Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

TheaterTotal brachte mit Romeo und Julia eine energiegeladene Aufführung nach Waldorf

Die Liebe siegt

19.06.2018 - 11:54

Waldorf. Alle Plätze in der Vinxtbachhalle besetzt – anders kennt man es kaum, wenn eine Truppe auftritt, die während ihrer Deutschland-Tournee nicht nur in vielen Städten von Hamburg bis Berlin auftritt, sondern auch in Waldorf, dem kleinen Ort am Vinxtbach. Zum 19. Mal gastierte dort das Bochumer „TheaterTotal“, um erneut die Zuschauer zu begeistern.

Es sind freilich stets andere junge Menschen, die vor Ort die Bühnenbretter erobern. Denn im 1996 durch die Schauspielerin und Regisseurin Barbara Wollrath-Kramer gegründeten „TheaterTotal“, ein gemeinnütziges Theater-Projekt in Bochum, können jährlich dreißig junge Menschen zwischen 17 und 22 Jahren innerhalb von zehn Monaten kreative Berufe ausprobieren, neben Schauspielerei etwa auch Theaterpädagogik oder Kulturmanagement.

Diesmal präsentierten sie „Romeo und Julia“ und hauchten ihrem Shakespeare neues Leben ein. „Es wird sehr warm“, sagte Wollrath-Kramer, hinsichtlich der Temperaturen im Saal. Sie ist für die frische Inszenierung der Tragödie verantwortlich. Mit dem Nachsatz „aber bedenken Sie, es ist auch ein heißes Thema“, hatte sie die Lacher auf ihrer Seite.

Sehr energiegeladen kam die Aufführung daher. Es wurde gerannt, hart aufgetreten, geklettert und getanzt, mal schreitend, wie beim von gehetztem Personal vorbereitetem Fest der Capulets, mal rasant mit viel Körpereinsatz. Dabei hielt es gar einen blinkenden Knopf nicht mehr an der Robe, so dass er den Besuchern der ersten Reihe vor die Füße kullerte.


Turbulenter Start


Eben boten die Straßen von Verona noch eine südliche Marktszenerie mit schwatzenden Menschen und Blumenverkäuferin, da geht das Getümmel schon los, denn Angehörige der Familien Montague, zu der Romeo zählt und Capulet, Julias Familienverband, stoßen aufeinander. Ihre Familienfehde hat schon viele Blutopfer gefordert und nun das: Die blutjunge liebliche Julia, reizend Imke Siebert, und der oft melancholische Romeo (Maxim Kurze) – „im Ahornwäldchen mehrt er den Tau durch Tränenperlen“ – verlieben sich heftigst ineinander. Dabei fordern Julias Eltern, in der Rolle des diktatorischen Vaters Tristan Taubert und als Mutter, bei der die Bitterkeit über das Erbarmen siegt, Lucy Weßelborg, von der nicht einmal 14-jährigen Tochter, sie möge den Grafen Paris (Yannic Jentzsch) heiraten.


Liebe, Tod, Versöhnung


Julia und Romeo aber vertrauen und folgen ihren Gefühlen. Julia steht, wenigstens zu Beginn, ihre Amme zur Seite. Die wird umwerfend überzeugend von Madeleine Forst gemimt. Romeo erscheint oft im Pulk seiner teils jugendlich übermütigen, teils auf Krawall gebürsteten Freunde, aus denen Mercutio als genialischer Selbstdarsteller herausragt. Doch vor ihnen und den Eltern hält das junge Paar seine Liebe verborgen. Ergriffen lauschte das Publikum der zärtlichen, blumigen Zwiesprache im Hause Julias. Natürlich muss Pater Lorenzo (Leon Brüggemann) eingeweiht werden. Der pfiffige Geistliche traut die beiden, wobei er sich von dem Ehebündnis gleichzeitig die Versöhnung der Familien erhofft. Doch Romeo muss fliehen, nachdem er Julias Vetter Tybalt getötet hat. Julia wiederum täuscht ihren Tod vor, um der Vermählung mit Paris zu entkommen. Romeo soll sie aus der Gruft befreien. Indes glaubt Romeo, den diese Nachricht nicht erreicht, Julia sei tatsächlich tot. Er begeht Selbstmord. Als Julia ihn entdeckt, erdolcht sie sich aus Gram über sein Ende. Die verzweifelten Taten ihrer Kinder führen zuletzt dazu, dass sich die Eltern versöhnlich die Hand reichen.

