Allgemeine Berichte | 11.11.2025, 09:16 Uhr

Autorenlesung mit Igal Avidan berichtete über das Zusammenleben in Israel

Brücken bauen über Gegensätze

Auf Einladung mehrerer Personen und Institutionen kam Igal Avidan nach Montabaur: v.l. Diakon Marco Rocco, Dr. Katharina Sauer (Amt für katholische Religionspädagogik), Igal Avidan, Dr. Georg Poell (Katholische Erwachsenenbildung Westerwald/Rhein-Lahn) und Pastoralreferent Markus Neust (Pfarrei St. Peter Montabaur). Foto: privat
36

Montabaur. Eine bewegende Lesung und Diskussion erlebten die Besucherinnen und Besucher im Forum Sankt Peter: Der israelische Journalist und Autor Igal Avidan stellte dort sein Buch „Es wurde Licht“ vor und sprach über das fragile Miteinander von jüdischen und arabischen Israelis. Die Veranstaltung wurde in Kooperation von der Pfarrei Sankt Peter, dem Regionspädagogischen Amt Montabaur und der Katholischen Erwachsenenbildung organisiert.

Igal Avidan wurde 1962 in Tel Aviv geboren, studierte Englisch, Informatik und Politikwissenschaften. Seine jüngsten Recherchen führten ihn nach den Gewalttaten im Mai 2021 in zahlreiche israelische Städte – von Akko über Lod und Ramle bis nach Haifa und Jerusalem. Dort suchte er nach Geschichten, die Hoffnung geben: Begegnungen, in denen Menschlichkeit stärker war als Hass.

„Ich wollte wissen, wie Menschen weiter zusammenleben können, nachdem sie sich gegenseitig verletzt haben“, erklärte Avidan. Sein Buch porträtiert Menschen, die trotz Gewalt und Misstrauen Wege der Verständigung finden. So etwa den arabischen Krankenpfleger Fadi Kasse, der in Akko einem jüdischen Mann das Leben rettete – oder den Restaurantbesitzer Uri Jeremias („Uri Buri“), der nach der Zerstörung seines Restaurants durch Unruhen den Wiederaufbau als Symbol des Friedens wagte. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Extremisten das Bild bestimmen“, zitierte Avidan ihn. Auch Orte wie der Kibbuz Yad Mordechai, das erste Holocaust-Museum der Welt, oder der bilinguale Kindergarten „Hand in Hand“ in Jaffa stehen für diesen Geist des Brückenbauens. Dort lernen jüdische und arabische Kinder gemeinsam – ein stilles Zeichen gegen die Spaltung der Gesellschaft.

Avidan beleuchtete zugleich die tiefen Identitätskonflikte arabischer Israelis, die in einem Staat leben, der sich als „jüdisch und demokratisch“ definiert. „Viele nennen sich ‚Araber‘, nicht ‚Palästinenser‘, und fühlen sich zugleich ausgeschlossen“, so Avidan. Er plädierte für mehr gegenseitiges Zuhören und Respekt – und für eine mediale Berichterstattung, die nicht nur die Extreme zeigt, sondern die vielen alltäglichen Beispiele friedlichen Zusammenlebens.

Abschließend betonte der Autor: „Wo Unmenschlichkeit herrscht, versuche, Mensch zu sein“ – ein Satz, der in Israel ebenso gilt wie überall auf der Welt. Sein Buch „Es wurde Licht“ lädt dazu ein, genau diese Haltung gerade auch nach dem 7. Oktober 2023 im eigenen Denken und Handeln umzusetzen.

Auf Einladung mehrerer Personen und Institutionen kam Igal Avidan nach Montabaur: v.l. Diakon Marco Rocco, Dr. Katharina Sauer (Amt für katholische Religionspädagogik), Igal Avidan, Dr. Georg Poell (Katholische Erwachsenenbildung Westerwald/Rhein-Lahn) und Pastoralreferent Markus Neust (Pfarrei St. Peter Montabaur). Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Mit Unterstützung der BUGA-Freunde Koblenz haben die Stadtgärtner drei Beete in Lützel und Stolzenfels mit den Staudenmischungen der Bundesgartenschau 2026 bepflanzt.
10

Die bevorstehende Bundesgartenschau 2029 wirft bereits ihre Schatten voraus, und in Koblenz zeigt sich der eigens für das Obere Mittelrheintal entwickelte BUGA-Staudenmix in ersten Pflanzungen. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen hat in den Stadtteilen Lützel und Stolzenfels drei Flächen neu gestaltet und dabei wertvolle Unterstützung vom Staudenteam der Freunde der Bundesgartenschau Koblenz e.

Weiterlesen

Brandneue XXL-Lebendfalle – liebevoll „lange Liesel“ genannt.
13

Nach 4 Wochen bangen Wartens und kilometerweiten Tagesdistanzen der Hündin konnte die clevere Dackelmischlingshündin Lotte nur 1 Woche nach dem Einschalten der Hundesuchhilfe Saving Paws Vulkaneifel, Südeifel und Umgebung von den Spezialisten gesichert werden. Der erste Einsatz für die neue, zusätzliche XXL-Lebendfalle endet mit einem emotionalen Happy End und einer ganz besonderen Überraschung. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Olivenbäume im Ahrtal.
15

Olivenbäume zwischen Weinbergen, auf landwirtschaftlichen Flächen und in privaten Gärten: Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist im Ahrtal längst keine reine Zukunftsvision mehr. Und dies dank des Oliven-Experten Oliver Heimermann. Seit mehr als 15 Jahren experimentiert er mit dem Anbau der mediterranen Pflanzen. Nun soll aus den bisherigen Erfahrungen eine gemeinsame Initiative entstehen. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Proklamation Kinderprinzenpaar
Rund um´s Haus
Anzeige Stadtwerke Andernach lt. Absprache mit Frau Jahnen-Kurtic
First Friday Anzeige für November
Bratapfelsonntag
Weitere Artikel
Die Mittelahr präsentierte sich an den fünf Veranstaltungswochenenden von ihrer besten Seite
1817

Mittelahr. Mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern und bestem Herbstwetter ist der Weinherbst Mittelahr 2026 erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 26. September bis zum 25. Oktober fand das beliebte Wein- und Wanderevent an fünf Wochenenden auf dem Rotweinwanderweg und in den Weinorten Dernau, Rech, Mayschoß und Altenahr statt. Das bewährte Zusammenspiel aus Wein- und Gastronomieständen entlang der Strecke sowie ergänzenden Angeboten in den Orten sorgte erneut für großen Zuspruch.

Von Nicolas Bäcker aus Dernau

Weiterlesen

Kitten Leo & Tigger
1304

Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V.

Viele kleine Katzenkinder suchen ein Zuhause

Leo und Tigger (*ca. Mitte August 2026 – Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon oder Freigang nach Kastration) sind zwei bezaubernde Kätzchen, die auf der Suche nach einem liebevollen Zuhause sind.

Von Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V. aus Schalkenbach

Weiterlesen