Allgemeine Berichte | 22.09.2025

EIN-Spruch - Die unbezahlbaren Heiligen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat

Alles hat seinen Preis! Auch und gerade Arbeit, die Menschen leisten. Umsonst ist der Tod und der kostet bekanntlich das Leben! Und selbst dort, wo uns unter Umständen gesagt wird, dass es etwas umsonst, also gratis gäbe, werden wir nicht selten misstrauisch. Wir fragen nach dem Haken, prüfen, ob es nicht doch irgendeine Bedingung gibt und falls nicht, falls wirklich etwas umsonst gegeben wird, überkommt uns das beklemmende Gefühl, ob wir es wirklich annehmen können.

Am 26. September wird ein Ärztebrüderpaar, Kosmas und Damian, das im 4. Jahrhundert in Kleinasien lebte und den Märtyrertod erlitt, als christliche Heilige gefeiert, weil sie unter anderem Menschen unentgeltlich medizinisch behandelten und daher als Anargyroi, was soviel wie ohne Silber(geld), bezeichnet wurden. Das Heilsein des Menschen ist ein umfassenderes Geschehen als es sich allein in Ärztekunst ausdrückt; un-bedingte Zuwendung gehört wesentlich dazu.

Menschen, die sich aufgrund ihres Glaubens und ihrer Begabung, anderen zuwenden und dabei nicht ihren finanziellen oder sonstigen Vorteil fragen, erinnern uns daran, dass wir von mehr leben als von dem, was wir uns selbst machen oder erwirtschaften können.

Auch in den vielfältigsten Formen des Ehrenamtes kommt diese Überzeugung zum Vorschein. Es ist eine Überzeugung, dass ein Mensch es immer wert ist, sich seiner anzunehmen, sich mit Zeit und Mühen für ihn einzusetzen - egal wieviele Enttäuschungen man auch im eigenen Leben auch erlebt haben mag. Freilich steht dieses Engagement in der Gefahr, ausgenutzt, d.h. verzweckt zu werden, sodass sich nicht wirklich Dankbarkeit und tiefe Freude über das Leben einstellen können, sondern Verletztheit und manchmal auch Bitternis.

Daher hören wir immer öfter den Ruf: Was habe ich davon, was bringt mir das?

Kosmas und Damian haben diese allzu menschliche Frage durch ihr Leben ins Glaub-Würdige gewendet, indem sie fragen: Wem kann ich dienen, mit meinen Begabungen, mit meiner Zeit und meinen Möglichkeiten?

Indem sie selbst sich gratis Bedürftigen zuwandten, gaben sie diesem Wort jenen ursprünglichen Glanz, den es seit jeher hatte, indem sie die Gnade (gratia) Gottes sichtbar machten und so das Vermächtnis Jesu erfüllten: Umsonst habt ihr empfangen- umsonst sollt ihr geben (Mt 10,8).

Über Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel, Kooperator im Pastoralen Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit April 2019 in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Seelsorger tätig.

Dies ist ein Beitrag der katholischen Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel. Foto:privat

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  • Nadja : Ganz einfach, sowas muss garnicht beschrieben werden wenn diese Daten vorliegen. Da kein Fremdverschulden vorliegt sollte man so sensible sein und hinterfragen ob es vielleicht Suizid war wegen genau so was ! Passiert leider garnicht so selten.
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