Die unterschiedlichen Gesichter von Rassismus
Tagung in Koblenz widmet sich am 31. Januar unter anderem Themenfeld „Kirche“
Koblenz. „Sich mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen, ist unangenehm“, weiß Dr. Nathalie Eleyth, Oberassistentin am Institut für Sozialethik im Ethik-Zentrum der Universität Zürich, „aber eine Pflicht“, um sein eigenes Verhalten zu reflektieren und einen geschützten Raum für Menschen zu bieten, die rassistisch verletzbar sind – dies gelte auch für die zwei großen christlichen Kirchen.
Die evangelische Theologin ist Teil der Tagung „Alltag in Kirche und Gesellschaft: Rassismus“, die am Samstag, 31. Januar, von 10 bis 13.45 Uhr beim Evangelischen Kirchenkreis (Mainzer Straße 81) in Koblenz stattfindet.
„Christ*innen sehen sich auf der Seite der Guten“, erklärt Eleyth. „Doch Rassismus bedeutet nicht nur rechtsextrem zu sein.
Wir haben Rassismus internalisiert [verinnerlicht], ohne uns dessen bewusst zu sein.“ Als Beispiel nennt die Wissenschaftlerin, dass schwarzen Personen und People of Colour zugeschrieben werde, sie hätten von Natur aus „Rhythmus im Blut und richtig gute Stimmen“. Sie erlebe „häufig in Kirchen und in anderen Räumen rassistische Mikroaggressionen oder einen sogenannten positiven Rassismus, der aber für die Betroffenen nicht positiv ist.“ Rassismus erscheint auf vielfältige Weise – von unbewussten Mikroaggressionen bis hin zu offener verbaler und körperlicher Gewalt. Er hält sich zudem hartnäckig und wächst mit zunehmenden Krisenerscheinungen. Die Tagung in Koblenz wird daher der Frage nach Rolle und Hintergründen von Rassismus im gesellschaftlichen Ganzen und in der Kirche beleuchten sowie konkrete Erfahrungen thematisieren.
Neben Eleyth werden sich weitere Referentinnen und Referenten dem Thema Rassismus widmen und über Diskriminierung in Bildung und Rassismus in einer kapitalistischen Gesellschaft sprechen; den Abschluss, vor einem gemeinsamen Essen, bildet ein theologischer Impuls. Zwischen den Vorträgen gibt es die Möglichkeit des Austauschs und zur Kleingruppenarbeit.
Veranstalter sind neben dem Ökumenischen Netz Rhein-Mosel-Saar der Arbeitskreis processus confessionis in der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Solidarische Kirche im Rheinland und die Vereinte Evangelische Mission; Kooperationspartner sind das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Rheinland-Süd, die Internationale Katholischen Friedensbewegung pax christi (Diözesanverband Trier); Förderung findet statt durch „Brot für die Welt“ und der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz.
Der Anmeldeschluss für die Veranstaltung ist am Dienstag, 27. Januar. Weitere Informationen gibt es beim Ökumenischen Netz Rhein-Mosel-Saar per E-Mail an info@oekumenisches-netz.de oder telefonisch unter Tel.: 0261-89926284. Die Teilnahme ist kostenlos, um einen kleinen Beitrag für Essen und Getränke wird gebeten.
Pressemitteilung Bistum Trier
