Allgemeine Berichte | 31.05.2017

Verein Zehnthaus e.V. erlebte Vortrag und Exkursion

Die Tomburg - eine Spurensuche

Andreas Hermann führte durch die Exkursion an der Tomburg

Der Verein Zehnthaus e.V. auf Exkursion an der Tomburg.privat

Rheinbach. Vor Kurzem hielt Andreas Herrmann, der Vorsitzende der Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach e.V., im Zehnthaus in Swisttal-Odendorf einen Vortrag zu dem Thema „Die Tomburg – Eine Spurensuche“. Zahlreiche interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer waren der Einladung des Vereins Zehnthaus e.V. gefolgt und ließen sich von dem Referenten durch die wechselvolle Geschichte von Tomberg und Tomburg führen, die er anhand vieler Karten und Fotografien von den Anfängen in römischer Zeit bis in das Jahr 2017 anschaulich darstellte und umfassend erläuterte.

Wechselvolle Geschichte von Tomberg zu Tomburg

Erlebte die Tomburg unter dem mit dem ottonischen Königshaus verwandten Geschlecht der Ezzonen um das Jahr 1000 eine Hochzeit ihrer Geschichte, so folgte im 14. Und 15. Jahrhundert der von wirtschaftlichen Problemen, Fehden und Raubrittertum begleitete Niedergang. 1473 hatte diese Entwicklung zur Einnahme und Zerstörung der Burg durch den Herzog von Jülich geführt.

In den kommenden Jahrhunderten diente die Ruine als Lieferant von Baumaterial. 1868 war das Burgplateau dann in den Besitz der Stadt Rheinbach gekommen. Die Berghänge wurden aber noch bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts weiterhin als Steinbruch genutzt. Neben den historischen Ereignissen beleuchtete Herrmann eingehend die topografischen und bautechnischen Aspekte der Anlage. Ausführlich ging er dabei auch auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Ausgrabungen von 1968 durch das Rheinische Landesmuseum ein. Besonders hob er auch das große Engagement der Stadt Rheinbach und den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen zum Erhalt des Boden- und Baudenkmals Tomburg hervor. An den Vortrag schloss sich am 20. Mai eine Exkursion zur Erkundung der Burgruine an. Bei gutem Wetter hatten 25 Interessierte den Weg nach Wormersdorf gefunden.

Bereits am Fuße des Tombergs verdeutlichte Herrmann die strategische Lage der Burg. Von hier aus ließ sich das umliegende Gebiet weit einsehen. So konnte der Platz in den unterschiedlichen Phasen seiner Geschichte gut als Aussichts- und Signalposten, als Stützpunkt für die nahe vorbeiführende Aachen-Frankfurter Heerstraße und später auch als Ausgangspunkt für die Überfälle auf Kaufleute.

Auf dem Burgplateau zeigte er, wie Unter- und Oberburg sich voneinander abtrennten, er erläuterte die mächtige Brunnenanlage sowie die Wohn- und Wirtschaftsbereiche nebst Backofen anhand der noch sichtbaren Grundmauern. Bei der Besichtigung des teilerhaltenen Bergfrieds - an dem drei Stockwerke erkennbar sind - stellte er dem historisch authentischen Mauerwerk die 1971 im Wesentlichen zur Sicherung aufgemauerten Teile gegenüber. Anhand zahlreicher Beispiele führte Herrmann aus, wie die Bausubstanz der Tomburg durch Witterung und durch Pflanzenbewuchs in Mitleidenschaft gezogen wird.

Witterung und Pflanzenbewuchs schaden Bausubstanz der Burg

Besonders wies er darauf hin, dass sich 2014 wenige Meter unterhalb der nordöstlichen Hangkante des Burgplateaus große Teile einer Stützmauer der Burg gelöst hatten. Ebenso kritisch wie das Wirken der Natur sei mit Blick auf die Erhaltung allerdings auch die Nutzung des Berges als Abenteuerspielplatz und mitunter sogar als Partyzone zu sehen. Dies hat allerdings schon eine lange Tradition, denn unter den Anwesenden konnten sich zwei Teilnehmer noch gut an ihre eigenen Klettererlebnisse als Kinder hier erinnern.

Die Tomburg sollte gewiss weiterhin beliebter Anziehungspunkt für die Bevölkerung sein, jedoch sicher und denkmalverträglich. Ein erfreulicher Ausblick ist aber, dass mit Fördermitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Eigenleistung der Stadt Rheinbach jeweils 60.000 Euro für die Restaurierung des Bruchsteinmauerwerks und die Mauerkronensanierung der Umfassungsmauern der Burgruine zur Verfügung stellen.

Noch 2017 soll restauriert werden

Mit den Arbeiten soll noch 2017 begonnen werden.

So kann auch für künftige Generationen Geschichte an diesem Originalschauplatz lebendig bleiben.

Der Verein Zehnthaus e.V. auf Exkursion an der Tomburg.Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Petraa: Das sehe ich genauso. Hier wurden Opfer und Täter verwechselt. Nur so ist es zu erklären, dass dieser Mann nicht dauerhaft hinter Gitter bleibt. Dass er sich entschuldigt hat, ist irrelevant.
  • Christian Rott: Wenn das kein heimtückischer Mord war, weiß ich nicht mehr was heimtückisch sein soll. Ich bin zwar kein Jurist, aber diese Tat empfinde ich als, detailliert geplant, heimtückisch und aus niederen Beweggründen ausgeführt.
  • Franz Stengel: Mich wundert das es in unserer Langendorfer Straße in Neuwied nicht zu mehr Gefahren kommt denn die meisten Autofahrer denken anscheinend es wäre eine Auffahrt zum Nürburgring so wird hier gerast, aber...
  • Boomerang : Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eigentlich ein gutes Ziel. "Feministischer Kampftag" dagegen mutet an wie eine Kriegserklärung. Der moderne Feminismus ist pervertiert zu einem Anspruch die...
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
PR-Anzeige
Anke Turco
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Nachruf Engelbert Harst
Stoffmarkt in Remagen
Titelanzeige Goldankauf
40-jährigers Mitarbeiterjubiläum
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel

Das Parken am Peter-Altmeier-Ufer ist wieder möglich

27.02.: Aktuelle Informationen zum Hochwasser an Rhein und Mosel

Region. Nachdem sich nun die Hochwasserlage an Rhein und Mosel beruhigt und die Pegel sinken, werden in Koblenz die Hochwasserschutzmaßnahmen zurückgefahren. So werden nun im Stadtteil Neuendorf die Durchgänge zum Rhein wieder geöffnet. Auch werden die Hochwasserschutzwände in der kommenden Woche rückgebaut.

Weiterlesen

Wer kann Angaben zur Identität der drei Tatverdächtigen machen?

Fahndung: Unbekannte benutzen illegal erlangte Debitkarte

Euskirchen. Die drei abgebildeten Männer werden verdächtigt, zwischen Sonntag, dem 5. Oktober, 8:30 Uhr, und Montag, dem 24. November, 8:30 Uhr, in einem Schuhgeschäft in der Veybachstraße in Euskirchen mehrere Einkäufe mit einer zuvor illegal erlangten Debitkarte getätigt zu haben.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
Dienstleistungen
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPLAN Münch GmbH
Titelanzeige KW 9
Titel
Wahlanzeige 3 von 6
Möbel May
Max Göke
Unterstützeranzeige Frank Hastenteufel
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Teamleitung
Anzeige Rasenseminar
Imageanzeige
Stellenanzeige