Allgemeine Berichte | 02.11.2020

Interessante Menschen der Verbandsgemeinde im BLICK

„Das gute der Vergangenheit mit dem Zauber des Neuen verbinden“

Daniela Kunz-Scheuring beantwortet sieben Fragen im Interview mit Blick-Reporterin Katja Gaebelein

Daniela Kunz-Scheuring ist ein regelrechter „Vereinsmeier“. Ein Leben ohne Karneval ist für sie nur schwer vorstellbar.Fotos: KH

VG Weißenthurm. In der kommenden Woche ist es soweit: Am 11.11. startet die 5. Jahreszeit. Eigentlich ein Grund zur Freude für die Karnevalisten in der Verbandsgemeinde. Doch die Session 2020/2021 wird aufgrund der Corona-Pandemie so sein, wie keine andere zuvor. In der Ortsgemeinde Bassenheim gibt es beim Karneval nicht nur inhaltliche, sondern auch personelle Veränderungen. Die langjährige Vorsitzende Gabi Ringel hat das Amt der 1. Vorsitzenden in jüngere Hände gegeben. Nachfolgerin ist Daniela Kunz-Scheuring. Unsere Blick-Reporterin hat mit der neuen jungen Vorsitzenden über die Herausforderungen der „Corona-Session“, die Karnevalsgesellschaft und die Ziele in der Zukunft gesprochen.

Man kennt Dich seit vielen Jahren als „Tausendsassa“ im Karneval. Wie bist Du dazu geworden, hast Du karnevalistische Gene von Deinen Eltern geerbt?

Nein. Die sind beide vollkommen unkarnvelastisch. Ich habe als Kind mal den Umzug in Koblenz geschaut und durfte Schwerdonnerstag im „Schäfermäxchen“, einer ehemalige Kneipe in Bassenheim, auf den Kinderkarneval. Aber das war es dann auch schon. Als ich ca. 19 Jahre alt war, hat mich eine Freundin zu der damalig neu gegründeten Tanzgruppe „Desaster“ der neuen KG Bur-Jecke“ geschleppt. Damit fing alles an. zwei bis drei Jahre später kam ich durch eine andere Freundin zu den X-Dreams der Müllemer Möhnen und habe 2002 dann auch den Weg in den Vorstand der Bur-Jecke gefunden. Tja und damit nahm eigentlich alles seinen Lauf.

Du bist kurz seit kurzer Zeit nun auch Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft „Bur Jecke“. Dein erstes Amtsjahr hättest Du Dir sicherlich anders vorgestellt, oder?

Natürlich wollen wir gerne feiern, unsere Events planen und erleben. Aber wir haben uns auch viel vorgenommen und können uns nun ganz auf unseren neuen Ideen konzentrieren. Hat alles seine Vor- und Nachteile, aber man sollte es einfach positiv sehen. Wir lassen uns den Spaß nicht verderben.

Welche Akzente möchtest Du als neue Vorsitzende setzen?

Ich glaube, wer in den letzten Jahren das Geschehen der Bur-Jecke verfolgt hat, hat gemerkt, dass wir mit Gabi Ringel als Vorsitzenden schon einen guten Weg eingeschlagen haben. Die Sitzungen sind oft weit vor Start schon ausverkauft, die Kindersitzung platzt aus allen Nähten und alle anderen Veranstaltungen werden von Bassenheim und auch von den befreundeten Vereinen aus der Verbandsgemeinde gut angenommen und sehr gut besucht. Ich denke daher, wir sind auf einem guten Weg und hoffen, das bleibt auch so.

Natürlich sind wir für alle Ideen, Kritik, Anregungen offen und haben selbst einige Ideen, aber da jetzt einen Stempel als neue 1. Vorsitzende setzen zu wollen - nee. Wir werden aber zum Beispiel jetzt die Gardekostüme für alle neu anschaffen – finden aber die alten schon sehr besonders und wollen schauen, ob man z.B. das Muster der alten in die neuen Kostüme aufnehmen kann. Das gute der Vergangenheit mit dem Zauber des Neuen verbinden. Es ist aber auch schwierig zu sagen, was gehen wir an, denn meist ist das mit finanziellen Mitteln verbunden, die wir gerade jetzt durch Corona leider nicht haben. Da sind wir, wie alle, auf Spenden angewiesen und hoffen, da etwas Unterstützung zu bekommen.

Verrate uns bitte mal das Erfolgsgeheimnis, wie es den „Bur Jecken“ gelingt, so viele Kinder und Jugendliche für den Tanzsport zu begeistern.