Das war trefflich in Szene gesetzt, dank des engagierten schauspielerischen Einsatzes, dem Wechsel von ruhigen und ungestümen Handlungen, Musik und Licht. Erstaunen riefen zwei Treppenpodeste hervor, aus deren überraschenden Varianten immer neue Bühnenbilder (Dorothee Bielfeld) entstanden, wie etwa der Kräutergarten Lorenzis oder der hohe Balkon Julias. Bei den Kostümen gab es gelegentlich charmante aktuelle Beifügungen zur historischen Kleidung. So sah es aus, als ob Romeo zur Uniformjacke einen schwarzsamtenen Kaputzensweater trage. Prasselnder Applaus dankte allen Beteiligten für ein rundum tolles Stück. Dass das Theater vor 18 Jahren ins Dorf kam, ist übrigens Gerburg Lübbertsheimer und ihrem verstorbenen Mann Johannes zu verdanken.

HG

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Bürger arbeiteten Hand in Hand

Zehnter Kripper Weihnachtsmarkt am dritten Advent auf dem brechend vollen Kripper Dorfmittenplatz

Bürger arbeiteten Hand in Hand

Kripp. Ein Publikumsmagnet war nun bereits zum zehnten Mal der Kripper Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz. Erneut hatten die Organisatoren um Ortsvorsteher Heinz-Peter Hammer, allesamt Privatleute, zum Kripper Weihnachtsmarkt eingeladen. mehr...

Rheinischer Mannschafts-
meister im Geräteturnen

Rheinbacher Turnverein holt Titel im Landesfinale

Rheinischer Mannschafts- meister im Geräteturnen

Rheinbach. Nachdem der Rheinbacher Turnverein (RTV) in den Vorjahren zwar immer das „Treppchen“ erreichte, also den zweiten oder dritten Platz belegte, ist es in diesem Jahr geschafft: Endlich Rheinischer... mehr...

Tischtennis–Kooperation weiter ausgebaut

TTC Buschhoven e.V. informiert

Tischtennis–Kooperation weiter ausgebaut

Buschhoven. Die Grundschule am Burgweiher ist schon seit über 20 Jahren „Schule im gemeinsamen Unterricht“. Die inklusive Arbeit mit Kindern mit und ohne Förderbedarf ist hier also schon lange Zeit ein besonderer Schwerpunkt der schulischen Arbeit. mehr...

Handballer für sportliche
Leistungen ausgezeichnet

Handball-Herren III des TV Rheinbach bei der Sportlerehrung der Stadt Rheinbach

Handballer für sportliche Leistungen ausgezeichnet

Rheinbach. Für seine sportlichen Verdienste wurde das Team des RTV-M1883 III bei der Sportlerehrung der Stadt Rheinbach ausgezeichnet. Die Mannschaft war in der Saison 2017/18 in der untersten Klasse... mehr...

Musikschule
stimmte den Advent ein

Festliches Programm lockte viele Besucher in der St. Josefs-Kapelle

Musikschule stimmte den Advent ein

Koblenz. Mit Werken aus der Klassik und der Barockzeit stimmte die Musikschule der Stadt Koblenz bereits zum zehnten Mal Mitarbeiter, Patienten und interessierte Besucher auf eine besinnliche Adventszeit ein. mehr...

Causini ist jetzt Mitglied
im Magischen Zirkel

Neuwieder Zauberkünstler Patrick Kaußen legte Prüfung ab

Causini ist jetzt Mitglied im Magischen Zirkel

Neuwied-Engers. Ein lang gehegter Traum ging für den Engerser Zauberkünstler Patrick Kaußen, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in Neuwied und auch über die Grenzen der Deichstadt hinaus unter dem Künstlernamen Causini auftritt, jetzt in Erfüllung. mehr...

Weitere Berichte

Mayen. Am Ende, so sagte es der zufriedene Leiter des Kampfmittelräumdienstes von Rheinland-Pfalz, der bekannte Sprengmeister Horst Lenz am Dienstagabend, 18. Dezember gegen 21.30 Uhr war es von der Schwierigkeit... mehr...

Neuer Mietspiegel tritt zum Januar in Kraft

Mittelwert aller Basisnettomieten um fünf Prozent gestiegen

Koblenz. ) Zum 1. Januar wird in Koblenz ein neuer Mietspiegel in Kraft treten. Dieser wurde im Rathaus durch Oberbürgermeister David Langner sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalen Statistikstelle, Haus & Grund Koblenz e.V., Mieterbund Mittelrhein e.V. und Vermieterverein Koblenz e.V., vorgestellt. mehr...

Politik

SPD Rheinbach

Weihnachtsfeier mit Mitgliederehrung

Rheinbach. Wer zusammen arbeitet, der muss hin und wieder auch gemeinsam feiern, und so fanden sich die Rheinbacher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zur diesjährigen Weihnachtsfeier zusammen. Traditioneller Höhepunkt der Weihnachtsfeier waren die Mitgliederehrungen, die der Rheinbacher SPD-Vorsitzende Dietmar Danz durchführte. mehr...

