Allgemeine Berichte | 26.06.2023

Das „Nachhaltige Tourismuskonzept Ahrtal 2025“ wurde vorgestellt

Die touristische Zukunft des Ahrtals fest im Blick

Locken Skywalk, Seilbahn und Flutmuseum bald zusätzliche Gäste an?

Das „Nachhaltige Tourismuskonzept Ahrtal 2025“ wurde kürzlich im Helmut-Gies-Bürgerzentrum vorgestellt.  Foto:DU

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das gemeinsam mit dem Ahrtal Tourismus von der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH erstellte „Nachhaltige Tourismuskonzept Ahrtal 2025“ wurde kürzlich im Helmut-Gies-Bürgerzentrum offiziell vorgestellt. Auch die rheinland-pfälzische Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Daniela Schmitt (FDP) war hierfür in die Kreisstadt gekommen – und unterstrich den touristischen Wert der Region: „Das Ahrtal ist eine der bedeutendsten Tourismusregionen im Land. Deshalb müssen wir hier besonders anpacken und auch entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stellen“, sagte Schmitt, die Ideen wie eine Hängebrücke oder die Aufwertung des Ahrsteigs lobend hervorhob. Allerdings sei jetzt die Umsetzung der Ideen wichtig, zumal es gelungen sei, schon wieder zahlreiche Touristen ins Ahrtal zu locken.

Konzept sieht 50 Einzelmaßnahmen vor

Das erwähnte Tourismuskonzept soll für die nächsten rund zehn Jahre prägend sein und wurde vom Tourismus-Experten Jan-F. Kobernuß präsentiert. Es sieht unter anderem 50 Einzelmaßnahmen, darunter 20 größere Projekte, vor. „Es geht dabei nicht ‚nur‘ um den Neu- und Wiederaufbau, sondern auch um die Zukunftsfähigkeit des Ahrtals“, so Kobernuß, für den das Ahrtal mit seiner großen Peripherie enormes Potential hat. Dies beweise schon die Tourismus-Wertschöpfung von rund 140 Millionen Euro, die das Ahrtal vor der Flut jährlich generierte. Ziele des Tourismuskonzeptes sind unter anderem der Neuaufbau des Ahrtals als DIE nachhaltige und innovative Natur- und Weinregion in Deutschland sowie die Entwicklung als Qualitätsregion mit ausgeprägter Gastlichkeit, authentisch und regional in allen Bereichen. So soll beispielsweise ein höherer Anteil an Übernachtungsgästen sowie eine längere Saison erreicht werden. Als künftige Zielgruppen hat man vor allem Kultur- und Naturliebhaber, aktive Naturgenießer, Familien, „genussorientierte Entschleuniger“ und „aktive Erlebnissucher“ im Fokus. Dabei möchte man in Sachen Infrastruktur die e-Mobilität ebenso ausweiten, wie das ÖPNV-Angebot. Eine Aufwertung des Rotweinwanderweges und des AhrSteig sollen das Naturerlebnis ebenso fördern, wie ein MTB-Cross-Country-Routennetz in den Höhenregionen, der „Ahr-Radweg“ als Benchmark für Nachhaltigkeit und Qualität sowie die Prüfung der Schaffung eines „Naturpark Ahrtal“.

„International Crisis Center Ahr“

Mit Einrichtungen wie der Hängebrücken-Verbindung Rotweinwanderweg-AhrSteig, dem schon vor der Flut von der Metallhandwerker-Innung Ahrweiler und der Berufsbildenden Schule geplanten „Skywalk“ in den Weinbergen des Ahrweiler Silberbergs, der „Seilbahn Kreuzberg-Saffenburg“ und der Bergerlebniswelt Altenahr, bzw. Dernau/Krausberg und „Paradieswiese“ sieht die Planung ambitionierte Projekte vor. Auch die Flut und deren Folgen findet sich in dem Konzept wieder. So gibt es die Idee eines „International Crisis Center Ahr“ als Wissenschafts- und Besucherzentrum zu Ursachen, Entwicklung, Auswirkungen und Bekämpfung von Katastrophen und eines „Flutmuseum“ zur Visualisierung einer der größten Naturkatastrophen Deutschlands. Ein möglicher Standort dieses Museums könnte im Bereich der St. Pius-Kirche sein, erste Entwürfe wurden bereits vorgestellt. In Sachen „Seilbahn“ läuft eine Machbarkeitsuntersuchung. Die Etablierung neuer „Ahr Thermen“ am alten Standort als eines der Ankerprojekte findet sich ebenso in den Planungen, wie die weitere Stärkung der Medizin-, Kur-, Wander- und Weinregion Ahrtal.

