Allgemeine Berichte | 12.01.2018

Herzgruppe TV Remagen 1877 e.V. / Krankenhaus Maria Stern

Ernährung und Risikofaktoren für Herzerkrankungen

Essen zum Genuss und als Mittel zur Lebensfreude

Nicht nur Geruch und Geschmack, auch Geräusche, zum Beispiel beim Brechen von Fladenbrot, tragen zum Genuss bei.privat

Remagen. Im Dezember hatte die regelmäßige Ernährungsberatung der Herzgruppenmitglieder und ihrer (kochenden) Angehörigen einen ganz anderen Schwerpunkt als sonst.

Während es bisher mehr um die inhaltliche Zusammensetzung der Nahrung und deren Einfluss auf den Stoffwechsel, den Blutdruck, das Gewicht oder die entsprechenden Wechselwirkungen mit notwendigen Medikamenten ging, stand die Aufklärung diesmal unter dem Motto: Essen zum Genuss und als Mittel zur Lebensfreude.

Dass Freude hilft, gesund zu bleiben oder sich besser zu erholen, ist uns wohl allen aus eigener Erfahrung bekannt. Mithilfe einiger spannender Selbstversuche, die die Teilnehmer freiwillig auf einer „Straße der Sinne“ machen konnten, verdeutlichte Sabine Schlicker, die Ernährungsberaterin der AOK, die ganzheitlichen Mechanismen und Zusammenhänge, die beim komplexen Vorgang der Nahrungsaufnahme in den Menschen wirksam werden.

Zunächst einmal sind alle Sinne daran beteiligt, die die Nahrung wahrnehmen und im Vergleich mit bisherigen Erfahrungen bewerten und Erwartungen wecken. Nicht nur das Aussehen, die Temperatur, der Geruch und der Geschmack spielen eine Rolle und können eventuell auch verwirren, zum Beispiel wenn wir eine gelbe Himbeere probieren. Auch die Bisskonsistenz, das Geräusch beim Nüsse knabbern beispielsweise oder das Gefühl beim Brechen von Fladenbrot und Eintauchen in eine Tunke werden mehr oder weniger bewusst wahrgenommen, in kleine Rituale verwandelt und tragen zum Genuss bei. Das ganze Ambiente, die ganze Situation bewirkt idealerweise Wohlgefühl und Entspannung.

Inzwischen sind zusätzlich zu den bekannten Geschmacksfeldern auf der Zunge, die süß, sauer, salzig und scharf erkennen können, auch noch welche entdeckt worden, die „fleischig“ identifizieren. Man denke an die etwas paradoxen Veggie-Burger mit synthetischem Fleisch- und Blutgeschmack.

Weil sich Geschmack hauptsächlich beim Kauen auf den Geschmacksknospen der Zunge und olfaktorisch über den Geruchsinn entfaltet, ist es sinnvoll, sich hier Zeit zu lassen, denn heruntergeschlungene Nahrung ist höchstens bei lebensbedrohlichem Mangel sinnvoll und auch dann schwer verdaulich. Sättigung tritt dadurch auch viel später ein. So wirkt sich genussvolles Essen appetitlich zubereiteter Speisen indirekt positiv auf die Nahrungsmenge aus und schafft eine kleine stressfreie Oase.

Auch diesmal blieben natürlich individuelle Fragen nicht unbeantwortet und manche/r ging mit dem Vorsatz nach Hause, auch mit seinen Lieben ein bisschen „Abenteuer- und Experimente-Essen“ zu probieren.

Nicht nur Geruch und Geschmack, auch Geräusche, zum Beispiel beim Brechen von Fladenbrot, tragen zum Genuss bei.Foto: privat

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