Der Verein Bewegungskita Rheinland-Pfalz hat im virtuellen Raum gefeiert
Bewegungskita: Kein Jubiläum wie jedes andere
Rheinland-Pfalz. Stillstand kommt für eine Bewegungskita nicht in Frage. Doch wie sich bewegen und das 15-jährige Bestehen des Vereins Bewegungskita Rheinland-Pfalz feiern, wenn die Corona-Pandemie ein persönliches Treffen aller Beteiligten unmöglich macht? Indem der Vereinsvorstand mit Vertreterinnen und Vertretern der zertifizierten Bewegungskitas im ganzen Land zu einem digitalen Jahrestreffen im virtuellen Raum zusammenkommt. Nach vielen Wochen der Vorbereitung war es nun soweit: Ohne größere technische Schwierigkeiten ging das Treffen über die Bühne.
„Wir gehen dieses Jahr einfach neue Wege“, formulierte Jördis Gluch, Sportwissenschaftlerin der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und Vorstandsmitglied des Vereins, gleich zu Beginn der Veranstaltung, zu der sich mehr als 70 Bewegungskitas zugeschaltet hatten. Schon eine Woche zuvor hatte Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, eine digitale Grußbotschaft an die Kitas gesendet. Dabei sprach er ihnen ein großes Lob aus: „Wir haben wahrgenommen, was Sie in der Corona-Zeit alles geleistet haben: Sie haben den Kitabetrieb weitestgehend aufrechterhalten, Konzepte umgestellt, angepasste Hygienepläne umgesetzt und intensiv mit Kindern, Eltern, den Trägern und auch mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz kommuniziert.“ Zudem kündigte Breitbach an, dass der Kreis der Bewegungskitas noch deutlich erweitert werden soll. „Denn im Mittelpunkt stehen die Kinder und natürlich die Gesundheit in den Einrichtungen“, so Breitbach.
Aktuell gibt es 132 Bewegungskitas im Land – und weit mehr als die Hälfte von ihnen wollte beim digitalen Jahrestreffen mit dabei sein. „Wir sind überwältigt von der Resonanz“, freute sich die Vereinsvorsitzende Janka Heller. In einer Videobotschaft konnte sie kurz darauf für ihren Verein den dank des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums dafür entgegennehmen, das große Netz von Bewegungskitas geschaffen zu haben. „Das Ministerium hat dies von Beginn an gern gefördert“, sagte Staatssekretär Hans Beckmann, bevor er den Luftballon, der als spielerische Verbindung zwischen allen Beteiligten diente, zurück an Janka Heller spielte.
Die Vereinsvorsitzende ging auf die Herausforderungen durch das aktuelle Corona-Geschehen ein: Trotz Pandemie hat der Bewegungskita e. V. allein im ersten Halbjahr 2020 18 Beratungen durchgeführt, zwei weitere Qualitätssiegel verliehen und 13 Qualitätssiegel-Verlängerungen ausgesprochen. „Gewachsen sind wir in vielerlei Hinsicht“, so Janka Heller. In seiner Geschichte habe der Bewegungskita e. V. eine konzeptionelle Entwicklung (auch hinsichtlich U3-Kindern und Inklusion) durchgemacht und stets auf alle rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen reagiert. Zusammen mit allen Partnern könne der Verein auf eine gute Qualitätsstruktur bauen. „Diese Qualität ist es, die uns letztendlich ausmacht – auch in Krisenzeiten“, resümierte Heller.
Dann geriet der Luftballon in Bewegung: Angeleitet von Reinhard Liebisch lockerten sich die „Festgäste“ mit einigen Übungen für die weitere Zeit vor dem Computerbildschirm. Für Stärkung in mentaler Hinsicht sorgte Helin Dogan, Psychologin bei der Unfallkasse, mit ihrem Vortrag „Resilienz: Stark und gesund in der Krise“. „Ist bei Ihrem Luftballon die Luft raus?“, fragte sie in die Runde. Per Mausklick und Tastatur konnten die Kitamitarbeitenden mitteilen, wie es ihnen aktuell geht, um dann von der Psychologin ein paar Tipps an die Hand zu bekommen, wie man psychisch widerstandfähig wird, welche Schutzfaktoren und Ressourcen es gibt und wie das gestörte Gleichgewicht wieder ins Lot kommt.
Das Jahrestreffen bot auch eine kleine Premiere: Es gab einen ersten Einblick in den neuen Imagefilm zum Konzept Bewegungskita. Anerkennung und Wertschätzung übermittelte abschließend Prof. Dr. Renate Zimmer, Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit“, in ihrer Videobotschaft. Eigentlich hatte die Professorin für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Osnabrück einen Vortrag beim Jubiläums-Jahrestreffen halten sollen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Zimmer wird ebendies beim nächsten Jahrestreffen der Bewegungskitas nachholen.
Der Termin dafür steht bereits fest: Am 30. September 2021 kommen alle Beteiligten erneut zusammen – dann hoffentlich wieder von Angesicht zu Angesicht bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz in Andernach. Wobei die digitale Alternative aber auch ganz gut ankam. Das erste Feedback nach dem Treffen hielt Kommentare wie „informativ“, „gute Lösung“, „toller Austausch“ und „ideenreich“ bereit und stimmte die Organisatoren positiv. „Das stärkt uns den Rücken“, freute sich Mitorganisatorin Jördis Gluch.
Der Bewegungskita e. V.
Der Verein Bewegungskita Rheinland-Pfalz wurde gemeinschaftlich von der Deutschen Akademie – Aktionskreis Psychomotorik e. V., der Sportjugend Rheinland-Pfalz, den Turnverbänden in Rheinland-Pfalz, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz gegründet. Gemeinsames Ziel ist die Förderung der ganzheitlichen kindlichen Entwicklung und der Bildung durch Bewegung und Spiel in der Kindertagesstätte. Um Bewegungskita zu werden, müssen sich die Auswahl der Angebote und Aktivitäten der Kindertageseinrichtung und die Gestaltung der Umgebung nach einer Leitidee richten: Bewegung und Spiel sollen zum Grundprinzip der Erziehung, Bildung und Persönlichkeitsförderung von Kindern gemacht werden. Mehr Informationen zum Bewegungskita e. V. gibt es im Internet unter www.bewegungskita-rlp.de.
Pressemitteilung der
Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Der Luftballon zieht sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.
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