Friedensmuseum „Brücke von Remagen“ feierte Wiedereröffnung und Jubiläum
„Ein Monument für Frieden und Freiheit“
Arbeit mit Schülern und Jugendlichen soll künftig noch stärker im Fokus stehen
Remagen. Mit dem „Friedensmuseum Brücke von Remagen“ ist jetzt ein wichtiger touristischer Frequenzbringer wieder für Besucher zugänglich. Zwei Jahre lang musste die international bekannte Ausstellung notgedrungen ihre Türen schließen. Zunächst sorgten nicht einzuhaltende Brandschutzauflagen für die Schließung, später die Corona-Pandemie. Hinzu kamen langwierige Querelen und Differenzen innerhalb des Vereins „Friedensmuseum Brücke von Remagen“. Im Oktober 2020 nahm dann der neue Vorstand um die Vorsitzende Karin Keelan seine Arbeit auf und brachte den Verein samt dem am 7. März 1980 eröffneten Museum wieder auf Touren. Inzwischen wird die Brücke von Remagen nicht nur den geltenden Brandschutzbestimmungen gerecht – auch die Dauerausstellung wurde wieder in Schuss gebracht. Diese zeigt nicht nur die wechselvolle Geschichte der Brücke einschließlich der laut Historikern Kriegs-verkürzenden Einnahme durch amerikanische Streitkräfte im März 1945, sondern auch Themen rund um Frieden und Friedenssicherung. Ein weiterer Ausstellungsbereich ist den so genannten Rheinwiesenlagern zwischen Remagen und Kripp sowie zwischen Sinzig und Niederbreisig gewidmet, wo unter Führung der US-Army von April bis Juni 1945 insgesamt rund 288.000 deutsche Kriegsgefangene untergebracht waren.
„Es gibt viele Museen, aber nur wenige Baudenkmäler wie dieses“
Unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln waren zahlreiche Gäste aus der Politik, aber auch von lokalen Schulen und Vereinen in die Rheinhalle gekommen. Nicht „nur“, um die Wiedereröffnung zu feiern, sondern auch – wenn auch Corona-bedingt mit einem Jahr Verspätung – das 40-jährige Museums-Jubiläum. In ihrem Grußwort dankte Karin Keelan der Stadt Remagen und Bürgermeister Björn Ingendahl, aber auch den Ortsvereinen und Schulen für die gute Zusammenarbeit. Überhaupt möchte sich das Friedensmuseum zukünftig noch stärker der Arbeit mit Schülern und Jugendlichen widmen. „Es gibt viele Museen, aber nur wenige Baudenkmäler wie dieses“, so Keelan, die anschließend auf die Geschichte des Museums zurückblickte und dieses als „großartige Idee der Völkerverständigung“ bezeichnete. Kulturministerin Katharina Binz würdigte das jahrzehntelange, ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder und wies auf die vielen Schnittstellen hin, die das Museum zu den unterschiedlichsten Menschen und Gruppierungen hat. Die Brücke von Remagen sei wichtig für die Vermittlung von Geschichte und somit auch aktive Friedensarbeit.
Wiedereröffnung pünktlich zum „Tag des offenen Denkmals
MdL Horst Gies dankte dem Vereinsvorstand für die zukunftsfähige Neuausrichtung von Verein und Museum. Dieses sei, so Gies, „ein Monument für Frieden und Freiheit“. „Vor einem Jahr hatte ich noch Zweifel daran, dass wir das Museum so zügig wieder öffnen können. Umso glücklicher bin ich, dass dies jetzt, so kurz vor dem ‚Tag des offenen Denkmals‘, dennoch der Fall ist“, gestand Bürgermeister Björn Ingendahl. Es folgte ein bewegendes Zeitzeugen-Interview des amerikanischen Politikwissenschaftlers Andrew Denison mit dem Zeitzeugen Jürgen Tegethoff, der als Kommandant dreier „Königstiger“-Panzer nicht nur dramatische Kriegsereignisse erlebte, sondern auch einige Zeit im Gefangenenlager „Goldene Meile“ in Remagen verbrachte. Der Brücke von Remagen sind Dension und Tegethoff schon lange eng verbunden. Sie stifteten dem Friedensmuseum auch einen „Friedensstein“, der im Eingangsbereich zu besichtigen ist. Abgerundet wurden die Feierlichkeiten von musikalischen Beiträgen der Musikschule Remagen sowie einem abendlichen Benefizkonzert mit der Band „GUTSO“, dessen Einnahmen komplett der Flutopferhilfe im Ahrtal gespendet werden.
Freute sich über die Wiedereröffnung: Bürgermeister Björn Ingendahl.
Zahlreiche Gäste waren in die Rheinhalle gekommen.
Kulturministerin Katharina Binz würdigte die aktive Friedensarbeit des Museums.
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