Vortrag von Axel Lindt
„Christenverfolgung heute“
Bad Bodendorf. Alex Lindt, Referent für die Öffentlichkeitsarbeit beim international tätigen Hilfswerk Open Doors, berichtete in der Adventgemeinde Bad Bodendorf zur Situation verfolgter und diskriminierter Christen in der Welt. Der Bericht begann mit einem Vers aus dem neuen Testament der Heiligen Schrift: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit“ (1. Korinther 12, 26). Da nach diesen Worten alle Christen eine Art Körper bilden, sei es wichtig, besonders über diejenigen informiert und für sie sensibilisiert zu werden, die um ihres Glaubens willen Leid erfahren mit dem Ziel, die Betroffenen zu unterstützen.
Bekannt ist Open Doors durch die jährliche Veröffentlichung des Weltverfolgungsindex. In diesem werden die 50 Länder aufgelistet, in denen die meisten Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt beziehungsweise massiv benachteiligt werden.
Die Arbeit begann 1955, als der Niederländer Anne van der Bijl, genannt Bruder Andrew, zunächst Bibeln nach Polen und 1957 nach Russland schmuggelte. Dieser Dienst sei auf weitere, frühere kommunistische Länder Osteuropas und China ausgedehnt worden. Hieraus habe sich das international tätige Hilfswerk Open Doors entwickelt. Das Werk habe Erweiterung auf verfolgte Christen im Nahen Osten sowie in anderen islamischen Ländern erfahren.
Alex Lindt bot einen Überblick über die verschiedenen Staaten, in denen Christen verfolgt und diskriminiert werden. Nach wie vor rangiere Nordkorea auf Platz 1, gefolgt von Afghanistan und Somalia, Sudan, Pakistan und Eritrea. Problematische Verhältnisse für Christen herrschten auch im Irak, in Indien und Algerien sowie in vielen anderen Ländern. Besonders eindrucksvoll waren Lindts Berichte aus Nordkorea, in denen der Staat nach außen „Showkirchen“ demonstrieren und nach innen jeden verfolgen würde, der eine Bibel daheim besitze. Es gebe einige Staaten, in denen eine gewisse Religionsfreiheit herrsche. Die Frage sei jedoch, wie konsequent dort Täter von Diskriminierung, Folter und Morden strafrechtlich verfolgt werden?
Aus biblischer Sicht sei Verfolgung etwas „ganz Normales“, seien doch schon die ersten Christen stark verfolgt und viele getötet worden. Alle, bis auf drei Berichte und Briefe des Neuen Testaments, bezeugten dies. Das Ausmaß der Verfolgung habe weiterhin extrem zugenommen und belaufe sich zur Zeit auf ca. 200 Millionen Christen. Durch Berichte und Bilder von Einzelschicksalen, insbesondere von betroffenen Pastören und Facebook-Besuchern, die offen zu ihrem Glauben gestanden hätten, wolle man nicht auf der pauschalen, anonymen Ebene bleiben, sondern der Verfolgung Gesichter geben. Lindt habe etliche von ihnen kennengelernt. Auch sei er in Länder wie Nordkorea, den Irak, Algerien und viele mehr gereist, um im Untergrund lebende Christen zu unterstützen und stärken.
So wie in der damaligen, biblischen Zeit unter der Verfolgung die Zahl der Christen gewachsen sei, so sei es auch heute, dass dort, wo Christen verfolgt würden, das Christentum besonders stark wachse. Da, wo Menschen von der Liebe Gottes durch sein Wirken in Jesus Christus ergriffen worden seien, wirke ihr Zeugnis durch ihre Bereitschaft, dafür Nachteile bis hin zum Getötetwerden in Kauf zu nehmen, besonders überzeugend und wachstumsfördernd. Beispielsweise gebe es sehr viele Iraner und Dalits in Indien, die zum Christentum konvertieren.
Hinsichtlich der Kriterien zur Ermittlung der Verfolgung und Diskriminierung der Christen versuche man, fünf ihrer Lebensbereiche zu erfassen: ihr privates, familiäres, soziales und kirchliches Leben sowie ihr Leben im Staat . Können die Christen ihren Glauben daheim, in ihrer Familie und in der Gesellschaft ausleben? Dürfen sie ihren Glauben in Gemeinschaft mit anderen Gläubigen ausüben? Werden sie gehindert bzw. sanktioniert?
Die von Open Doors gesetzten Ziele liegen in der Unterstützung betroffener Christen, dem Informieren der freien Welt über ihre Situation, der Einwirkung auf die Politik sowie der Stärkung der Christen durch Gebet. Bibeln und christliches Schulmaterial werden verteilt, Pastöre und Mitarbeiter im Untergrund ausgebildet, Zufluchtstätten aufgebaut, Nothilfeprojekte initiiert und vieles mehr.
Aufgrund des tief beeindruckenden und sehr nachdenkenswerten Vortrags und vieler anschließender Fragen der Teilnehmenden wurde eine Wiederholung beziehungsweise weitere Vertiefung des Vortrags für wünschenswert gehalten.
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