Allgemeine Berichte | 30.01.2019

BUND Kreisgruppe MYK

Fehlgesteuerte EU Agrarpolitik von Deutschland beeinflusst

Mayen-Koblenz. Die Landwirtschaft macht den höchsten Flächenanteil in Europa aus und hat damit den größten Einfluss auf alle Lebensräume von Menschen, Tieren und Pflanzen. Der größte Ausgabeposten des gesamten EU-Haushalts, in Höhe von knapp 40 Prozent, wird für Agrarpolitik und Förderung des ländlichen Raums ausgegeben. Jeder EU-Bürger zahlt durchschnittlich rund 113 Euro pro Jahr alleine für diesen Bereich. Die Zahlungen der Agrarsubventionen entscheiden über Leben und Sterben in der deutschen Agrarlandschaft und steuern die Art zu wirtschaften ganz entscheidend. Seit Jahren wird die Verteilung in höchstem Maße kritisiert, weil sie Großinvestoren und Mega-Betriebe bevorteilt und dagegen kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe benachteiligt. Die große Ungerechtigkeit verdeutlichen die folgenden Zahlen bei der Verteilung der Subventionen auf die in Deutschland ansässigen 250.000 landwirtschaftlichen Betriebe:

1,2 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe erhält 1 Milliarde Euro. Dieses Geld geht an nur 3.000 Großbetriebe und fördert damit mit durchschnittlich 34.000 Euro pro Betrieb die großindustrielle Art mit Pestiziden und anderen chemischen Substanzen zu wirtschaften. Dagegen müssen 200.000 kleine und mittlere Betriebe, zu denen hauptsächlich regional arbeitenden Landwirte gehören, mit nur 700 Millionen Förderung auskommen. Das sind im Schnitt nur 3.500 Euro pro Betrieb. Die grundlegend fehlgesteuerte Agrarpolitik wird entscheidend vom EU-Mitglied Deutschland beeinflusst. Die Folgen sind nicht nur überdeutlich im Artensterben zu sehen, sondern zeigen sich auch drastisch im sogenannten Höfesterben unter dem hauptsächlich kleine und mittlere Betriebe leiden.

Eine von Germanwatch erstellte Studie „Vorschläge für eine Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik“, auf den Weg gebracht von dem EU-Abgeordneten Martin Häusling, fragt: „Wie kann es sein, dass so viel staatliches Geld in einen Sektor fließt und gleichzeitig Bauernhöfe reihenweise aufgeben, Großinvestoren Landraub betreiben, sowie Pestizide, wie Glyphosat und Antibiotikamissbrauch im Stall unsere Gesundheit und die Umwelt massiv belasten?“

Ulrich Mohr, Pressesprecher des BUND-Südpfalz sagt: „Diese seit Jahren aufrecht erhaltene Asymmetrie in der deutschen und europäischen Agrarpolitik ist rational nicht mehr erklärbar; sie ist keineswegs leistungsgerecht, sie ist unsozial, sie dient nicht dem Gemeinwohl. 80 Prozent der deutschen Bevölkerung wollen, dass unsere Landwirtschaft für Leistungen gefördert und belohnt wird, die sie für Naturschutz, Gewässerschutz, Bodenschutz und Klimaschutz erbringt. Sie leistet damit auch umfassenden Menschenschutz.“

Solche Leistungen können in der Regel am ehesten von bäuerlich geprägten kleinen und mittelständischen Betrieben erbracht werden. Ausgerechnet diese kleineren Betriebe durch die ungleiche Verteilung von Subventionen zu benachteiligen ist die fatale Ungerechtigkeit, die von den Lobbyisten der Großkonzerne durchgesetzt wurde. Denn am meisten Geld erhält, wer am meisten Land hat. Richtig wäre es dagegen diejenigen zu fördern, die ökologisch, biologisch und nachhaltig arbeiten und dabei umsichtig mit Boden, Wasser, Artenvielfalt und Klima umgehen, damit wichtige Ressourcen auch für unsere Enkelkinder bewahrt werden.

Pressemitteilung

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Mayen-Koblenz

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