Allgemeine Berichte | 13.11.2019

Martinszüge im Stadtgebiet von Sinzig

Fackelzug, Feuer und Döppcheskooche

In der Barbarossastadt und ihren Ortsteilen werden christliche Überlieferung und rheinischer Brauch hochgehalten

Fotos: RASCH

Sinzig. Hoch zu Ross war Sankt Martin bereits in der vergangenen Woche im Sinziger Stadtgebiet unterwegs. Der Heilige wurde in den Ortsteilen von den Pänz und ihren Laternen und Fackeln begleitet. Und kein Stadtteil, in dem nicht anschließend das Martinsfeuer abgebrannt, Lieder gesungen und die süßen Weckmänner verteilt wurden.

Lose fanden reißenden Absatz

Bereits in den Tagen zuvor waren überall die Kinder ausgeschwärmt, um die Martinslose zu verkaufen. Und Insider wussten natürlich längst, wo die Gewinnerlisten mit den Martinsgänsen und Hähnchen hingen, die für so manchen Festschmaus sorgten. Ansonsten war nach den Martinszügen im Rheinland aber eine andere kräftige Tradition zum „Auftauen und Sattessen“ angesagt: Döppcheskooche, Döppeklotz oder wie das Kartoffelgericht im großen Bräter in seiner fast unendlichen Rezeptvielfalt auch immer genannt wird. Gar nicht mehr ganz so einfach ist es für die Veranstalter übrigens einen „Sankt Martin“ auf ein stattliches Pferd zu bekommen oder ausreichend Begleitmusik zu organisieren.

Erkennbarer Trend: Die Martinszüge finden meist schon vor dem kalendarischen Termin statt. Den Auftakt machten wie immer die Umzüge der Kindertagesstätten.

Kerzen in den Straßen

Der „Klassiker“ in Sachen Martinszug schlechthin war am Donnerstag der vergangenen Woche unterwegs. Die Rede ist natürlich vom „großen“ Martinszug der Regenbogenschule mit dem prasselnden Martinsfeuer auf der Jahnwiese. Seit Generationen wird das Feuer dort abgebrannt, und fast jeder Sinziger hat Kindheitserinnerungen an diesen Tag. „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne ...“, so erklang es, als sich die Kinder der Regenbogenschule auf das Martinsfest einstimmten. Vom Kirchplatz aus zog die Kinderschar mit fröhlichem Gesang, untermalt von Musikkapellen, mit der ganzen Gemeinde durch die Innenstadt von Sinzig. Die Begleitung von St. Martin hoch zu Ross stellt für die Kinder jedes Jahr einen besonderen Höhepunkt dar. Viele Anwohner ließen in ihren Häusern und Wohnungen die Lichter aus und schmückten die Fensterbänke mit Laternen und Kerzen. Gegen Ende führte der Laternenumzug am Martinsfeuer vorbei bis zum Schulhof der Regenbogenschule, wo der Schulelternbeirat mit Hilfe der Eltern für das leibliche Wohl sorgte.

Am darauffolgenden Samstag waren dann die Ortsteile an der Reihe. In Sinzigs kleinsten Stadtteil Franken werden der Martinszug und das Apfelfest zu einer großen Veranstaltung kombiniert. So kann der Abschluss des Zugs im Festzelt an der Plenzergasse gefeiert werden, wo es natürlich auch ein deftiges Stück Döppcheskooche gab, samt Apfelpunsch versteht sich.

Herbstkirmes und Markttreiben

Auch in Löhndorf ist der Martinszug mit Herbstkirmes und Martinsmarkt in einen größeren Zusammenhang eingebettet. Für den Löhndorfer Nachwuchs gab es nach alter Tradition zum Weck übrigens eine Siedewurst.

Am klassischen Termin, Sonntag, 10. November, ging der Martinszug in Westum. Das Martinskomitee kann sich beim Aufbauen des Feuers stets auf die Mithilfe von Junggesellen und Feuerwehr verlassen.

Die Aktivitäten rund um den heiligen Martin sind im Stadtgebiet dabei vielfältig. Auf eines haben die Martinskomitees und Feuerwehren dabei ein besonderes Auge.: In den Feuern wird kein belastetes Brennmaterial aufgeschichtet.

Die galt natürlich m Samstag auch in Bad Bodendorf. Der Martinszug nahm in diesem Jahr wie bereits in den Vorjahren einen neuen Weg: Von der Grundschule geht es durch den Buchfinkenweg zum Zeisigweg und von dort durch die Straße Am Rotberg in Richtung Hauptstraße. Am Gemälde des heiligen Martin am Haus der Familie Heuser fand der erste Singhalt statt, und Sankt Martin erzählte seine Geschichte. Einen zweiten Halt gab es wie in jedem Jahr am Platz an der Volksbank. Der Zug endete in diesem Jahr wieder mit dem Martinsfeuer am Ende der Moselstraße (hinter dem Friedhof). Die Freiwillige Feuerwehr Bad Bodendorf sicherte die Zugstrecke ab. Am Martinsfeuer sangen die Kinder noch einmal gemeinsam und wurden danach wieder von ihren Eltern in Empfang genommen. Für die „großen“ Bad Bodendorfer gab es anschließend Döppcheskooche im Winzerverein.

Im Höhenort Koisdorf war Sankt Martin ebenfalls am Samstag unterwegs. BL

In Bad Bodendorf nimmt der Martinszug seit einigen Jahren eine neue Strecke, was der Begeisterung der Kinder keinen Abbruch tut.

In Bad Bodendorf nimmt der Martinszug seit einigen Jahren eine neue Strecke, was der Begeisterung der Kinder keinen Abbruch tut. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Keine „Personalprobleme“ kennt man in der Kernstadt, wo der Zug ganz traditionell von einem Darsteller des Heiligen hoch zu Ross angeführt wurde.

Keine „Personalprobleme“ kennt man in der Kernstadt, wo der Zug ganz traditionell von einem Darsteller des Heiligen hoch zu Ross angeführt wurde. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

In Franken, dem kleinsten Ortsteil, hatten die Kinder im Vorfeld wieder eifrig Fackeln gebastelt.

In Franken, dem kleinsten Ortsteil, hatten die Kinder im Vorfeld wieder eifrig Fackeln gebastelt. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Auch in Westum leuchteten die Kinder mit ihren bunten Laternen dem Heiligen den Weg.

Auch in Westum leuchteten die Kinder mit ihren bunten Laternen dem Heiligen den Weg. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Auch im Höhenort Koisdorf zogen Samstag wieder zahlreiche Kinder in Begleitung ihrer Eltern mit bunten Fackeln durch die Straßen.

Auch im Höhenort Koisdorf zogen Samstag wieder zahlreiche Kinder in Begleitung ihrer Eltern mit bunten Fackeln durch die Straßen.

Fotos: RASCH

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