 
Sport

RTV-M1883 II – Verbandsliga Mittelrhein

Ungefährdeter Heimsieg für die Rheinbacher

Rheinbach. Im Heimspiel gegen den TV Bergneustadt konnte sich der Rheinbacher TV mit 28:17 (13:7) durchsetzen. Mit diesem Sieg verschafften sich die Tigers etwas Luft im Abstiegskampf und haben nun drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Im ersten Durchgang startete der RTV-M1883 II hochkonzentriert und überzeugte mit seiner starken Abwehrarbeit und wichtigen Paraden von Torhüter Bröckelmann.... mehr...

Wirtschaft

Koblenz/Neuwied. „Hauptsache ihr habt Spaß“ versprechen die MediaMärkte Koblenz & Neuwied ihren Kunden – und halten auch in der Weihnachtszeit Wort: Denn dieses Jahr finden die Kunden bei MediaMarkt nicht... mehr...

Fachoberschule Kobern-Gondorf

Drei Monate voller Engagement und Fleiß

Kobern-Gondorf. Drei Monate voller Engagement und Fleiß liegen hinter den Schülern der zwölften Klasse der Fachoberschule Kobern-Gondorf im Zweig Wirtschaft und Verwaltung. Eins steht für beide Seiten fest: Die Mühen haben sich gelohnt. Denn die Kreissparkasse Mayen freute sich über die Präsentation der spannenden und hilfreichen Ergebnisse, die die Schüler zum Thema „Azubimarketing für den Beruf Bankkaufmann/Bankkauf-frau“ in den vergangenen Wochen erarbeitet haben. mehr...

Umfrage

Was verschenkt ihr zu Weihnachten?

Technik
Etwas Selbstgemachtes
Bücher
Gutschein
Ein gemeinsames Erlebnis
Nützliches
Leckeres
Anzeige
 
 
Anzeige
 
Kommentare
Hans-Peter Schneider:
Tolle Aktion durch den Junggesellen Verein
Uwe Klasen:
Der „International Union for Geological Science“ (IUGS) obliegt die Einteilung der geologischen Zeitskala und die beschloss: Die aktuelle Epoche ist und bleibt das „Holozän“! Und unter dem negativen Einfluss, selten hinterfragter ökologistischer Glaubenssätze, vor allem den „Grenzen des Wachstums“, haben wir in Deutschland und Europa, nur noch sehr geringes Vertrauen in unsere eigene Fähigkeit, durch technologischen Fortschritt und ökonomische Aktivität größeren Wohlstand für alle Menschen zu schaffen. Die Denkschule des Pastor Thomas Malthus ist nicht jedem ein Begriff, aber immer noch beeinflusst diese das moderne „Grenzen-Denken“ und seine Theorie von den Grenzen des Wachstums erwies sich, wie so viele danach, als fehlerhaft!
Julia Brand:
Naja... ich schätze mal die Tendenz war eher steigend und es ist doch wohl sinnvoller so etwas direkt nicht zu wollen, als es von einer Anzahl abhängig zu machen... Und zu der Begründung, ob man sie nun mag oder nicht, rein objektiv betrachtet sehe ich da jedenfalls einen Unterschied bei, ob man fast den ganzen Körper verdeckt oder eben einen Badeanzug etc trägt. Macht schon an die 50 - 75 prozent Unterschied bei den möglichen eventuell versteckten Wunden etc... 100 prozentige Sicherheit gibt es ja bekanntlich nie, aber wieso sollte nicht auch hier eine Risiko Reduzierung sinnvoll sein? Ich frage mal umgekehrt. Welche Argumente sprechen denn dagegen so für das dulden eines Burkinis? Das Frauen das so unbedingt wollen? Warum tun sie das denn? Weil sie es furchtbar hübsch und modisch finden, oder weil sie es nie anders erleben durften? Also ich schätze mal das die meisten es aufgrund irgendwelcher Männer, Väter, gesellschaftlichen Zwänge tragen sollen, und es wie gesagt auch von klein auf als böse beigebracht wird. Ich denke sie sind nach Europa gekommen um es besser zu haben? Und wenn ein Verbot her muss um der Unterdrückung eines Menschen, in dessen Kultur man ja nicht rein reden darf, entgegen zu wirken, dann soll es so sein. Schade eher das man mit Wunden etc argumentieren muss, weil der eigentlich doch "richtigere" Grund doch wieder nur Anlass für Anprangerungen wäre...
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.