Allgemeine Berichte | 07.09.2018, 16:35 Uhr

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. BUND Kreisgruppe Ahrweiler

Autobahnweiterbau der A1 in der Eifel jetzt stoppen!

Zahlreiche Umweltverbände bereiten fachliche Einwendungen vor und organisieren den Widerstand gegen Naturzerstörung und Ankurbelung des Autoverkehrs

Region. Eine Weile war es ruhig geworden um die A1 in der Eifel. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz in den Sommerferien das Planfeststellungsverfahren des Abschnittes Kelberg-Adenau eröffnet und die Planunterlagen formal veröffentlicht. Rückendeckung erhielten die Straßenplaner aus Berlin. Im jüngsten Bundesverkehrswegeplan hatte man den sogenannten „Lückenschluss“ sogar in den vordringlichen Bedarf hochgestuft, was bei Wirtschaftsvertretern als Durchbruch gefeiert wurde.

Diese Pläne könnten aber bald Makulatur sein; denn zahlreiche Umweltverbände sind derzeit dabei, fachlich und juristisch fundierte Einwendungen zu erarbeiten und den Widerstand vor Ort neu zu mobilisieren. Bis zum 24. September sollen sie bei der Genehmigungsbehörde eingebracht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Darin werden seitens des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Naturschutzbundes NABU erhebliche Bedenken geäußert. Diese reichen von der unausgleichbaren Zerstörung von Vogelschutz- und FFH-Gebieten, alten Wäldern, der Gefährdung von Trink- und Mineralwasserbrunnen und natürlicher Bachläufe sowie der Verlärmung stiller, touristisch wichtiger Erholungsregionen und bislang ruhiger Ortslagen bis hin zu verfahrensrechtlichen Fehlern, wie fehlende hinreichende Prüfung der Nullvariante und verträglicher, kleinerer Alternativen. „Die der Planung zugrunde liegenden Verkehrsprognosen sind fehlerhaft, überaltert und völlig überzogen“, so BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk aus Koblenz. „Der Niedergang des Nürburgrings und des Flugplatzes Hahn sowie der Bevölkerungsschwund in der Eifel werden ignoriert, man rechnet sogar mit einer Zunahme des Autoverkehrs und ködert die Bevölkerung mit der Darstellung, die Autobahn würde als Ortsumgehung gegen Schwerverkehr funktionieren.

B 51 umwidmen und optimieren

Das Gegenteil wird der Fall sein. Wer Straßen sät, wird Autoverkehr ernten. Und selbst wenn irgendwann einmal eine durchgehende Autobahn-Verbindung von Daun bis Blankenheim gebaut wäre, würden hier noch keine 20 000 Fahrzeuge verkehren. Auf den Haupt-Nord-Südrouten A 61 oder A 3 sind es jeweils dreimal so viel. Eine leistungsfähige Fernstraßen-Verbindung zwischen Köln und Trier besteht bereits mit der B 51 und A 60. Es gibt für PKW und LKW keine Lücke. Diese ideologischen und strategischen Pläne aus den Dreißigerjahren des letzen Jahrhunderts sollte man endlich beerdigen und dafür die B 51 zur A 1 umwidmen und dazu örtlich teilweise optimieren.“

Was fehlt, sei die Ertüchtigung der Bahnstrecke Köln-Gerolstein-Trier und der Ausbau eines attraktiven modernen Nahverkehrs in der Fläche. Dies entlastet die Landstraßen und die Luft, schont das Klima und kostet nur einen Bruchteil der Autobahn-Millionen. Diese Forderung wird auch unterstützt vom Landesverband des Verkehrsclub Deutschland VCD und dem neu gegründeten Bündnis für Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz. Und auch in Nordrhein-Westfalen kommen die Straßenplaner keinen Schritt weiter. Nach erheblichen Bedenken der Verbände und zahlreicher Bürger wurde das Planfeststellungsverfahren im Abschnitt Blankenheim-Lommersdorf auf Eis gelegt und die Trasse zwischen Lommersdorf und Adenau ganz neu geplant, teils sogar mit teuren Tunneln. Der Widerstand der Umweltverbände in NRW bleibt dennoch. BUND und NABU wollen sich den Einwendungen ihrer Kollegen aus Rheinland-Pfalz vollumfänglich anschließen.

Weitere Infos

Nähere Informationen und eine Mustereinwendung zum selbst Abgeben finden alle Bürgerinnen und Bürger unter www.bund-rlp.de/A1 oder über die Landesgeschäftsstelle des BUND.

Pressemitteilung

BUND Kreisgruppe Ahrweiler

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