Allgemeine Berichte | 17.12.2020

Der fast 30 Jahre mit viel Herzblut wirkende Priester wollte immer für die „Menschen“ da sein

Dechant Mathias Veit verlässt Mayen

Dechant Mathias Veit mit Kommunionkindern in Alzheim. Fotos: BS

Mayen. In seinem Seelsorgebereich war der im saarländischen St. Wendel geborene Mathias Veit leitender Pfarrer über die stolze Anzahl von 14.000 Gläubigen. Und dies verteilt über acht Pfarreien innerhalb der Pfarreiengemeinschaft Mayen. Aber ehe es so weit war, hatte der beliebte sympathische „Pasdur“, wie er in Mayen liebevoll von seinen „Schäfchen“ genannt wurde, jeweils drei Kaplans- und Vikarsjahre zu absolvieren, ehe er ab dem Jahre 1997 im Mosel-Triumpherat, der Winzergemeinden Maring-Noviant, Osann-Monzel und dem Ort Kesten elf Jahre als Pfarrer, und davon auch vier Jahre lang als Dechant des Dekanates Bernkastel segensreich wirkte. Der nächste Wirkungskreis als Pfarrer hieß dann ab Mai 2008: „Herz Jesu Mayen“, St. Kastor und Katherina Kehrig“, und „St. Martin Alzheim“. Und ab Oktober des Jahres kam „St. Johannes der Täufer in St. Johann“, „St Clemens Mayen“, St. Bernhard Kürrenberg“ dazu, und weitere drei Jahre später folgte „St. Veit in Mayen“ und „St. Silvester Hausen“. Als Dechant wirkte er segensreich im Dekanat Mayen-Mendig. Wahrhaft eine seelsorgerische Mammutaufgabe für den Kirchenmann, die er aber mit viel Bravour, Freude am Glauben, und am Priesterberuf meisterte. Nun heißt es für Mathias Veit von seinen Mayener Schäfchen Abschied zu nehmen. Eigentlich sollte dieser Schritt schon am 1.1.2020 vollzogen werden. Der Pastor hatte seine Koffer bereits gepackt, dann kam der überraschende Stopp aus Rom. Der vorgesehene Prozess war aufgehalten. Jetzt hat Bischof Stefan Ackermann den nun für das Bistum eingeforderten Zwischenschritt in der Umsetzung der Synodenergebnisse vorgestellt. Und danach hieß es für den beliebten Mayener Priester konkret, dass er die Pfarreiengemeinschaft Mayen und das Dekanat Mayen-Mendig verlassen wird um am 1. Februar 2021 in der Pfarreiengemeinschaft Wittlich und im gleichnamigen Dekanat seinen aktiven Dienst fortzusetzen. Leider kann Mathias Veit, durch die Corona Situation gezwungen, nur in kleineren Kreisen offiziell Abschied zu nehmen. Er möchte in jeder Pfarrkirche einen letzten Gottesdienst vorstehen, um auf diesem Wege in die Gemeinden hinein ein herzliches Dankeschön zu sagen. Pastor Veit wörtlich: „Die Mayener Zeit“ und die Zeit im „Dekanat Mayen-Mendig“ wird für mich immer prägend bleiben, denn die zurückliegenden zwölfeinhalb Jahre sind Teil meines Lebens“. Frei nach „Paulus an die Thessalonicher“ bekannte er: „Ihr seid mir lieb geworden“. Nun hatte der scheidende Priester bei seiner Weihe durch den damaligen Bischof Hermann Josef Spital vor fast drei Jahrzehnten im hohen Dom zu Trier, einen schönen, einst aus dem Johannes Evangelium, das Wort Jesu überliefernden Weihespruch gewählt, der da hieß: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben“. Inwieweit praktiziert er diese Worte in der heutigen, schnelllebigen, und hektischen Zeit, beim Wirken als Mann der Kirche, als Priester, Dechant, Mitglied der Bischofssynode und als Pfarrkonsulator.

Auch in den bald neuen Aufgaben, die sicherlich viel von ihm abverlangen?“ Mathias Veit: „Mir gefällt dieser Spruch eigentlich so gut, weil er viel darüber sagt, was Jesus eigentlich will, und ich will in der Nachfolge Jesu durch meinen Dienst durch meine Begegnung mit Menschen, auch durch die Spendung von Sakramenten, und durch die Verkündigung des Wortes Gottes, Menschen Leben schenken, ein Leben, das nicht von mir ist, sondern das von Gott kommt. Und ich denke, das ist für die heutigen Menschen genau so wichtig und wohltuend, wie für die Leute zur Zeit Jesu“. Veit betonte besonders, dass ihm in den Mayener Jahren viel Wohlwollen und Vertrauen entgegengebracht worden sei, und sachliche Kritik und Korrektur ihm nie zum Nachteil gewesen seien. Manches einfache Glaubenszeugnis und so manch selbstloser Einsatz zugunsten von Mitmenschen hätten ihn beeindruckt und im eigenen Glauben bestärkt. Wie schön ist es doch, ein Christ zu sein - wie viel Licht können wir verbreiten. Wahre Worte eines Mannes, der sich immer im Team der Hauptamtlichen wohlgefühlt hat und der wohl wusste, dass er auch in Kreisen ehrenamtlicher Gremien Unterstützung fand. So drückt Mathias Veit seinen ganz großen Respekt vor Küsterinnen und Küstern, Organisten, den Chören, Ministranten, aber auch Sekretärinnen und seiner Haushälterin aus. Nicht ohne einen seiner lustigen Schlenker anzubringen: „Letztere hat sehr für mein leibliches Wohl gesorgt, auch wenn sich ihr Bemühen in meinem Körpergewicht nur wenig niederschlägt“. Eines ist für den fahrradbegeisterten Priester klar wie das „Amen“ in der Kirche: „Für mich ist der Glaube sehr kostbar. Also ich würde mir wünschen, dass das, was so nah ist, auch von den Leuten ergriffen wird, in einer sehr vielschichtigen und differierten Zeit. Es gibt ja vieles, was angeboten wird und den Menschen signalisiert: „Das ist wichtig, das hilft Dir zum Leben“. Ich wünsche mir, das sie auch den Glauben nicht zur Seite legen, sondern ihn als Hilfe für ihr Leben annehmen“. Außerdem signalisierte er seinen Schäfchen. „Ich bin ja in Wittlich, nicht aus der Welt - es gibt ja Briefkästen, Telefon, Internet, und sogar geteerte Straßen, auf denen man Wittlich erreichen kann. Und eines steht fest: Ich bleibe Ihnen und Euch von Herzen verbunden“. Viele Gläubige haben Pastor Veit ihre Hochachtung bekundet: „Leider lässt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken“ - „Herzlichen Dank für ihren überzeugenden aufrichtigen Dienst, sie werden uns fehlen“ - „Schade, wir werden Sie und ihre Messen sehr vermissen, für ihre Zukunft alles erdenklich Gute und viel Gesundheit“.

Dem schließt sich die Heimatzeitung BLICK aktuell natürlich an. BS

Dechant Veit verlässt Mayen.

Dechant Veit verlässt Mayen.

Dechant Veit mit Pastor Schrupp und Bischof Peters.

Dechant Veit mit Pastor Schrupp und Bischof Peters.

Dechant Mathias Veit verlässt Mayen

Dechant Mathias Veit mit Kommunionkindern in Alzheim. Fotos: BS

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