„Das Ahrtal wird enorme Unterstützung benötigen“

„Nachdem das Konzept nun fertig vorliegt, geht es jetzt ans Eingemachte, nämlich an die Finanzierung. Uns ist klar, dass dies insbesondere für die großen Leitprojekte keine leichte Aufgabe sein wird. Die einzelnen Vorhaben-Träger müssen erst noch gefunden werden, zum Beispiel die Kommunen oder mögliche Investoren. Um zukünftig langfristig und nachhaltig als Tourismusregion bestehen zu können, wird das Ahrtal enorme Unterstützung benötigen“, betonte Christian Senk, Geschäftsführer der Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH. Auch wenn einige kleinere Projekte schon jetzt mit vorhandenen Mitteln umgesetzt werden könnten, bestehe die Hauptaufgabe nun darin, Finanzierungsmöglichkeiten für die weiterführenden Maßnahmen zu erörtern. „Eine Mammutaufgabe, der wir Touristiker uns gerne stellen, weil wir die touristische Zukunft des Ahrtals fest im Blick haben“, so das Fazit des Ahrtal-Tourismus Vorsitzenden Christian Lindner. „Doch wir sind insbesondere auf die Mitwirkung der Politik und ihre Unterstützung auf allen Ebenen angewiesen. Ohne sie ist eine Umsetzung schlichtweg nicht möglich“, appellierte er in Richtung Kommunen, Kreis und Land.

Publikum wird jünger

Auch beim anschließenden Podiums-Talk mit Antje Körtgen (Winzerhof Körtgen), Peter Kriechel (Vorsitzender Ahrwein e.V.), Maike Gausmann-Vollrath (Kreiswirtschaftsförderung Landkreis Ahrweiler), Guido Mombauer (Vorstandsmitglied Kreissparkasse Ahrweiler), Ministerin Daniela Schmitt und Christian Lindner (Vorsitzender Ahrtal Tourismus e.V.) wurde die touristische Zukunft des Ahrtals in den Fokus genommen. So stellte Peter Kriechel fest, dass das Publikum jünger wird und die Zahl der Tagesgäste zunimmt. Events wie der Weinmarkt oder der Ahr-Wein-Walk seien sehr wichtig, da vor allem unter der Woche der Umsatz bei den Winzern noch sehr schwach sei. Mit Besorgnis schauen Kriechel und die Ahr-Winzer auf den geplanten „Green Deal“ der EU der, sollten dessen Pläne umgesetzt werden, für die hiesigen Winzer existenzbedrohend wäre. „Rund 90 Prozent unserer Rebflächen könnten dann schlichtweg nicht mehr bearbeitet werden“, so Kriechel. Diese Sorgen teilte Ministerin Schmitt: „Der Entwurf des Green Deal ist in dieser Form inakzeptabel. Wir müssen, über Parteigrenzen hinweg, gemeinsam dagegen vorgehen.“

Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität

Guido Mombauer stellte die Wichtigkeit des Tourismus und des Handels für die Region in den Mittelpunkt: „Das ist die Branche Nummer eins im Ahrtal, auch wenn mir der Einzelhandel manchmal etwas zu kurz kommt. Denn ein guter Einzelhandel lockt Gäste an und ist von entscheidender Bedeutung für den Wohlstand einer Region.“ „Unser Ziel muss die Zukunftsfähigkeit des Tourismus und eine hohe Lebensqualität für die Einwohner sein – dann bekommen wir auch die notwendigen Fachkräfte“, ergänze Maike Gausmann-Vollrath.

Der Ahrtal-Tourismus-Vorsitzende Christian Linder begrüße im Bürgerzentrum zahlreiche Gäste aus Tourismus und anderen Branchen. Foto: DU

Der Ahrtal-Tourismus-Vorsitzende Christian Linder begrüße im Bürgerzentrum zahlreiche Gäste aus Tourismus und anderen Branchen. Foto: DU

Das „Nachhaltige Tourismuskonzept Ahrtal 2025“ wurde kürzlich im Helmut-Gies-Bürgerzentrum vorgestellt. Foto:DU

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Anne: Ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ein Dolchstoß mitten ins Herz aller Flutopfer…nicht nur der Toten und deren Angehörigen und Freunden, sondern insbesondere der unzählig vielen traumatisierten Menschen...
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Anne: Es ist das kalte Grauen. Wahrscheinlich denkt sich der Täter in Anlehnung an den Mordprozeß im Fall Anna K. aus Gimmigen mit einem ähnlich milden Urteil davon zu kommen. In was für einer Zeit leben wir...
  • Graf: Ja, sehr GUT Ukraine, ist doch bekannt , dass koruptestes Land in Europa ist. Mit den Politiker, sind unsere bezahlt worden? Wunderbar !
Pädagogische Fachkräfte
Dillemarkt 1. Anzeige
sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
First Friday Anzeige Mai
Titel
Anzeige LebensArt Bad Neuenahr 2026
Empfohlene Artikel
10

