Allgemeine Berichte | 21.12.2021

Staatsanwaltschaft startet in zweite Ermittlungssphase

Ermittlungen zur Flut im Ahrtal: Über 200 Zeugen wurden bereits vernommen

Ahrtal/Koblenz. Am 6. August hat die Staatsanwaltschaft Koblenz die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen zwei Beschuldigte wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung im Amt - jeweils begangen durch Unterlassen - mitgeteilt. In der in diesem Zusammenhang durchgeführten Pressekonferenz vom gleichen Tag hatte die Staatsanwaltschaft angekündigt, die Medien und die Öffentlichkeit fortlaufend über den Gang der Ermittlungen zu unterrichten, soweit dies ermittlungstaktisch und unter Berücksichtigung der für beide Beschuldigte geltenden Unschuldsvermutung rechtlich möglich ist.

Einzelheiten zum Ermittlungsverfahren

Das Ermittlungsverfahren gliedert sich in aufeinander aufbauende Schritte. Die bisher durchgeführten Ermittlungen dienten vorrangig dazu, möglichst umfassend Informationen zum Ablauf der Unwetterkatastrophe zu sammeln. Zu diesem Zweck wurden die Geodaten des Katastrophengebiets sowie Wetterdaten beigezogen und über 200 Zeuginnen und Zeugen vernommen, bei denen es sich zu einem Großteil um Rettungskräfte und Personen gehandelt hat, die sich über die hier eingerichtete Mailanschrift unwetter.stako@genstako.jm.rlp.de gemeldet hatten. Zur Sammlung der Daten gehörte auch die Sichtung der sichergestellten, bei der Integrierten Rettungsleitstelle in Koblenz sowie bei der Polizei eingegangenen Notrufe. Alle Daten sind zur Rekonstruktion des Hergangs elektronisch erfasst worden, um hieraus eine möglichst präzise Modellierung des Katastrophengeschehens zu entwickeln. Die geschilderten Arbeiten sind bereits erfreulich weit fortgeschritten, was nicht zuletzt daran liegt, dass das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz mit Unterstützung aller Polizeipräsidien des Landes eine große Ermittlungsgruppe für die Zeugenvernehmungen, die Datensichtung und die Datenerfassung zur Verfügung stellen konnte.

In dem nun anstehenden zweiten Schritt sollen die vorhandenen Informationen zusammengeführt und eingehend bewertet werden. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf der Frage liegen, ob und ab wann ggf. für wen absehbar war, dass es zu massiven Überschwemmungen mit Personenschäden oder gar Todesfällen kommen würde. Parallel dazu werden die bereits erfolgten Vernehmungen der Mitglieder des Krisenstabes sowie die dort vorhandenen Daten daraufhin überprüft werden, welche Informationen wann und in welcher Form vorlagen und wie diese bewertet worden sind. Da dieser Schritt erfordert, dass alle ermittelnden Beamtinnen und Beamten fundierte Kenntnisse aller Zusammenhänge haben, ist zur Vermeidung von Informationsverlusten und überzogenen Abstimmungsbedarfen der ermittelnden Personen untereinander die Zahl der eingesetzten Polizeibeamten auf eine Kernermittlungsgruppe reduziert worden. Hierdurch bleibt gewährleistet, dass die Ermittlungen weiterhin zügig und mit Nachdruck geführt werden.

Eine fundierte inhaltliche Bewertung der bisherigen Ermittlungen ist nach dem Vorstehenden bislang nicht möglich; vorschnelle Beurteilungen verbieten sich. Die Staatsanwaltschaft teilt daher ausdrücklich nicht die in den letzten Tagen bekannt gewordenen Bewertungen einzelner Ermittlungsergebnisse, die ohne Mitwirken der Staatsanwaltschaft in die Öffentlichkeit gelangt sind. Die der öffentlichen Berichterstattung zu entnehmende Wiedergabe einzelner Aussagen oder Erkenntnisse ersetzt eine sorgfältige Gesamtschau aller Ermittlungsergebnisse - die die Staatsanwaltschaft möglichst zügig vornehmen wird - nicht. Für beide Beschuldigte gilt daher auch im Lichte der so genannten Rechercheergebnisse in vollem Umfang die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft wird die Medien und die Öffentlichkeit auch weiterhin über den Gang der Ermittlungen auf dem Laufenden halten. Hiermit sowie durch die mit dem Opferbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz vereinbarte Kooperation soll auch den verständlichen Belangen von Hinterbliebenen und Geschädigten der Flutkatastrophe entgegengekommen werden.

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass das eigens für Hinweise aus der Bevölkerung eingerichtete E-Mail-Postfach unwetter.stako@genstako.jm.rlp.de

Pressemitteilung

Staatsanwaltschaft Koblenz

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Innovatives aus der VG Weißenthurm
2+1 Aktion
Anzeige Fest der 1000 Lichter
Rund ums Haus
neue Heizung? / -
Kreishandwerkerschaft
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
(v.l.) Charlotte Jürgens (linke und rechte Hand) von Annette Bartsch (DSM-Direktorin)
916

Bad Neuenahr. Ein sportlich erfolgreicher Turniertag fand seinen krönenden Abschluss bei einer besonderen Abendveranstaltung im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr. In stilvollem Ambiente kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Gäste sowie Organisatoren zusammen, um die besondere Atmosphäre des Turniers auch abseits der Tennisplätze zu genießen. Der Abend stand ganz im Zeichen regionaler Gastfreundschaft, langjähriger Verbundenheit und des gemeinsamen Blicks in eine erfolgreiche Zukunft des Turniers.

Von HTC Bad Neuenahr aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Symbolbild.
234

Tragische Unfälle in Köln: Zwei Menschen erliegen Verletzungen

Seniorin und Mann sterben nach schweren Unfällen in Köln

Köln. Die Staatsanwaltschaft und Polizei Köln haben mitgeteilt, dass die 89-jährige Fußgängerin, die am 8. Juli in Köln-Westhoven von einer Stadtbahn erfasst wurde, am Freitagmorgen, dem 24. Juli, im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen ist.

Weiterlesen

Mitglieder und Freunde des VdK Ortsverbandes Mayen.Tagesausflug nach Luxemburg.
182

Mayen. Der Sozialverband VdK zählt in der Stadt Mayen mittlerweile über 1.000 Mitglieder und ist damit einer der größten Sozialverbände vor Ort. Die kompetente Beratung und Unterstützung der Mitglieder durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VdK-Geschäftsstelle sowie eine engagierte Mitgliederbetreuung durch den Vorstand gehören zu den zentralen Aufgaben des Ortsverbandes.

Von Stefan Müller aus Mayen

Weiterlesen