Allgemeine Berichte | 22.06.2018

Orgelförderverein war auf großer Entdeckungsreise

Besuch von drei außergewöhnlichen Orgeln in Trier mit dem Domorganisten

Die 27 Teilnehmer mit dem Domorganisten Josef Still beim Gruppenbild im Trierer Dom.U.W.

Weißenthurm. Bereits zum vierten Mal war der Orgelförderverein auf großer Orgel-Entdeckungsreise. Diesmal ging es nach Trier, wo Domorganist Josef Still den Teilnehmern drei außergewöhnliche Orgeln vorstellte.

Konstantin-Basilika

Die ursprüngliche Empfangshalle des römischen Kaisers Konstantin wurde im 19. Jahrhundert zu einer evangelischen Kirche umgebaut. Das Interieur sowie die große Orgel wurden durch Kriegseinwirkung völlig zerstört. Erst im Jahre 2014 konnte die Firma Eule aus Bautzen wieder eine Orgel liefern, die mit ihrem 87 Registern den riesigen Raum (ca. 1600 m²) zu füllen vermag. Martin Bambauer, Organist und Kantor der Konstantin-Basilika sowie Initiator dieses Orgelbauprojektes von europäischen Rang, stellte den Teilnehmern dieses neue gewaltige Instrument vor.

Welschnonnenkirche

In dieser kleinen barocken Ordenskirche stellte Domorganist Josef Still - quasi als Kontrastprogramm - den Teilnehmern eine kleine aber nicht weniger feine Stumm-Orgel mit „nur“ 11 Registern vor. Diese Orgel stammt aus dem Jahr 1757 und wurde in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts (ähnlich wie die Weißenthurmer Orgel) bis zur Unkenntlichkeit umgebaut und erweitert. Zum 250-jährigen Bestehen wurde der ursprüngliche Zustand als einmanualige Orgel wieder rekonstruiert. Josef Still nahm die Zuhörer mit auf eine akustische Zeitreise und brachte einen faszinierenden barocken Klang zu Gehör. Die Orgel der Gebr. Stumm ist so konzipiert, dass sich das Manual teilen lässt und der gewiefte Organist die Orgel so spielen kann, als hätte er zwei Manuale.

Auch wurde bei der Rekonstruktion der ursprüngliche Blasebalg wieder eingebaut. So ist die heute übliche elektrische Windversorgung aber auch der Handbetrieb wieder möglich.

Domkirche

Zum Abschluss führte der Domorganist Josef Still sein eigentliches „Arbeitsgerät“ vor: die Schwalbennestorgel in der Hohen Domkirche. Die 1974 Von der Firma Klais gebaute Orgel besticht zunächst durch ihr außergewöhnlich gestaltetes Gehäuse mit den Prospekttürmen, die über drei Stockwerke verteilt sind. Als Besonderheit zählt aber auch das kleine Teufelchen hinter einer Klappe, dass sozusagen durch den Organisten dazu gezwungen wird, zur Ehre Gottes zu spielen. Es überrascht nicht, dass dabei nur schiefe Töne herauskommen können.

Orgeln können durch ihre Klangvielfalt, ihre Technik aber auch durch ihre äußere Gestaltung faszinieren. Das wurde den Teilnehmern auch bei diesem Ausflug wieder klar.

Der 2013 gegründete Orgelförderverein hat das Ziel, die nicht mehr funktionstüchtige Orgel in der Pfarrkirche zu restaurieren. Eine Restaurierung ist durch die Wiederverwendung des vorhandenen Materials wesentlich kostengünstiger als ein Neubau. Für dieses große Ziel konnte durch den Verein aktuell bereits über 83.000 Euro gesammelt werden.

Da das nicht reicht, werden natürlich noch weitere Spenden benötigt. Dies geht nur gemeinsam, so versucht der Verein mit vielen Aktionen, wie zum Beispiel Konzerten, dem Oktoberfest oder den Orgelfahrten an weitere Mittel zu gelangen. Alle Einnahmen und Spenden kommen in vollem Umfang der Restaurierung der historischen Klais-Orgel in der katholischen Pfarrkirche Weißenthurm zu Gute.

Die barocke Orgel der Gebr. Stumm kann auch ohne Strom betrieben werden.P.M.

Die barocke Orgel der Gebr. Stumm kann auch ohne Strom betrieben werden.Foto: P.M.

Besuch von drei außergewöhnlichen Orgeln in Trier mit dem Domorganisten

Die 27 Teilnehmer mit demDomorganisten Josef Still beim Gruppenbild im Trierer Dom.U.W.

Die 27 Teilnehmer mit dem Domorganisten Josef Still beim Gruppenbild im Trierer Dom.Foto: U.W.

Die 27 Teilnehmer mit dem Domorganisten Josef Still beim Gruppenbild im Trierer Dom.Foto: U.W.

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