Allgemeine Berichte | 28.09.2018

Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Ahrweiler e.V.

Aktion „Bildungschancen für alle Kinder“ zum Weltkindertag

Bildungs- und Teilhabepaket ist mit 100 Euro zu niedrig angesetzt

Der Deutsche Kinderschutzbund macht am Weltkindertag auf die ungleichen Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufmerksam.Susanne Tessa Müller

Kreis Ahrweiler. Mit der Aktion „Mogelpackung Bildungs- und Teilhabepaket - Halbvoll ist halbleer, wenn es um Bildung geht“ machte der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Kreisverband Ahrweiler e.V. am Weltkindertag auf die ungleichen Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufmerksam.

Im Rahmen des in der Grundschule Bad Neuenahr wöchentlich im Nachmittagsbereich ehrenamtlich von Michaela Wolff, Beisitzerin im Vorstand, geleiteten Projektes „Entdecken Staunen, Lernen“ wurde eine Ladentheke aufgebaut, auf der sich die für eine/n Erstklässler/in benötigten Schulmaterialien befanden, die für ein Schuljahr unbedingt notwendig sind und Bildung und Teilhabe ermöglichen.

Die zugrunde gelegte Einkaufsliste wurde vorab in Zusammenarbeit mit den Kindern und der Schule vor Ort erarbeitet. Anhand des Budgets von rund 100 Euro, die aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für Familien zur Verfügung stehen, sollte erfahren und diskutiert werden, wo die Grenzen des aktuellen Fördersystems liegen. Hierzu waren SchülerInnen, Eltern, Gäste, Lehrer und Politiker eingeladen.

Beim Einkaufen stellten alle Besucher an der Ladentheke schnell fest, dass 100 Euro auch bei großer Sparsamkeit bei weitem nicht ausreichen, um eine zufriedenstellende Grundausstattung für den Schulbesuch anzuschaffen. Rektorin Ursula Bell von der Grundschule Bad Neuenahr zeigte sich hierbei besonders kinderfreundlich. Sie mochte auf eine Schultüte mit Inhalt für den Schulstart nicht verzichten und versuchte lieber, in anderen Bereichen einzusparen. „Teilhabe beginnt auch bei der Ermöglichung von Einschulungstraditionen wie der Einschulungsfeier mit Schultüte“, begründet Ursula Bell ihre Entscheidung.

Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hängt immer noch zu stark von der sozialen Herkunft ab. Gegenwärtige Förderinstrumente wie das Bildungs- und Teilhabepaket können die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen, die in Armut aufwachsen, nicht ausgleichen. Im Paket enthalten ist ein Schulbedarf von 100 Euro, der wirkliche Bedarf ist aber oft mehr als doppelt so hoch.

Studien belegen, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien folglich nicht an allen Bereichen der Bildung teilhaben können. Familien in höheren Einkommensgruppen wiederum investieren bis zu drei Mal so viel in die Bildung ihrer Kinder.

„Bildung ist ein wichtiges Kinderrecht und sollte allen Kindern gleichermaßen zugutekommen. Hierfür müssen grundlegende Schulmaterialien Kindern und Jugendlichen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Hundert Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket reichen nicht aus“, führt DKSB-Präsident Heinz Hilgers aus.

Im Ergebnis wird deutlich, dass Maßnahmenpakete wie das Bildungs- und Teilhabepaket – wie aktuell gestaltet – keine Instrumente sind, um tatsächliche Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Grundlegende Maßnahmen und ein verändertes Bewusstsein sind notwendig, um allen Kindern gleiche Bildungschancen zu bieten.

Der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Ahrweiler setzt sich seit seiner Gründung vor 26 Jahren für die Interessen von Kindern sowie für Veränderungen in Politik und Gesellschaft ein. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Kinderrechte, Kinder in Armut, Gewalt gegen Kinder, sowie Kinder und Medien.

Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Ahrweiler e.V., Neuenahrer Straße 11, 53474 Ahrweiler, Telefon (0 26 41) 7 97 98, E-Mail: info@kinderschutzbund-ahrweiler.de, Website: www.kinderschutzbund-ahrweiler.de.

Der Deutsche Kinderschutzbund macht am Weltkindertag auf die ungleichen Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufmerksam.Foto: Susanne Tessa Müller

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