Allgemeine Berichte | 10.02.2020

Wigald Boning mit seinem neuen Programm „Wie ich unfreiwillig Weltmeister wurde“ in Mayen

Eine Sportskanone packt aus

Der bekannte Entertainer berichtete von strapaziösen Radtouren, Ultramarathons und seinem Weltrekord

Wigald Boning mag die sportliche Herausforderung. So erklomm er mit seinem Kollegen Bernhard Hoëcker sogar schon die höchsten Berge des Saarlandes (295,4 m) und Bremens (32,5 m). Fotos: www.axellivepictures.de

Mayen. Wigald Boning weckt in den meisten die Erinnerung an Fernsehsendungen wie „RTL Samstag Nacht“ oder „Clever – Die Show, die Wissen schafft“ oder auch „Nicht nachmachen“. Und das zu Recht, erhielt Boning doch mit seinem damaligen Moderatorenpartner in der Ausgabe „Zwei Stühle – eine Meinung“, Olli Dittrich, sogar im Jahr 1995 den Adolf-Grimme-Preis. Und damit nicht genug. Eine Reihe von Moderationen und Projekten folgte, die zuweilen mit hoch anerkannten Preisen ausgezeichnet wurden. Denn neben der Satire im Fernsehen gibt es für Boning auch noch die Musik. Er spielt mehrere Blasinstrumente, ist Mitbegründer des Musiklabels „Hobby Musik“ und das Duo „Die Doofen“, das aus Boning und Dittrich besteht, erreichte im Sommer 1995 die Spitzenposition der Charts und trat sogar als Vorband von Bon Jovi auf. Klar ist wohl: 1. Niemand hat so viele Mikrowellen auf dem Gewissen; 2. Boning muss als Multitalent betitelt werden.

Der Musiker und Moderator war auch Fischköder und Sportler

Eine ganz andere und wenig publik gemachte Seite an Boning stellte er nun aber selber in Mayen vor. Mit seinem neuen Programm „Wie ich Weltmeister im Langsamschwimmen wurde“ wurde es in der Mayener Halle 129 komisch und bedächtig zugleich.

Mithilfe einer Bildpräsentation führte Boning seine Zuhörer durch seine sportliche Lebensgeschichte. Angefangen hatte diese bereits schon früh mit einer Fischköder-Ausbildung, Handständen im Wasser oder durch frühes Wandern mit der Familie. Durch sein durchaus auch modisches Vorbild, Guido Kratschmer, kam Boning schließlich zur Leichtathletik und versuchte sich im Diskuswurf. Nach einer herben Niederlage bei einem Wettkampf zog er erstmal weiter zur Musik. Da auch die „Hidden Lovers“ keine Miete einbrachten, ging es für Boning zum Fernsehen. Und hier eröffnete der gefeierte Moderator einen ganz anderen Blick auf die Arbeit bei „RTL Samstag Nacht“, indem er verriet, dass die After-Show-Partys eine gewisse Leistung im Lebertraining erforderten.

Der Traumvom olympischen Gold

Nach den Erzählungen dieser – vom Publikum mit einem Lächeln bedachten – sportlichen Leistungen wurde es aber imposant. Denn auch Boning selbst hatte für sich entschieden: „Das war hartes Training, aber kein richtiger Sport. Das Ende des Dauerkaters musste her.“ Und dieser wurde abgelöst vom Streben nach olympischem Gold.

Wigald „The Body“ Boning führte sodann die Bürokratisierung des Körpers ein und führte emsig Trainingstagebücher. Das Lauffieber hatte ihn gepackt und so bestritt er einen Marathon nach dem anderen. Als Tipp gab Boning seinen Zuhörern mit einem Zwinkern: „Wer Erster werden will, muss eine Disziplin selber erfinden und niemandem davon erzählen.“ So konnte er sich bei einem Marathon im Hamburg zum 1. Krawattenläufer ernennen. Doch nicht nur das Marathonlaufen weckte in Boning den Sportlergeist. Auch der ein oder andere Tretboot-Marathon und Skitouren wurden von ihm bestritten. Und auch das Fahrradfahren hatte es ihm angetan.

600 km von Füssen nach Venedig? Kein Problem für den Rad- Liebhaber. Boning erzählte von Fahrradtouren nach Rom und in Afrika, die seine Zuhörer sprachlos werden ließen. Denn es wurde auch kurzzeitig ernst, als er berichtete, wie er auf einer seiner Touren durch ein von einem Erdbeben zerstörtes Dorf kam. „Da war unser Problem der Wegfindung auf einmal nicht mehr so schlimm“, stellt Boning fest.

Ab ins Wasser

Neben dem Radfahren, Laufen und Wandern kann Boning bis heute dem Schwimmen viel abgewinnen. Und scheint dabei auch seine Weltmeister-Sportart gefunden zu haben... Es begann, wie so viele von Bonings sportlichen Unternehmungen, mit einem 24-Stunden-Event. Die haben es ihm angetan. Nach 24 Stunden Bahnenziehen bekam er von geübten Schwimmern durchweg positives Feedback und fasste den Entschluss, dieses Naturtalent auszubauen. Ab diesem Zeitpunkt war kein Badesee oder Tümpel vor Boning sicher, bis er dann schließlich die Bodenseedurchquerung ins Auge nahm. Währenddessen merkte er schnell, dass er nicht sehr schnell war. Und trotzdem kann er sich mit Fug und Recht Weltmeister nennen. Denn auf der Rangliste der Bodensee-Breitenquerungen belegt er bis heute den letzten Platz und so kam er zum Ehrentitel „Weltmeister im Langsamschwimmen“.

Boning hat nicht nur durch seine Moderatorenarbeit bei RTL, Sat1 und weiteren Sendern die Welt gesehen, sondern vor allem durch seinen eigenen sportlichen Ehrgeiz. Der steckte übrigens auch seine Frau Teresa an, mit der er auf dem Tretroller dann die Alpen überquerte. Zum Schluss gab Boning seinem beeindruckten Publikum mit auf den Weg, dass er auch die „Couchpotatoes“ verstehen könnte. Für ihn habe das Faulenzen aber vor allem dann einen echten Reiz, wenn er zuvor seinen Körper bis zum Äußersten gebracht habe. Und auf die Frage, was er von all den Läufen und Touren mitgenommen habe, antwortete er: „Es geht nicht darum weiter zu werfen, schneller zu laufen, zu schwimmen, mehr Leistung zu bringen als andere, sondern darum, überhaupt etwas zu tun.“ Und damit gab er jedem einzelnen neben einem Lächeln auf dem Gesicht auch einen Anstoß zum Nachdenken mit auf den Heimweg.

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>> „Wie ich unfreiwillig Weltmeister wurde“

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