Allgemeine Berichte | 13.03.2026, 12:23 Uhr

Keramikmuseum startet mit neuer Präsentation ins Jubiläumsjahr

Ausstellung zu „Superstoff Keramik“ in Höhr-Grenzhausen

Der experimentelle Flugkörper SHEFEX II des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ist mit keramischen Hitzeschildern ausgestattet. Einer davon ist in der neuen Ausstellung des Museums zu sehen
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Höhr-Grenzhausen. Am Mittwoch, 18. März, um 14 Uhr, eröffnete das Keramikmuseum Westerwald feierlich die neue Dauerausstellung „Superstoff Keramik – Vom Vorratstopf zum Datenspeicher“. Passend zu seinem 50-jährigen Jubiläum rückt es darin die Keramikindustrie in den Fokus, die von Beginn an eng mit dem Museumskonzept verbunden war.

1976 gründete der Westerwaldkreis das Keramikmuseum Westerwald, das zunächst mit dem Zusatz „im Aufbau“ in der Schillerschule in Höhr-Grenzhausen eingerichtet wurde. Träger war damals ein Förderkreis, der sich aus dem Westerwaldkreis, den Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen und Ransbach-Baumbach sowie lokalen Keramikfirmen zusammensetzte. Grundstock des Bestandes waren Objekte aus dem ehemaligen Kreisheimatmuseum in Montabaur und aus dem Besitz der Stadt Höhr-Grenzhausen. Binnen kurzer Zeit konnten die Sammlungsbestände und die Aktivitäten so erweitert werden, dass der Westerwaldkreis nach Übernahme der Trägerschaft das heutige Museum errichtete.

Seit 50 Jahren zeigt das Museum nun, welch revolutionäres Material Keramik ist. Durch seine Herstellung wurde es beispielsweise möglich, Lebensmittel zu lagern, sicher zu transportieren und vor dem Verderben zu schützen. Auch das Eindämmen von Krankheiten wie Typhus und Cholera ist unter anderem keramischen Wasserleitungen und Filtern zu verdanken, denn diese sorgten für eine bessere Hygiene. Mit seinen einzigartigen Eigenschaften ist Keramik mittlerweile unverzichtbar, sei es im Bauwesen, der Medizin, der Raumfahrt oder der Umwelttechnologie.

Die Ausstellung schlägt den Bogen zurück zu den Anfängen und zeigt in einem in dieser Art bisher einzigartigen Schaudepot die technische Keramik als begehbaren Lehrkoffer. In einem innovativ konzipierten Raum wird deutlich, wie vielseitig und essenziell der „Superstoff“ für unser Leben ist.

Möglich wurde die Ausstellung dank der finanziellen Förderung der Alexander-Tutsek-Stiftung und des Bildungs- und Forschungszentrums Keramik (BFZK) sowie materieller Spenden von zahlreichen Unternehmen. Ein besonderer Dank gilt Heike Corcilius, Andreas Baaske, Prof. Dr. Gernot Klein und Michael Specht für ihr ehrenamtliches Engagement bei der inhaltlichen und organisatorischen Gestaltung des Raumes.

Zur feierlichen Eröffnung kommt nach der Begrüßung durch Landrat Achim Schwickert die Stiftungsmanagerin der Alexander-Tutsek-Stiftung, Barbara Kunze, zu Wort. Anschließend gibt Prodekan Prof. Dr.-Ing. Pascal Seffern, BFZK/Hochschule Koblenz, interessante Einblicke. Um Anmeldung unter kontakt@keramikmuseum.de wird gebeten. Das Keramikmuseum befindet sich in der Lindenstraße 13 in Höhr-Grenzhausen.

Pressemitteilung Kreisverwaltung des Westerwaldkreises

Der damalige Landrat Dr. Norbert Heinen machte am 1. Oktober 1980 den ersten Spatenstich beim Bau des Keramikmuseums in der Lindenstraße.

Der damalige Landrat Dr. Norbert Heinen machte am 1. Oktober 1980 den ersten Spatenstich beim Bau des Keramikmuseums in der Lindenstraße. Foto: Archiv Keramikmuseum Westerwald

Der experimentelle Flugkörper SHEFEX II des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ist mit keramischen Hitzeschildern ausgestattet. Einer davon ist in der neuen Ausstellung des Museums zu sehen Foto: DLR (CC-BY 3.0)

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