Die bekannte Lifestyle-Messe LebensArt kommt erneut nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vom 12. bis 14. Juni verwandelt sich erstmals der Dahliengarten in eine Oase der schönen Dinge für Haus und Garten. Der Umzug in den Dahliengarten als neuer Standort der LebensArt wurde durch die bauliche Umgestaltung des Kurparks notwendig. Die beiden Projektleiterinnen Sabine Prothmann und Eva Johann vom Lübecker Veranstalter...

Weiterlesen

Luca und Laura Di Stefano haben die spannendsten True Crime-Fälle im Blick.  Foto: FELIX KIRCHNER // ENKIME
21

Region/Mogendorf. Morde, Vermisstenfälle, rätselhafte Todesfälle und ungelöste Geheimnisse – wahre Verbrechen üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Genau dieser Leidenschaft haben sich Luca und Laura Di Stefano aus dem Westerwald mit ihrem Podcast „Verbrechen Hautnah“ verschrieben. In ihren Folgen nehmen sie die Zuhörer mit auf die Spur spektakulärer Kriminalfälle, erzählen von schockierenden Taten, überraschenden Wendungen und Ermittlungen, die bis heute Fragen offenlassen.

Weiterlesen

Julian Konrad mit Pokal.  Foto: privat
13

Nürburg. Beim zweiten Rennwochenende des Polo Cup Germany auf dem Nürburgring hat Julian Konrad seine Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigt und weiter ausgebaut. Wechselnde Wetterbedingungen, hohe Temperaturen und anspruchsvolle Strategieentscheidungen prägten dabei das Wochenende für den Fahrer von Konrad Motorsport.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Orignale Linkin Park-Klampfe - die gibt es nur in der besonderen Ausstellung! Foto: Axel Live Pictures
245

Ringrocker sollten sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen:

Rock am Ring 2026: Heißer Tipp abseits der Bühnen!

Nürburgring. Pünktlich zu Rock am Ring 2026 erwartet die Festivalbesucher eine besondere Überraschung: Die US-Rockband Linkin Park bringt eine zeitlich begrenzte Sonderausstellung exklusiv an den Nürburgring. Die Ausstellung gewährt seltene Einblicke in die Geschichte einer der erfolgreichsten Rockbands der vergangenen Jahrzehnte und präsentiert zahlreiche Originalstücke aus verschiedenen Schaffensphasen der Gruppe.

Weiterlesen

Das Schießen mit dem großen Katapult sorgte für staunende Gesichter und viel Jubel.  Foto: Astrid-Lindgren-Schule
8

Die 4. Klassen auf Zeitreise zur Ehrenburg

Ritter, Burgen und spannende Abenteuer

Rheinbrohl. Zum krönenden Abschluss ihrer Grundschulzeit unternahmen die 4. Klassen einen ganz besonderen Ausflug zur Ehrenburg. Passend zum Unterrichtsthema „Ritter und Burgen“ tauchten die Kinder dort tief in das Leben des Mittelalters ein und erlebten einen aufregenden Tag voller Spiel, Spannung und Geschichte.

Weiterlesen

Spielerisch übten die Kinder, Straßen sicher zu überqueren. Foto: privat
8

Verkehrssicherheit für die Erstklässler der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl

Sicher unterwegs mit ADACUS

Rheinbrohl. Wie verhalte ich mich richtig an einer Straße? Worauf muss ich beim Überqueren einer Fahrbahn achten? Und warum ist Aufmerksamkeit im Straßenverkehr so wichtig? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Erstklässler der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl im Rahmen des ADACUS-Verkehrssicherheitsprogramms der ADAC Stiftung.

Weiterlesen

Hausmeister, bis auf Widerruf
Image Anzeige
Image Anzeige
Premium-Titel 2
vorab überwiesen am 22.05.2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0324#
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Werbeplan 2026 / rund ums Haus
Azubispots Koblenz
Azubispots Koblenz
Sonderseite Jahn Eleven
Sprudelndes Sinzig
Sonderseite Jahn Eleven
Wertstoffhof - Kaffee Anzeige
Feuerwehrfest in Heimersheim
Sonderseite Jah  Eleven
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.