Wenn ich ehrlich bin – keine Ahnung. Wir versuchen auf die Kids einzugehen, finden für jedes Problem eine Lösung und gehen auf die Ideen und Wünsche jedes Kindes ein. Jedes einzelne Kind ist uns sehr wichtig und wird in den einzelnen Gruppen gebraucht.

Wer gut mitmacht, bekommt eine Belohnung in Form eines Stempels. Unsere Kids sind gerne bei der Sache. Alles, was wir außerhalb vom Training mit den Kids veranstalten, ist auf die Kids abgestimmt und findet immer großen Anklang. Ich glaube aber auch, dass das viel auch die Eltern sind. In allen Gruppen sind die Eltern offen für alles und lassen uns wirklich gewähren. Das macht es uns einfach, unsere Ideen umzusetzen und uns voll einzubringen.

Wirst Du trotz des neuen Amtes weiterhin als Trainerin aktiv bleiben?

Selbstverständlich. Es macht so unsagbar viel Spaß und jedes Training ist anders. Bei den Kids sind es die leuchtenden Augen, wenn du eine neue Idee präsentierst oder eine Idee eines Kindes übernommen und umgesetzt hast. Oder auch die gemalten Bilder, die du im Briefkasten findest. Bei der Gruppe „Bur´n out“ ist es der Spaß, den wir durchweg beim Training haben. Bauchmuskulatur muss da nicht trainiert werden. Auch hat jede Gruppe ein tolles Trainer- und Betreuerteam, so dass die Aufgaben nicht an einer Person hängen bleiben. Die Vorstandsaufgaben haben wir im neuen Vorstand so gut aufgeteilt, dass ich mich – denke ich – auch weiterhin voll auf den Part der Tanzgruppen konzentrieren kann. Die Truppe die sich da als Vorstand gefunden hat, ist hochmotiviert und voller Tatendrang.

Bleibt da eigentlich noch Zeit für andere Hobbies?

Nein. Nicht wirklich. Aber da unterscheide ich mich, so meine ich, nicht so von anderen „Vereinsmeiern“, die mit Herzblut bei einer Sache sind. Ab und an walke ich ganz gerne mal. Wenn der Geldbeutel mitspielt, reisen wir sehr gerne und ich liebe Kreuzfahrten. Außerdem haben wir zwei Hunde, die gerne Zeit einfordern. Die Familie bleibt bei dem ganzen oft auf der Strecke und ohne volle Unterstützung wäre das alles auch nicht machbar. Dafür bin ich sehr dankbar.

Was planen die „Bur Jecke“ für die Corona-Session 2020/2021? Fallen alle Aktivitäten aus?

Nein. Es fällt nicht alles aus – es wird einfach anders! Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen und wir sind uns der Verantwortung bewusst. Daher gab es Treffen der drei Bassenheimer Karnevals- und Möhnenvereine und man einigte sich auch ein gemeinsames Event im Sommer 2021 – mehr wird da aber noch nicht verraten.

Außerdem gab es ein Treffen aller Karnevals- und Möhnenvereine auf der Ebene der Verbandsgemeinde. Hier haben wir alle uns einstimmig darauf geeinigt, das Jahr 2021 einfach aus dem Kalender zu streichen und alles zu verschieben. So heißt das für Bassenheim, dass der Umzug statt 2021 im Jahr 2022 stattfinden wird. Proklamationen in anderen Ortschaften der Verbandsgemeinde finden dann auch erst 2022 statt und amtierende Prinzen bleiben 1 Jahr länger im Amt. Das Beste aber wird die gemeinsame virtuelle Sitzung sein, die eine Arbeitsgemeinschaft derzeit erarbeitet. Alle Vereine der Verbandsgemeinde können sich hier mit einbringen und die Köpfe dafür laufen auf Hochtouren. Karneval im Wohnzimmer mit vielen bekannten Gesichtern ist schon etwas Besonderes.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß und Erfolg in der neuen Funktion. KH

Seit wenigen Wochen ist die junge Bassenheimerin auch Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft „Bur Jecke“. Unterstützt wird sie durch den stellvertretenden Vorsitzenden Peter Küper und das engagierte Vorstandsteam.

Seit wenigen Wochen ist die junge Bassenheimerin auch Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft „Bur Jecke“. Unterstützt wird sie durch den stellvertretenden Vorsitzenden Peter Küper und das engagierte Vorstandsteam.

„Das gute der Vergangenheit mit dem Zauber des Neuen verbinden“

„Das gute der Vergangenheit mit dem Zauber des Neuen verbinden“

Daniela Kunz-Scheuring ist ein regelrechter „Vereinsmeier“. Ein Leben ohne Karneval ist für sie nur schwer vorstellbar.Fotos: KH

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