Allgemeine Berichte | 13.06.2025, 09:24 Uhr

Bad Breisig: Auf der B9 ist jetzt Tempo 30

Die B9 in Bad Breisig. Foto: ROB
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Bad Breisig. Die Stadt Bad Breisig hat entschieden, im Bereich der Ortsdurchfahrt auf der Bundesstraße 9 (B9) eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h festzulegen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Lärm- und Luftschadstoffemissionen zu verringern, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die gesundheitliche Belastung für die Anwohnenden zu reduzieren.

Die Entscheidung basiert auf einem mehrjährigen Abstimmungsprozess zwischen der Verbandsgemeindeverwaltung, dem Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM), dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD). Hintergrund sind unter anderem die Ergebnisse einer schalltechnischen Untersuchung des LBM aus dem Jahr 2020 sowie Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die eine Überschreitung der zulässigen Lärm- und Stickstoffdioxid-Grenzwerte im Stadtgebiet belegen. Hauptverursacher ist das hohe Verkehrsaufkommen auf der B9.

Laut den vorliegenden Berechnungen werden die Auslösewerte für Lärmsanierung tagsüber an 68 und nachts an 75 Gebäuden erreicht oder überschritten. Die zuständigen Behörden sehen daher dringenden Handlungsbedarf, um gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung zu minimieren.

Bereits im Jahr 2019 wurde im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung ein Verkehrsgutachten vorgestellt, das die Einführung von Tempo 30 empfahl. Ziel war eine Entlastung der Verkehrsinfrastruktur, eine Verbesserung des Verkehrsflusses sowie eine Erhöhung der Sicherheit.

Im Anschluss an einen Fraktionsantrag beschloss der Stadtrat am 31.10.2019 die Prüfung entsprechender Maßnahmen. Nach Abschluss der fachlichen Prüf- und Anhörungsverfahren sowie der Zustimmung des LBM wurde die verkehrsbehördliche Anordnung zur Reduzierung der innerörtlichen Geschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h durch die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Bad Breisig erlassen.

Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Verbesserung der städtischen Lebensqualität. Dazu zählen unter anderem der Einbau lärmmindernden Asphalts, die Einrichtung von Pförtnerampeln, die Prüfung von Grünpfeilregelungen sowie der – abgelehnte – Antrag auf Installation von Mautkontrollsäulen. Durch die Geschwindigkeitsreduzierung sollen neben der Emissionsminderung auch potenzielle Unfallfolgen auf der stark befahrenen B9 (rund 20.000 Fahrzeuge täglich) verringert werden.

Die Umsetzung erfolgt in den kommenden Wochen durch die zuständige Straßenmeisterei Sinzig. Die Stadt Bad Breisig bittet alle Verkehrsteilnehmenden um Verständnis sowie um die konsequente Beachtung der neuen Geschwindigkeitsregelung.

Aus verkehrstechnischer Sicht wirkt sich eine Reduzierung auf 30 km/h positiv auf die Reaktions- und Bremswege sowie die Aufprallenergie aus, was zu einer erhöhten Verkehrssicherheit führt. Zusätzlich ist laut Berechnungen mit einer Lärmminderung von etwa 2,5 dB(A) tagsüber und 2,55 dB(A) nachts zu rechnen.

Die Maßnahme dient vorrangig dem Schutz vor gesundheitsschädlichem Verkehrslärm, der Verbesserung der Luftqualität, der Unfallprävention sowie der Stärkung der Standortattraktivität Bad Breisigs als Kur- und Wohnort. Mit der Einführung von Tempo 30 verfolgt die Stadt ein nachhaltiges Entwicklungsziel im Sinne der Umwelt- und Gesundheitsvorsorge. BA

Die B9 in Bad Breisig. Foto: ROB

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