang-zu-bahngelände-und-abstellgleise-verstärken
Jede Stimme zählt und ist bitter nötig, denn Politik und Bahnkonzern reagieren nur auf öffentlichen Druck.
Vielen Dank!