Allgemeine Berichte | 28.03.2022

Stadt Mülheim-Kärlich möchte den kanalisierten Bach in der Ortslage wieder sichtbar machen

Die Wiedergeburt für den „Müllemer Bach“

Heftiger Streit wegen Finanzierung im Stadtrat

Die Ringstraße in Mülheim-Kärlich ist ausreichend breit, um den derzeit noch unterirdisch verlaufenden Bach wieder an das sprichwörtliche Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Fotos: KH

Mülheim-Kärlich. Der Stadtteil Mülheim verdankt seinen Namen bekanntlich den Mühlen. Einst waren diese in großer Anzahl am Lützelbach anzufinden, der in der Bevölkerung häufig nur „Müllemer Bach“ bezeichnet wird. Die meisten Mühlgebäude sind zwischenzeitlich verschwunden. So wurde Ende des vergangenen Jahres in der der Bachstraße eine Mehlmühle abgerissen, deren Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreichte. In der Ortslage vollständig verschwunden ist auch der Bach. In den 50´er Jahren wurde er in unterirdische Rohre verlegt, die vom Bereich „Hoorweiher“ bis hin zum Ortsausgang in der Annastraße verlaufen.

Wie der Stadtrat Mülheim-Kärlich bereits vor zwei Jahren beschlossen hat, wird sich dies bald ändern. Zumindest in einem Teilbereich der Ringstraße soll der Bach wieder sichtbar werden. Der Stadtrat folgte damit der Empfehlung eines Städteplaners, der darin eine erhebliche Aufwertung für die Ortslage und eine Rückbesinnung auf die Tradition sieht. „Die Ringstraße besitzt eine ausreichende Breite, um hier eine attraktive Freilegung des Baches nach dem Vorbild anderer Kommunen zu realisieren, beispielsweise Bad Münstereifel“, so der Planer in seinem Gutachten.

Keine Frage: Naheliegender wäre es gewesen, den Lützelbach in der Bachstraße freizulegen. Dort ist jedoch nicht die erforderliche Straßenbreite gegeben: Die Folge wäre eine einseitige Verkehrsführung mit einer Einbahnstraßen-Regelung gewesen. „Die Ringstraße ist so breit, dass Verkehr in beide Richtungen verbleiben wird. Der Bach wird in der Mitte verlaufen, was optisch sehr ansprechend ist“, so der Fachplaner. Außerdem ist der Straßenbelag der Ringstraße ohnehin erneuerungsbedürftig, so dass dort die Realisierung des Projekts sinnvoller erscheint.

Die anfängliche Kritik einzelner Anlieger aus der Ringstraße ist zwischenzeitlich vollständig verschwunden. Die wegfallenden Parkplätze wurden an anderer Stelle durch die Erweiterung des Kolpingplatzes kompensiert.

Trotz aller positiven Effekte der Maßnahme gab es im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung eine heftige Diskussion. Hintergrund: Einige Ratsmitglieder befürchten, dass die zugesagten Zuschüsse nicht ausgezahlt werden. Der Antrag auf Förderung im Rahmen des Landesprogramms „Aktion Blau Plus“ ist immer noch nicht beschieden. „Angesichts der Corona-Pandemie und der Belastungen durch die Ukraine-Krise sind die Haushaltsmittel knapp. Für mich ist klar: Wir werden für unser Projekt keinen Euro erhalten“, so ein besorgtes Ratsmitglied. Der Stadtbürgermeister möchte nun nochmals beim zuständigen Ministerium auf eine baldige Entscheidung drängen. Dem Stadtratsmitglied aus Kärlich ging dies nicht weit genug „Sollten wir den 90-prozentigen Zuschuss nicht erhalten, dann muss halt die Verbandsgemeinde die Finanzierung übernehmen. Meines Wissens ist diese doch ohnehin für Maßnahmen an Gewässern wie dem Mülheimer Bach zuständig“, so der verkehrspolitische Sprecher seiner Fraktion.

Den Hinweis des Stadtbürgermeisters, dass die Verbandsgemeinde ebenfalls große Mehrbelastungen durch die Corona-Pandemie und Unterbringung von Hilfesuchenden aus der Ukraine habe, wollte das Ratsmitglied nicht unkommentiert lassen: „Man kann doch problemlos ein Mühlrad mit Generator aufstellen. Am Regenrückhaltebecken wäre auch ein idealer Platz für ein kleines Wasserkraftwerk. Mit dem grünen Strom durch Wasserkraft würden nicht nur Einnahmen erzielt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der regenerativen Energien geleistet“, betonte das Ratsmitglied. Eine Anregung, die auch Stadtbürgermeister nicht abwägig fand. Der Betrieb der Straßenbeleuchtung mit vor Ort erzeugtem Strom habe sicherlich Vorbild-Charakter, stimmte er zu.

Nach eingehender Diskussion beschloss der Stadtrat daher einstimmig einen entsprechenden Prüfauftrag zur Realisierung der Ideen.

Die weitere Realisierung der Bachfreilegung in der Ringstraße ist davon nicht betroffen: Sie soll unabhängig vom Ergebnis der Prüfung fortgesetzt werden, zumal auch bereits die Aufträge an die Baufirmen erteilt wurden. Eine Rücknahme hätte Ansprüche auf Schadensersatz zur Folge. Der erste Spatenstich für das Großprojekt findet somit, wie geplant, am Freitag, 1. April, in der Mülheim-Kärlicher Ringstraße statt.KH

Einst verlief der Bach offen durch die Ortslage von Mülheim-Kärlich. Die historische Aufnahme zeigt den Bereich am heutigen Brauhaus.

Einst verlief der Bach offen durch die Ortslage von Mülheim-Kärlich. Die historische Aufnahme zeigt den Bereich am heutigen Brauhaus.

Die Wiedergeburt für den „Müllemer Bach“

Die Ringstraße in Mülheim-Kärlich ist ausreichend breit, um den derzeit noch unterirdisch verlaufenden Bach wieder an das sprichwörtliche Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Fotos: KH

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