Allgemeine Berichte | 12.10.2020

SWR Dokudrama über Leben und Lebenswerk von Johann Gottfried Tulla

„Der Flussbaumeister - wie Tulla den Rhein begradigte“

Am Sonntag, 8. November, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

Tulla (Steffen Schroeder, l.) vermisst nicht nur das Land neu, sondern auch die Geschwindigkeit des Wassers.Foto: SWR/Vidicom/Peter Bardehle

Region. Kein anderer Fluss Europas wurde so stark vom Menschen gestaltet wie der Rhein. Die Vision dafür lieferte der Ingenieur Johann Gottfried Tulla im 19. Jahrhundert. Er sorgte durch die Rheinbegradigung für sicheres Ackerland und neue Wege für die Schifffahrt. Das Dokudrama „Der Flussbaumeister - wie Tulla den Rhein begradigte“ von Peter Bardehle, Marc Ottiker und Christian Stiefenhofer lässt die Zuschauer an Werk und Leben Tullas teilhaben, wirft aber auch einen kritischen Blick auf die Begradigung des Rheins und deren Folgen. Zu sehen am 8. November um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen und danach für 12 Monate in der ARD Mediathek (Erstausstrahlung war am 15.8. auf ARTE)

Europas Not vor 200 Jahren

Um 1800 war Europa im Umbruch. Kriege und Hunger prägten den Alltag der meisten Menschen. In dieser Zeit wurde Tullas Talent entdeckt. Gefördert von seinem Landesherrn konnte er jahrelang bei den Besten seiner Zeit studieren: Bergbau in Sachsen, Wasserbau in Holland, Vermessung in Frankreich. In Frankreich lernte Johann Gottfried Tulla das Metermaß kennen und damit auch das Prinzip des genauen Vermessens.

Der Rhein - Das größte Bauprojekt Europas Johann Gottfried Tulla hatte sich schon früh in den Kopf gesetzt, dem gefährlichen Rheinstrom ein neues Gesicht zu geben. Die Rheinbegradigung war das größte Bauprojekt Europas. Viele hielten Tullas Pläne allerdings für Wahnsinn oder reine Geldverschwendung. Doch seine Vision wurde Wirklichkeit und prägt noch heute ganze Landstriche und die Wirtschaft. Aus Sümpfen und unsicherem Schwemmland machte der Ingenieur fruchtbares Ackerland. Das Sumpffieber, heute Malaria genannt, verschwand durch die Trockenlegung. Der Rhein wurde für Dampfschiffe von Basel bis Rotterdam befahrbar. Neue Häfen entstanden und Städte wie Ludwigshafen, aber auch eine Ingenieurschule, aus der das KIT, das Karlsruhe Institute of Technology mit über 20.000 Studentinnen und Studenten heranwuchs. Seinen Erfolg erlebte Tulla nicht mehr. Der Pionier starb noch während der Bauarbeiten 1828 in Paris mit hohem Fieber. Einige Quellen behaupten, er sei an Malaria gestorben, der Totenschein verzeichnete „Atemnot“.

Steffen Schroeder als Johann Gottfried Tulla Das Dokudrama über Tulla wurde im Juli 2019 am Oberrhein, in den Rastatter Schlössern und im elsässischen Ecomusée gedreht. Die Hauptrolle spielt Steffen Schroeder, bekannt als Kommissar der ZDF-Reihe „Soko Leipzig“, Tulla als Kind und junger Mann verkörpern die Söhne Schröders. Der Film über den Ingenieur geht weit über eine Biografie hinaus und thematisiert nicht nur die Vorteile, sondern auch die ökologischen Schäden, die durch den Rheinausbau verursacht wurden.

Tulla (Steffen Schroeder, l.) vermisst nicht nur das Land neu, sondern auch die Geschwindigkeit des Wassers.Foto: SWR/Vidicom/Peter Bardehle

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Kommentare
13.10.202000:49 Uhr
juergen mueller

Hier offenbart sich mal wieder die primitive Denkweise derjenigen, einem zu huldigen,der Schaden in erheblichem Maße verursacht hat.Begradigung = Flussverlauf wird kürzer,gerader,Wasser fließt schneller,Nebenflüsse geben mehr Wasser ab,Hochwasserproblem u.Ausrottung Artenreichtum,Begradigung senkt den Grundwasserspiegel usw..
Wen interessiert es.
Da wird einem gehuldigt,der mit als einer der Ersten dazu beigetragen hat,dass wir noch heute Probleme zum Erhalt von Umwelt- u.Naturschutz haben.
Begradigung sieht man heute als Fehler an u.versucht,ursprüngliches wieder in normale Bahnen zu lenken.
Ein Denkprozess,dem man über Jahrzehnte aus wirtschaftlichen Gründen gefolgt ist,den man nun langsam als falsch ansieht,wie immer zu spät,weil es Geld kostet,dass man nicht hat u.Jahrzehnte bedarf,bis es vielleicht einmal so werden wird,wie es einmal war - natürlich.

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